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Full text of "Geschichte der Rabbiner der Stadt und des Bezirkes Würzburg"

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Geschichte der Rabbiner 

der Stadt und des Bezirkes 

Würzburg. 

Bearbeitet von Dr. »Ml. Hera Bamtorger, s. A. 



»einem Nachlas« 
herausgegeben, ergänzt uml vervollst.fi udii-i 



Mit der Bitte um geH. Annahme und 
Einsendung des l^rags von Mit. 2.50 über- 
reicht vom 

Verfasser. 

Wandsbek, 



l*rel* Mark «.-,«. 




Geschichte der Rabbiner 
der Stadt und des Bezirkes 

Würzburg. 



Bearbeitet von Dr. phil. Herz Bamberger, s. A. 



Aus seinem Nachlass 
herausgegeben, ergänzt und vervollständigt 



von 



seinem Bruder 

Rabbiner S. Bamberger, Wandsbek. 



■ « » 



Wandsbek. 
1905. 
— Preis Mark 3,50. 



) * ! 



\ 



Inhalt. 

Seite 

Vorwort 1 

Geschichte der Rabbiner der Stadt und des Bezirkes Würzborg. 7 
Beilagen 

A) Das Grossherzogl. Landesoberrabbinat mit dem Sitze in 
Heidingsfeld bis 1813. Die Einführung des „Juden- 
edikts" vom 13. Juni 1813 76 

B) Das K. Landesoberrabbinat Würzburg 1813—1839 mit 

dem Sitze in Würzburg 91 

C) Das Distriktsrabbinat Würzburg seit dem Jahre 1840. . 96 

D) Eingabe, die Einschränkung der Jurisdiktion betreffend 101 

Anhang I-IV 105 

Alphabetische Zusammenstellung der Würzburger Rabbinen und 

Gelehrten 109 

Register 111 

Zusätze und Berichtigungen 116 



flpsp;^ 



„Es ist eine lobenswürdige Eigenschaft des prüfenden 
menschlichen Geistes, dass er sich nicht in diö Gegenwart, 
in das ihm am nächsten liegende, einengen lässt, sondern 
Vergangenheit und Zukunft in die Sphäre seines Erkennens 
zieht und auf das Entfernte wie das Unsichtbare sein scharfes 
Forscherauge richtet. Und wenn auch des Menschen Blick 
in die Zukunft nicht selten verwegen ist und ihm statt Er- 
folge gar zu oft Enttäuschungen bringt, — sein Blick in die 
Vergangenheit wird, wenn auch nicht immer pünktlich, 
doch nie ganz unbelohnt bleiben. Wie die Gegenwart, so 
hat auch die Vergangenheit ihre Licht- und Schattenseiten, 
und mit Vorliebe entreisst der Forscher das der Vergessen- 
heit, was durch seinen Weckruf die Herzen erfreut und mit 
neuem Mute erfüllt. Betrachter jüdischer Vergangenheit, 
insbesondere der Zeit des Mittelalters, haben der Lichtseiten 
nicht allzuviel zu erwarten, und es gehört darum gewisse 
Selbstverleugnung dazu, sich der Geschichte dieser Zeit zu- 
zuwenden. tt 

Mit diesen Worten gedachte der, dessen Andenken 
diese Schrift gewidmet ist, seine Arbeit einzuleiten. Sie 
fanden sich auf einem seiner mit seltenem Fleiss und 
emsiger Ausdauer gesammelten Zettel verzeichnet, und da- 
rum seien sie an die Spitze des Vorwortes gestellt. Diese 
Selbstverleugnung, die dem Forscher vergangener Zeiten 
eigen sein soll, mein Bruder V'T hat sie voll und ganz be- 
sessen; denn ihm war keine Arbeit zu schwer, kein Weg zu 

weit, kein Opfer zu gross, wenn er einen Beitrag zu dem 

1 



— 2 ~ 

vorliegenden Werke zu erwerben und sich zu verschaffen 
hoffte. Ist es schon im allgemeinen schwer, Aufschlüsse 
und Nachrichten über die Erziehung, den Entwickelungs- 
und Bildungsgang, bedeutender oder durch Geburt, Her- 
kunft oder soziale Stellung hervorragender Menschen aus 
zuverlässigen Quellen zu erhalten, schwer, das Leben von 
Zeitgenossen bis zu seinen Anfängen zu verfolgen, — so 
steigert sich diese Schwierigkeit, wenn es sich darum handelt, 
Auskunft über Personen, welche der fernen Vergangenheit 
angehören, zu erlangen. Die Erschliessung solcher Quellen 
oder Ermittelung autentischer Behelfe ist zumeist nur dem 
Walten eines glücklichen Zufalls zu verdanken. Allerdings 
werden es nicht immer grosse, Aufsehen erregende Funde 
sein, welche man zu Tage fördert, — man wird sich oft 
mit bescheidenen Entdeckungen zufrieden geben müssen; doch 
auch sie können von Nutzen und Interesse sein. 

Diese Dürftigkeit des Materials ist bei der vorliegenden 
Materie um so leichter erklärlich, als Würzburg, beziehungs- 
weise der Rabbinatssitz in früherer Zeit, ein kleines 
Städtchen bei Würzburg, Heidingsfeld, (das heute noch eine 
kleine jüdische Gemeinde hat), oft unter dem Drucke gewalt- 
tätiger Bischöfe und judenfeindlicher Herren zu leiden hatte, 
und so das vielleicht in den ältesten Zeiten aufgeschriebene 
Material vielfach vernichtet, verloren gegangen und abhanden 
gekommen ist. Da aber Würzburg Vorbild für viele jüdischen 
Gemeinden Deutschlands war, ja vielfach als Mustergemeinde 
galt, so ist dem Forscher durch die an vielen Stellen erzählten, 
auf Würzburg bezugnehmenden, Notizen eine, wenngleich 
auch begrenzte, Fundgrube geboten. 

Würzburg galt in Bezug auf manche religiösen Gebräuche 
(O'jriJD) als Vorbild, nach dem man sich in anderen Ge- 
meinden richtete, ein Beweis für die Bedeutung der jüdischen 
Gemeinde und für das Ansehen und die Selbständigkeit 
ihrer Gelehrten 1 ). Samuel Meseritz sagt gelegentlich der 

*) Es sei gestattet, bei dieser Gelegenheit auf die dem- 
nächst erscheinende Arbeit meinet hochverehrten Vaters, des H« Distrikts- 



— 3 — 

Behandlung der Formel des Ehescheidungsbriefes : Er sei 
bezüglich der Worte fcQWI DW im Zweifel, da in Bamberg 
noch kein „Get tt (religiöser Scheidungsbrief) gegeben worden 
sei. Aber man müsse sich auch darin stets nach dem Würz- 
burger Ritus richten 1 ). ". •: 

Als im Jahre 1223 eine Anzahl von Gelehrten . w 
Mainz zusammentrat, um u. a. auch über verschiedene 
Fragen auf dem Gebiete des Ehe- und Erbrechts Beschlüsse 
zu fassen unter Zugrundelegung der in den alten Gemeinden 
Speyer, Worms, Mainz herrschenden Grundsätze, die sog. 

• • • 

DW ^pn, da schlössen sich die Gelehrten Würzburgs diesen 
Verfügungen nicht überall an. Spätere Gelehrte fügten sich 
den Würzburger religiösen Autoritäten und gaben ihre Ent- 
scheidungen in deren Sinne 2 ). 

Rabbi Tamar ben Menachem, einKorrespondent R. Ascheris, 
beruft sich in einer Entscheidung über die Herstellung von 
Thorarollen auf seine diesbezüglichen in Würzburg gemachten 
Erfahrungen 3 ). 

Auch hinsichtlich der Ordnung des synagogalen Gottes- 
dienstes scheint Würzburg vielfach als massgebend erachtet 
worden zu sein. Eine Hamburger Handschrift; 4 ) erwähnt den 
Würzburger Gebrauch (ariJD), dass, wenn ein Sabbat auf 
einen Festtag fiel, am nächsten Sabbat nach dem Feste zwei 
Kapitel aus den Sprüchen der Väter gelesen wurden. 



Rabbiners N. Bamberger *"j in Würzburg, hinzuweisen. In dieser werden 
alle dusijö Würzburgs, mit Nachweisen und Quellen versehen, zusammen- 
gestellt. 

*) BGA. 45, Absch. 14. Am Ende des Abschnittes sagt er : Jetzt 
sei zwar in Würzburg die frühere Schreibweise nicht mehr gebräuchlich, 
man habe wohl infolge der vielen Judenverfolgungen den ursprünglichen 
Gebrauch vergessen. Auch B. Mose Minz BGA. 63 (ed. Salonichi) 
spricht gelegentlich einer von B. Salnian Kitzingen in Würzburg voll- 
zogenen Ehescheidung über die erwähnte dj Formel. 

*) BGA. Benjamin Aschkenasi nr. 13; Hagahot Maimuni in den 
Teschuboth zu Hilchoth ischuth Absch. 35. 

3 ) BGA. Ascher b. Jechiel Absch. 4 § 6. 

4 ) Cod. Hamburg 182»; Zunz Ritus pag. 86. 

1* 



_ 4 — 

So stand Würzburg als bevorzugte jüdische Gemeinde 
da; dass sie es zu einer solchen Anerkennung und Bevor- 
zugung gebracht hat, ist in erster Linie dem Wirken der 
religiösen Oberhäupter zu verdanken, und darum ist es für 
die Kenntnis und Würdigung der Geschichte der Juden- 
gemeinde Würzburg von besonderem Werte, das Leben ihrer 
Führer zu erforschen. 

Diese Aufgabe hat sich mein sei. Bruder gestellt. In dem 
Ratschlüsse des Höchsten hat es gelegen, dass er sie bloss 
zum Teil beendigen sollte. In kaum vollendetem 29. Lebens- 
jahre musste er einem tückischen Leiden, zum Schmerze 
seiner Eltern und Geschwister, zum Leidwesen seiner zahl- 
reichen Freunde und Jugendgenossen, erliegen. Der Herzens- 
wunsch meines hochgeschätzten Vaters, des Herrn Distrikts- 
rabbiners Nath. Bamberger in Würzburg, war es, die Vollen- 
dung und Drucklegung des Nachlasses dieses seines IL Sohnes 
zu bewerkstelligen. Die Arbeitslast aber, die auf seinen 
Schultern ruht, die Inanspruchnahme von allen Seiten, wo 
es gilt, dem Judentum zu nützen und seine Interessen wahr- 
zunehmen, nicht minder der Schmerz und die Wehmut, die 
ihn bei dem Anblick des Nachlasses dieses begabten, an 
Thora und Weltensitte so reichen jungen Gelehrten, meines 
Bruders ^"T stets ergriffen, gestatteten es ihm nicht, diesen 
seinen Wunsch persönlich in die Tat umzusetzen. Um so 
eher erklärte ich mich daher bereit, den Wunsch meines 
Vaters ">"J zu erfüllen, der mich mit dieser Arbeit betraute. 
Ich habe es versucht, das Begonnene fertigzustellen, indem 
ich das vorhandene Material gesichtet, Fehlendes ergänzt, 
Unvollendetes und Unvollständiges fertiggestellt habe und 
hoffe, einen Teil des wertvollen, geistigen Nachlasses meines 
Bruders S"T möglichst in seinem Sinne der Welt zugänglich 
gemacht zu haben. 

Wahrlich, eine heilige und schwere Pflicht der 
Pietät. Mit Scheu und Zagen gehe ich daran, das, 
was Du 1. Bruder ^"T geforscht und gearbeitet, zu 
veröffentlichen, das Denkmal, das Du Dir selbst 



' . — 6 — 

in dieser Forschung im Reiche der Wissenschaft 
bei Lebzeiten schon für die Ewigkeit errichtet 
hast, hiermit zu enthüllen, nachdem ich noch 
hier und da die letzte Feile angelegt, da und 
dort Unebenheit polierte, die Du nicht mehr 
beseitigen konntest, weil Dir vor der Fertig- 
stellung des Werkes der Meissel durch hohe gött- 
liche Fügung entfiel. 

Es erübrigt nun noch, einige Worte über das Leben 
des selig entschlafenen Verfassers anzufügen: Herz Bam- 
berger, geboren zu Würzburg am 1. Januar 1873 als Sohn 
des dortigen Herrn Distriktsrabbiners Nathan Bamberger 
und dessen Gattin Hanna, geb. Perlstein, besuchte das Gym- 
nasium zu Würzburg von der 5. Klasse an, nachdem er sich 
den Lehrstoff der übrigen Klassen durch private Studien an- 
geeignet, mit glänzendem Erfolge. Von frühester Jugend an 
gab er sich den talmudischen Studien unter Leitung seines 
Vaters hin. Im Jahre 1893 bezog er die Julius-Maximilians- 
Universität Würzburg, an welcher er mit Ausnahme eines 
halben Jahres, das er für seine Studien an der Universität 
in Berlin verbrachte, nach 2 Y 2 jährigen Besuch promovirte. 
Seine Dissertation, betitelt: „Das Tier in der Philosophie 
Schopenhauers" (ersch. Würzburg, Becker's Universitäts- 
druckerei 1897. 135 Seiten) hat sich allseitigen Beifall und 
allgemeine Anerkennung erworben. Nach seiner Promo- 
vierung zog es ihn auf die Jeschibah (Rabbinerschule) zu 
Frankfurt, woselbst er sich sein Rabbinatsdiplom (Hatorath 
Horaah) erwarb. In die Zeit seines dortigen Aufenthalts 
fallt auch die eingehende Beschäftigung mit der vorliegenden 
Arbeit. 

Wandsbek, April 1905. 

Der Herausgeber. 



Die erste Erwähnung eines Würzburger Rabbiners 
versetzt uns in das Jahr 1147, eine höchst traurige und 
unheilvolle Zeit. Der 2. Kreuzzug, der vornehmlich in den 
Rheingegenden fanatische Judenverfolgungen veranlasste, 
hatte noch ein trauriges Nachspiel, dessen Schauplatz Würz- 
burg war. Am 22. Adar 4907 (24. Februar 1147) l> fand man 
den Körper eines unbekannten Mannes in mehrere Teile zer- 
stückelt im Wasser, und man beschuldigte die Juden der 
Urheberschaft dieses Mordes. Der Vorwand genügte- der 
aufgeregten und aufgehetzten Menge die Juden zu überfallen, 
und ca. 20 von ihnen abtöten- Drei Würzburger Rabbiner 
fielen an diesem Tagfci&fcr Opfer dieses wütenden Fana- 
tismus. R. Isak, Sohti des Rabbiners R. Eljakim, „der be- 
scheidene, sanftmütige; edle Gelehrte", wurde über einem 
Buche sitzend von den Wüterichen erschlagen. Ausserdem 
fielen noch der Rabbiner R* Mose und seine Frau Belet, 
sowie der Rabbiner R. Isak. Sohn des R. Mose 2 ). Ob der 
letzter^ identisch ist mit dem als synagogalem Dichter be- 
kannten R. Isäk, dem Verfasser verschiedener Selichoth, 
wie Zunz und Salfeld behaupten, ist zweifelhaft 3 ). Die 

') Nicht in Monat Elul wie Epst. in Mach. XII S. 195 sagt. 
Auch nioht im Dezember, wie Hknmelstein im Archiv d. hiesigen Vereins 
schreibt. 

*) Quellen zur Geschiente der Juden in Deutschland, II p. 62 und 
193; Salfeld, Das Martyrologium des Nürnberger Memorbuches, 119 und 371* 

3 ) Litteraturgesch. 154; synag. Poesie 191. Salfeld 372. Der Dichter 
ist wohl R. Isak, der vor dem ersten Kreuzzuge in Mainz lebte, und zwar 
enn ipiy rw& -q pnx» u»an, der 1096 umkam (Berichte, 7), Den Würzburger 
Isak bw Mose glaubt A. Epstein in EGA Or sorna I 117 b wieder- 



— 8 — 

Leichen der Getöteten wurden in der Vorstadt Plaichach an 
der Stelle des heutigen Juliusspitals, dem sogen. Judengarten 
zu Plaichach, begraben. 

Dieser Kirchhof wurde nach Austreibung der Juden 
eingezogen. Bischof Johann v. Würzburg war dem Metzger 
Hans Wentzel 900 fl. rh. für Fleischlieferungen an den 
bischöfl. Hof schuldig geworden. Deshalb verschrieb er 
diesem und dessen Frau und Erben laut Urkunde von 1429, 
feria sexta post Epiphaniae Domini (7. Jan.) 1 ), den Juden- 
freythoff zu Würzburg mit 2 Häusern und allen Rechten 
auf Wiederlosung. Johann Wentzel legte auf dem Juden- 
kirchhof einen Weingarten an. 

Um das Jahr 1445 hat Bischof Gottfried den Juden- 
kirchhof mit Zugehörung von Herrn Wentzel wieder ein- 
gelöst und denselben; laut Urkunde von 1446 Donnerstag 
nach Iubilate (12. Mai) 2 ), den Juden zu Würzburg um 
300 fl. rh. Baargeld und einen jährl. Zins von 35 fl. wieder 
überlassen und ihnen erlaubt, dort ihre Toten zu bestatten. 
Als Bischof Julius auf diesem Platze sein neues Spital er- 
baute und der Bau schon der Vollendung nahe war, erhoben 
die Juden Einspruch bei dem Kaiser und suchten vergebens 
ihr früheres Eigentumsrecht geltend zu machen s ). 

In demselben Jahre 1147 erwarben die Juden diesen 
Boden als Begräbnisplatz 4 ), indem R. Chiskija 5 ), Sohn des R. 

gefunden zu haben. Isak halevi schreibt nämlich an Ephrajim b. Isak: 
on»aj pnx» 'i um mu n»n »a nom nnm itaa »op rein: tob ia piw 'n y\ni. Da 
nun Joel ungefähr zwischen 1110 und 1180 lebte, so kann er weder Isak 
b. Mose aus Mainz, noch Isak b. Mose aus Wien, den Schüler s. Sohnes 
gemeint haben. Wahrscheinlich disputierte Joel mit dem Würzburger 
Isak b. Mose vor 1147, vielleicht sogar in Würzburg. 

*) Kreisarchiv Würzburg, Liber I contractuum firun. fol. 82—83. 
*) Kreisarchiv, Liber divers, form. Limpurg fol. 107 und 107 r. • 
8 ) Cf. Schaff ler, Entwicklungsgeschichte der Stadt Würzburg p. 
201 A; Wegele, „Würzburg im XII. Jahrh." in der Zeitschrift f. deutsche 
Kulturgesch. II p. 65. 

4 ) Wiener, Emek habacha p. 24 hat E. Eekachja, ebenso Himmel- 
stein im Archiv d. historischen Vereins 1851 p. 172. 

5 ) Aronius, Eegesten 113 nr. 45; Himmelstein ibid; Salfeld 119 A . 



— 9 — 

Eljakim, der Bruder des erschlagenen R. Isak, und seine Frau 
Judith dem Bischof den Platz abkauften und zum Würzburger 
Gemeindefriedhof bestimmten 1 ). 

Wenige Anhaltspunkte nur sind für den Würzburger 
Aufenthalt eines hervorragenden Mitgliedes der deutschen 
Tossafistenschule vorhanden. R. Elieser b. Nathan, der 
berühmte Verfasser des 1. codifikatorischen Werkes, Zofnath 
Paneach (ed. Prag 1610) wirkte hauptsächlich in Mainz; 
er scheint aber eine Zeitlang in Würzburg gewirkt 
zu haben, wo er sogar in eine Bischofswahl eingegriffen 
haben soll. Der Vorgang wird in einem aus dem XVI. Jahrh. 
stammenden Codex mitgeteilt 2 ): Zwischen der Geistlichkeit 
und der Bürgerschaft zu Würzburg war wegen Besetzung 
des bischöfl. Stuhles ein Streit ausgebrochen, der 2 Jahre 
lang dauerte. Um diese Zeit kam ein Schalksnarr zu 
R. Elieser b. Nathan, der gerade einen Apfel in der Hand 
hielt, und erbot sich alles zu tun, wenn er ihm den Apfel 
gebe. R. Elieser gab ihm Brot und Käse, dazu jedoch den 
Auftrag, in den Würzburger Dom, in welchem gerade die 
Streitenden gegeneinander kämpften, einzudringen und sich 
auf den Bischofsstuhl zu setzen. Der Schalksnarr Hess sich 
nach einigem Widerstreben dazu herbei und tat, wie ihm 
befohlen worden. Nachdem er dort viele Schläge auszu- 
halten hätte, rief die eine der Parteien der andern zu, dass sie 
eher den Schalksnarren zum Bischof haben wollten als den 
Kandidaten der Gegenseite, und darauf ging auch die andere 

*) Ausser diesen Rabbinern fand ein Taimudschüler R. Simeone b. 
Isak seinen Tod. Quellen II 193. Wilken, Gesch. d. Kreuzzüge III 
Beil. 1 p. 13. Nach dem hebr. Text scheint der jusi inata nay iyj 
(Jünger) selbst Simeon b. Isak geheissen zu haben. 

a ) Die Stadtbibliothek zu Frankfurt a. M. besitzt einen durch 
Wasser stark beschädigten hebr. Codex, der am Schlüsse einige die 
Rabbinen des Mittelalters betreffenden Erzählungen enthält. Es scheint, 
dass dieser Codex der von Brüll, Jahrb. IX, beschriebene ist, da die 
darin enthaltenen Gegenstände mit dem von Br. beschriebenen genau 
übereinstimmen, — Wir entnehmen diese und die folgende Erzählung 
der Brüll'schen Beschreibung. 



— 10 — 

ein. Das war der nachmalige Bischof KTp, von welchem 
sich R, Elieser 6 Dinge erbat, darunter, dass er den in seiner 
Diözese wohnenden Juden die Steuer erlasse und ihnen eine 
Strasse einräume. Den Gegenstand der übrigen Bitten hat 
der Erzähler vergessen 1 ). 

Dieselbe Quelle berichtet uns über den Tod K. Eliesers 
folgendes: Er verschied an einem Freitag in Würzburg^ 
hatte jedoch verlangt, in Mainz beerdigt zu werden. Der 
Schiffer, der die Leiche auf dem Maine nach Mainz bringen 
sollte, schlief unterwegs ein und erwachte nach einer Stunde 
bei Frankfurt. Er fragte, wo er sei, und man wunderte sich 
darüber, dass ein Mainschiffer Frankfurt nicht erkenne, In 
Mainz langte er an, als man gerade am Abend zur Synagoge 
ging. Man beschloss, nicht früher ala nach vollbrachter Be- 
erdigung zu beten. In Mainz wurde es jetzt sehr hell, doch 
nach dem Begräbnis wurde es so finster, dass die Leute 
nicht nach Hause gehen konnten und in dem Friedhof ver- 
bleiben mussten. Ob nun die beiden Erzählungen Wirklich- 
keit oder dem Reich der Sagen angehören, ist zweifelhaft. 
Jedenfalls ist es u. E. verfehlt, aus den am Schlüsse -des 
hebr. Textes angefügten Worten D'tPJJon ^bü zu folgern, 
dass man es ausschliesslich mit Sagen zu tun haU Dass 
R. Elieser in Würzburg war, erzählt er uns selbst/* Er 
berichtet nämlich in einer Abhandlung über Trauergebräuehe/ 
dass er über diesbezügliche Fragen mit seinem Schwieger- 
söhne diskutiert habe, als sie von Würzburg kamen 2 )i 

Mit voller Gewissheit können wir ein anderes Mitglied 
der Tossafistenschule für Würzburg reklamieren, nämUch 



') In seiner Würzburger Chronik erzählt Friös (IS. 293) von einem 
ähnlichen Vorkommnis bei der Wahl des Bischofs Heinrieh IV. 
(1202 — 1205). Brüll glaubt hierin nur eine andere Version unserer Er- 
zählung erblicken zu dürfen. 

2 ) pm nr. 16 heisst es: pmarwb ]»«n»3. Da dieses keinen Sinn 
hat, dürfte vielleicht uhsbo emend. werden, wonach R. Elieser mit s. 
Schwiegersöhne in W. war. 



— 11 — 

R. Samuel b. Menachem 1 ). Michael 2 ) identifiziert ihn 
mit Samuel aus Babenberg (oder Bamberg), welcher Meinung 
auch Frankel 3 ) ist. Eckstein 4 ) nennt Samuel aus Babenberg 
„b. Baruch". Wir glauben aber die Identität beider daraus 
beweisen zu können, dass von verschiedenen, uns vorliegenden 
Taschbaz-Handschriften (nr. 117 u. 356) dieselben Religions- 
Vorschriften einmal im Namen Samuel's mi-bamberg^in 
anderesmal im Namen Samuels mi-würzburg überliefert sind. 
Demnach hatte R. Samuel vielleicht zuerst in Bamberg, dann 
in Würzburg seinen Wohnsitz. R. Samuel war der Lehrer R. 
Meirs aus Rothenburg, wie aus dem Epitaph des letzteren her- 
vorgeht 5 ). Wie selten einer verband R. Samuel mit seiner 
Gelehrsamkeit die Tugend der Bescheidenheit, die sich am 
besten da zeigt, wo er in zahlreichen Antworten auf an ihn 
gestellte Anfragen die Fragesteller mit den lobendsten 
Epitheta anspricht, für sich dagegen jeden erhebenden Bei- 
namen zurückweist, ja sich sogar bescheiden „Schüler" des 
Fragenden nennt 6 ). Aber nicht nur als Gelehrter hat sich 
R. Samuel b. Menachem einen Namen erworben, auch als 
Dichter für den Gottesdienst ist er rühmlichst bekannt. 
Ausser einem Jozer für die Musaf-Keduschah hat er auch eine 
Gesera-Selicha als Variation des Ps. 83 verfasst 7 ). 

Im Jahre 1170 lebte in Würzburg der im rTTOT'D ge- 
nannte R. Hiskia b. Eljakim 8 ). 

R. Joel b. R. Isak halevi, der Schwiegersohn des 
oben erwähnten R. Elieser's b. Nathan, lebte und wirkte in 



*) Tob. Joma 40b. 
*) Or hachajim nr. 1203. 

8 ) Entwurf einer Gesch. der Litteratur der nachtalmudischen Re- 
8poD8en p. 56. 

*) Gesch. d. Juden in Bamberg p. 141. 

6 ) Levysohn, Nafschoth zadikim p. 39. 

') Taschbaz § 165; Hagahoth Maimuni h. schabboth cap. 29 nr. 20; 
cf. Back, R. Meir pag. 23. 

7 ) S. Zunz, Littgesch. d. synagog. Poesie p. 330. 

*) Zunz, ibid. p. 621 nr. 11; Epst, hält diesen für einen Bruder 
des oben erwähnten Märtyrers B. Isak b. R. Eljakim. 



— 12 - 

Würzburg (zwischen 1110 — 1180). Und wenn auch die bei 
der Rückfahrt von Würzburg von seinem Schwiegervater 
ihm gegebene religiöse Entscheidung *) nicht mit Sicherheit 
seinen längeren Würzburger Aufenthalt beweist 2 ), so geschieht 
dies durch eine andere Entscheidung. Einst wollte man 
nämlich in Würzburg einen Proselyten, der als Vorbeter 
fungieren wollte, zu diesem Amte nicht zulassen, doch R Joel 
gestattete es und man fügte sich seinem Ausspruche 3 ). 

Einen Rabbiner Nathan, eigentlich Judenmeister 
(magister Judaeorum) aus dem Jahre 1212 erwähnt eine 
Urkunde. Das Nürnberger Memorbuch zählt unter den im 
Jahre 1298 in Würzburg Erschlagenen auch R. Josef, einen 
Sohn des Rabbiners R. Nathan mit Frau und 4 Kindern auf. 

Mehrere Jahre nach der Synode zu Mainz wal- 
lt. Elieser b. Joel halevi, bekannt unter dem Namen 
rP2 w fcO, längere Zeit Rabbiner in Würzburg (ungefähr 1230), 
wo zu dieser Zeit R. Isak aus Wien, der ehemalige Schüler 
Eliesers, wohnte 4 ). Ungefähr 1235 lernte er hier den noch 
sehr jungen R. Meir aus Rothenburg kennen. 

Dieser erzählt, es sei, als er in Würzburg bei R. Isak 
„gelernt" habe, eine NichtJüdin gekommen und habe dem 
R. Josef den Tod seiner Schwester mitgeteilt, worauf man 
sich an R. Elieser um Angabe der Verhaltungsmassregeln 
wandte 5). 

Ein Schüler des Vorhergehenden, R. Isak b. Ascher 
halevi "limn *bn N"2"\ vielleicht ein Enkel des gleich- 



*) S. pm'nr. 16. 

2 ) Auerbach, Brith Abraham S. 5, sagt, man könne R. Joel, da 
sein Schwiegervater auch von iHiaoauno »jnn n»rw nwip spricht, mit dem- 
selben Rechte aus Regensburg stammen lassen. 

») Mordechai megilla I 786. 

4 ) Gross in Mach. 1871 p. 257; Zunz, Lg. p. 326; Or sorua k.- 
miia § 107; Wiener in Frankel-Grätz Mach. XII, 169; Hamaekir X, 128; 
Stern in der Zsch. f. Gesch. d. J. in Deutschi. I, 199. 

8 ) Mordechai, moed katon p. 925. ' 



— 13 — 

namigen Tossafisten aus Speyer 1 ), wurde in Würzburg ge- 
rädert (vor 1221 2 ). Der bekannte synagogale Dichter Baruch 
b. Samuel aus Mainz hat das Martyrium dieses Jünglings in 
einer ergreifenden Selicha geschildert, welche mit den Worten 
rWIK IW3 beginnt und in 4 Abteilungen zerfällt. 

Einen gelehrten Kopisten aus Würzb., aus dem Jahre 
1232, erwähnt eine Münchener Handschrift 8 ). Er ist ein Zeit- 
genosse von TON p pniP '-) und Tuff *Q apjP "1 und heisst Salo- 
mon b. Samuel. Der Schluss jener Handschrift, eines Raschi- 
kommentars auf sämtliche 24 Bücher der Bibel lautet: T)übw ^H 

'ib onDD td 5w dwd bx Taro (rom runoo foiDtp na 
ntc6n owm m«o jrcm wzhx nyma rosa mra na *pv 
ny vjd ^a^n vja^ otynirto ona n\ynb inar oipon D^iy rwna^ 

.^"di p« nnnn bo *p 

Gegen 1240 lebte in Würzburg R. Meschullam b. 
David 4 ). Seine Entscheidung spielte in folgendem Falle 
eine bedeutende Rolle. Ein jüdisches Mädchen aus Frank- 
furt, welches bei einer Judenverfolgung 1241 als Braut mit 
seiner Schwester gewaltsam getauft worden war, kehrte wieder 
zur jüdischen Religion zurück. Inzwischen hatte sich der 
Bräutigam, der in Würzburg wohnte, bereits anderweitig ver- 
heiratet. Doch die Braut bestand darauf, dass er sie 
heiraten müsse, und der Fall wurde den Rabbinen zur Ent- 
scheidung vorgelegt. Unter diesen herrschte nun grosse 
Meinungsverschiedenheit. Mehrere, u. a. der Rabbiner 
R. Meschullam, hielten die gewaltsame Taufe für völlig be- 

J ) Zunz, Zur Gesch. u. Litt. p. 32; Mordechai, moed katon 904; 
Magazin X, Gross, das hdschr. Werk Asufos. 

8 ) In der Weissenburger Liste heisst es (bei Salfeld 149), R. Isak 
Sohn R. Josefs wurde am 3. Marcheschwan zur Sühne für die Gemeinde 
Würzburg aufs Rad geflochten. Es muss hier statt Sohn R. Josefs wohl 
R. Aschers heissen. 

s ) Cod. hebr. 5, beschrieben v. Berliner in der Msch. 1863, S. 397. 

4 ) Wenn die Stelle in Resp. Lurja nr. 29 ohne Emend. richtig ist, 
was Brüll, Jahrb. IX p. 34 a bezweifelt, dann waren schon der Vater 
des R. Meschullam, R. David, sowie dessen 2 Brüder Jehuda und Meir 
aus Würzburg. Vgl. Zunz, Lgsch. p. 326; Or sorua I, 747. 



— 14 — 

langlos und das Mädchen fähig zur Eingehung einer jüdischen 
Ehe. Der Bräutigam habe sich daher nach dem jüdischen 
Gesetze von seiner Frau scheiden zu lassen und das Mäd- 
chen zu heiraten. Die angesehenste Autorität der damaligen 
Zeit, R. Isak b. Mose or sorua, stand nicht auf diesem Stand- 
punkte und bezeichnete die Taufe des Mädchens als Ehe- 
hindernis '). 

Eine der bedeutendsten jüdisch-literarischen Grössen 
Deutschlands im Mittelalter, ja vielleicht die grösste rabb. 
Autorität seiner Zeit überhaupt, besessen zu haben, 
kann sich Würzburg rühmen, indem R. Isak ben Mose, 
nach s. Hauptwerke Or sorua (Lichtsat) benannt, eine Zeitlang 
lernend und lehrend hier verweilte. In der ersten Zeit seines 
hiesigen Aufenthalts genoss er den Unterricht des oben- 
genannten R. Elieser b. Joel 2 ), der damals Rabbiner in Würz- 
burg war. Später wurde er, obwohl noch sehr jung, neben 
seinem Lehrer Mitglied des Rabbinatskollegiums in Würzburg3). 
Er hatte einen grossen Kreis von Schülern um sich gesammelt, 
von denen der bedeutendste R. Meir Rotbenburg war, der in 
früher Jugend nach Würzburg zu R. Isak kam. Ferner sass 
zu seinen Füssen R. Jonathan, der Jüngere 4 ). Ein Freund 



*) Grätz VII p. 101; Gross in Msch. 1871 pag. 263; Chaim, or 
sorua Leipzig 1860 § 221. 

Der Cod. 92 der Hamburger Stadtbibliothek (cf. Steinschneiders 
Katalog) nennt 3 Würzburger Rabbiner, nämlich R. Isak b. B. Jonathan, 
R. Samuel b. R. Jakob und B. Jakob Zarfati. Es findet sich aber über 
den Würzb. Aufenthalt derselben nirgends ein Anhaltspunkt, der 
diese Angabe bestätigen könnte. Es muss hier statt Würzburg Nürn- 
berg heissen. In der Tat war Jacob Zarfati, wie Gross a. a. 0. be- 
merkt, ein aus Frankreich nach Deutschland eingewanderter Rabbiner, 
der in Nürnberg seinen Wohnsitz hatte. Auch die beiden andern 
waren Nürnberger Gelehrte. Cf. Stern, Bevölkerung d. deutschen Städte 
Nürnberg pag. 100. 

2 ) Or sorua I 118»; II 63». 

3 ) Ibid. I 226 fi»a"m nio uu^ rwyn n*n »"y. 

*) Zunz hält diesen und den älteren nicht auseinander. 



— 15 — 

und älterer Zeitgenosse R. Meir Rothenburgs, stand er mit 
diesem in Korrespondenz 1 ). 

In persönlichem Verkehr mit R. Isak stand noch ein 
jüngerer Zeitgenosse des rP3"K"l, R. Jonathan b. Isak 2 ), 
der selbst ein hochangesehener Talmudist war und einen sehr 
gelehrten Sohn R. Ahron 3 ) hatte. Es ist nicht ausgeschlossen, 
dass dieser R. Ahron, der in den Hagahoth des Mordechai 
Genannte ist 4 ). Er war ein Zeitgenosse des R. Zadok und 
R. Simcha aus Speyer 5 ). Zu gleicher Zeit lebte und lehrte 
in Würzburg R. Jakob, ein Mann, dessen tiefe Gelehrsam- 
keit sogar italienische Gelehrte veranlasst, in zweifelhaften 
Fällen bei ihm Bescheid ?ü holen. Der berühmte Verfasser 
des Schibule haleket, der Arzt Zidkiyahu b. Abraham (1253) 
erwähnt in seinem Werke viermal diesen Würzburger Ge- 
lehrten 6 ). 

Alle bis jetzt Genannten überragte ein Mann, dessen Namen 
und Leistungen in der Literaturgeschichte des Mittelalters in 
erster Reihe erreicht dastehen, es ist R. Meir aus Rothenburg. 
In Worms geboren, war er, wie wir bereits oben bemerkt 
haben, in seiner frühen Jugend schon in Würzburg, woselbst 
er unter Leitung R. Isaks or sorua den jüdischen Studien 
sich widmete 7 ). Es war dies ungefähr im Jahre 1225; 
zur damaligen Zeit stand R. Meir im Knabenalter von 10 



') Nidda, mikwaoth § 746. 

*) Or sorua II 12 1>, 39»; er war der Lehrer des Chaim or sorua. 

8 ) Chaim or sorua h. sefer thorah nr. 68; Gross in Frankeis Msch. 
XX 256 A. 11. 

4 ) Ozar nechmad II (Jg. 1857) im zweiten Schreiben Luzattos an 
Zunz nr. 7. 

6 ) Hebr. Bibliogr. IX, 133. 

B ) Im K«jn 'd Warschau 8. 73*>, wo ebenfalls eine Entscheidung 
von ihm angeführt wird, ist sicherlich statt piirvaa apjp *i richtig jnirmio 
zu emendieren. - . 

T ) Mordechai moed katon § 925. (S. 396» ed. Venedig) miw war 

:avm . . . n^amfr fawi . . . pno n"in »"y d*d vnpntfia p-najnna w*m pwn 



— 16 — 

Jahren *)• Dass er schon in diesem Alter von ganz besonderer* 
Intelligenz war, können wir daraus ersehen, dass er eine 
Entscheidung des damaligen Würzburger Rabbiners in Betreff 
eines Trauergebrauches abfasst und später in einem seiner 
Werke als Jugenderinnerung mitteilt 2 ). 

Neben K. Isak or sorua hatte er noch einen Lehrer in 
Würzburg, nämlich den oben erwähnten R. Samuel b. Mena- 
chem, in dessen Namen R. Meir verschiedene religiöse Ent- 
scheidungen erwähnt 3 ). Von Würzburg aus begab er sieh 
nach Frankreich, wo er hauptsächlich unter der Leitung R. 
Jechiels b. Josef aus Paris studierte 4 ). Wie lange er in 
Frankreich verweilte und wohin er sich von dort aus begab, 
wissen wir nicht. Wir wissen nur, dass er den grössten 
Teil seiner Jahre in Deutschland zubrachte, und in ver- 
schiedenen grossen Gemeinden den Rabbinatssitz inne hatte. 
Nach Back 5 ) war die chronologische Reihenfolge seiner 
Rabbinersitze Kostnitz, Augsburg, Würzburg, Rothenburg 
Worms, Nürnberg, Mainz. In Würzburg amtierte er vor 
1272, wo er nach Rothenburg kam. In seinen Werken 
findet man sonderbarerweise keine von ihm selbst in Würzburg 
abgegebene Entscheidung, erst seine Schüler erzählen uns 
von solchen. So erzählt uns Samson b. Zadok einen gottes- 
dienstlichen Gebrauch seines Lehrers 6 ). R. Salomon b . Adereth 
berichtet von folgendem Fall, der seinem Lehrer R. Meir zur 



1 ) Nach der Berechnung Back's (Rabbi Meir) S. 87 gegen Gross, 
der ihn einmal 1230 und dann wieder 1235 in Würzb. sein läset; Msch. 
1871 S. 236; 1886 S. 375. 

2 ) Mord, moed katon § 925. 

3 ) Taschbaz § 165 und § 356; Hag. maimuni h. sabbath cap. 29 
nr. 20. 

4 ) Ibid. § 302. 

6 ) R. Meir S. 41; Renan, les rabbins Francain erwähnt in seiner 
Biogr. R. Möirs (pag. 452) den zweimaligen Würzburger Aufenthalt R. 
Möirs mit keinem Worte. 

a ) Taschbaz § 207; :nißBH»n tvnvs rwy pi So heisst es in der von 
Wiener Msch. XII erwähnten Taschbaz Handschrift: hier ist wohl 
wirklich Würzburg gemein " 



— 17 — 

Entscheidung vorgelegt worden war: A hatte dem B Geld 
geliehen, und ohne auf das Prosbolgesetz *) zu achten, Hess der 
Gläubiger das Erlassjahr herankommen. Als er nach Ablauf 
desselben auf seiner Forderung bestand, machte der Schuldner 
die nach jüdischem Gesetze eingetretene Verjährung geltend. 
Beide kamen vor R. Möir in Würzburg und er entschied 
darüber 2 ). 

Einst wollte die Würzburger Gemeinde einen neuen 
Vorbeter anstellen, stiess aber bei einem Teil der Gemeinde 
auf Widerstand. Der Vorbeter beschwerte sich darüber beim 
Bischof und durch dessen Intervention gaben auch die Gegner 
ihre Zustimmung. R. Meir rügt in einem Schreiben diese 
Art der Einsetzung von jüdischen Beamten und erzählt: 
Zu den Zeiten des Abihaesri wurde einmal in Köln ein Vor- 
beter eingesetzt. Um diesen zu ehren, veranlasste ein Jude 
den Erzbischof Engelbert, den Vorbeter zu sich zu rufen. 
Der Erzbischof nahm ihm den Hut vom Kopfe, setzte ihm 
denselben wieder auf und sagte: „Ich ernenne dich hiermit 
zum Vorbeter". Und der Vorbeter erwiderte ihm: „Mein hoher 
Herr, das gottesdienstliche Amt eines Vorbeters kann ich 
aus deinen Händen nicht annehmen". Er verzichtete freiwillig 
auf den Posten, obgleich die Gemeinde ihn schon vorher 
dazu kreiert hatte. In R. Meirs Schriften finden wir nicht 
selten Antworten auf Anfragen, die man an ihn richtete, 
auch nachdem er bereits längst das Würzburger Rabbinat 
mit einem andern vertauscht hatte, wobei er sich oft bei 
seinen Entscheidungen auf Würzburger Vorfälle und Gebräuche 
beruft. So erzählt er uns von einer Entscheidung R. Isaks 



*) Die von dem Mischnalehrer Hillel festgesetzte Anordnung, nach 
welcher man sich durch die Abgabe einer Erklärung beim jüd. Gerichte 
dagegen sichern konnte, dass die Vorschrift des Erlassjahres nicht miss- 
braucht werde. Eine solche Erklärung nannte man „Prosbol" (itqbg ßovXfj) 
siehe Kohut, Aruch complet. Bd. VI lit. B, p. 417. 

2 ) Resp. ed. Hanau nr. 1097; piiarw» niD *&b «a wye; Back glaubt 
auch in Resp. Ascheri nr. 77 denselben Fall vorzufinden ; es wäre dann 
hier die eigentliche Quelle über s. Würzburger Amtstätigkeit. 

2 



- 18 - 

in Würzburg. Einst wären nämlich am Samstag beim Thora- 
lesen zwei Bräutigame anwesend gewesen, die beide auf das 
„Aufrufen" Anspruch zu machen hatten. R. Isak habe ent- 
schieden, dass man einen Abschnitt teilen solle 1 ). Bezüglich 
einer Anfrage, ob der kleine Balken des Erub weiter als eine 
Handbreite vom grossen entfernt sein dürfe, beruft sich R. Meir 
auf Würzburg, wo er eine solche Einrichtung gesehen habe 2 ). — 
In Würzburg berechnet man die vom Manne als Gegengäbe 
der Mitgift bestimmte Summe von 100 litra zu 200 M. Diese 
Berechnung, sagt R. Möir 3 ), entbehre jeder Begründung, indem 
die Voraussetzung, dass unter litra das Gewicht einer litra, 
also 2 Sekukim zu verstehen, falsch sei; denn wäre dieses 
Gewicht gemeint, so müsste dies durch die Bezeichnung 
NDwb HNO bpr\ü näher angegeben sein und da dies nicht der 
Fall sei, so habe man unter litra das Zahlpfund zu verstehen. 
Ferner entscheidet er drei aus Würzburg an ihn gerichtete 
besitzrechtliche Anfragen 4 ). 

Dass ein Mann von solcher Bedeutung und solchem 
Ansehen einen grossen Schülerkreis um sich gesammelt 
hatte, lässt sich leicht denken. Kein jüdischer Lehrer des 
Mittelalters durfte wohl so zahlreiche und so gelehrte Schüler 
die seinigen nennen, als R. Meir. Zu seinen Füssen gesessen 
zu haben, galt als das grösste Glück, war aber auch zu- 
gleich die beste Empfehlung für den Gelehrten. 

Als seine bedeutendste Würzburger Schüler dürfen wir 
wohl bezeichnen: R. Menachem b. David und R. Hillel 
b. Esra (Asriel). Auch sie richteten, als sie bereits die 
Schule des R. Meier ben Baruch längst verlassen hatten, immer 
noch, und zwar meistens gemeinschaftlich, ihre Anfragen an 
ihren Lehrer 6 ), wenn auch die Anrede, die R. Meir an beide 
richtete, eher darauf schliessen lässt, dass sie seine Kollegen und 



*) Resp. ed. Berlin nr. 17; Litt. d. syn. Poesie p. 611. 

*) Resp. ed. Cremona nr. 51. 

8 ) Ibid. nr. 95; ed. Prag nr. 284; cf. Back p. 51. 

4 ) Resp. ed. Lemberg nr. 343; 357; 388, — ed. Cremona nr. 23. 

6 ) Cremona 423. 205. (63 nur Menachem). Prag 92. Lemb. 357. 388. 



— 19 - 

nicht seine Schüler waren; denn er legte ihnen die ehren- 
haftesten Titel bei, nennt sie in der Anrede „Freunde und 
Vertraute". Cohn 1 ) meint, es sei nicht unmöglich, dass 
dieser Hillel der Vater oder Grossvater des Mordechai 
(gest. 1298) war, so dass, da Mordechai ein Schüler R. Meirs 
war, Hillel der Schüler des Freundes seines Vaters, resp. 
Grossvaters, gewesen war. Menachem b. David unterschreibt 
zusammen mit R. Menachem b. Natronai 2 ) den Nachtrag zu 
einem Rechtsgutachten betreffend die Gemeinde Stendal. Er 
war demnach mit ihm gemeinschaftlich im Berufe tätig. 

R. Menachem b. Natronai, ein hochangesehener Tal- 
mudgelehrter, war Verwandter 3 ) und Zeitgenosse R. Meirs 
Rothenburg. Er wird gewöhnlich mit seinem Beinamen 
Kobelin (Kopplin) aus Würzburg angeführt, hauptsächlich 
in dem Werke Mordechai des R. Ascher 4 ). Er muss lange 
Zeit in Würzburg gelebt und gelehrt haben, denn er wird 
schon 1289 als magister universitatis Judaeorum Herbipolen- 
sium 5 ) erwähnt. 

Als nämlich Bischof Mangold von seinen Juden eine 
ausserordentliche Steuer von 30 Pf. Heller auf die Dauer 
von 10 Jahren verlangte, welche er vermutlich zur Abtragung 
einer Schuld brauchte, (die Summe sollte an den civis 
herbipolensis Volvelin dicto Rufo bezahlt werden), da ver- 
pflichtet sich die jüdische Gemeinde für den Nichtzahlungsfall 
dieser Schuld, in platea nostra de qualibet domo pignora 
sufficientia zu sammeln. Ausserdem verpflichtet sich die 
Gemeinde noch bei Strafe des Einlagers und der Judenschule, 
beim Wegfall eines von ihnen für einen Ersatzmann zu 
sorgen. Als Repräsentanten der Gemeinde (universitas 

1 ) Mordechai b. flillel S. 20. 

2 ) Ed. Lemberg 108. Über ihn siehe weiter unten. 

3 ) Ed. Prag nr. 34; Back S. 110. 

4 ) Baba batra cap. IX S. 259 -nMiD pfenp »ai nasan »mwum i"n dmd "in 
p-na. D. Amsterd. Ausg., Gittin c. IV S. 149. Über den Namen Eoplin 
siehe auch Zunz ges. Schriften II S. 62. 

5 ) H. B. IX, 55; nach Zunz, Zur Gesch. 94 und Löwenstein, &ur- 
pfalz 4A wohnte er schon etwa 1280 in Würzburg. 

2* 



- 20 - 

Judaeorum Herbipolensium) fungieren 12 Vorsteher *), an deren 
Spitze als Judenmeister (magister Judaeorum) der Rabbiner 
(magister) Eobelin, die für die Erfüllung der in der Ur- 
kunde verschriebenen Summe verantwortlich sind 2 ). 

Cohn vermutet in ihm den in den Responsen Maimunis 
so häufig angeführten R. Kubil, den Verfasser des Kobez 
und der Nemukim 3 ). Der Cod. 14 4 ) der Jews' College in 
London enthält eine Entscheidung R. Eublins in folgendem 
Falle. A. hatte dem B. eine Summe geliehen; dieser wollte 
sie unter dem Vorwand, das Erlassjahr (Schmitta) entbinde ihn 
davon, nicht zurückbezahlen. Doch der Gläubiger (A) machte 
die Einwendung, er sei im Besitze einer Prosbol-Urkunde 
gewesen, die er aber verloren habe. R. Kubil entschied, A 
müsse die Wahrheit seiner Aussage beschwören und B. dann 
die Summe bezahlen. — Als im Jahre 1307 viele der aus 
Frankreich vertriebenen Juden sich in Deutschland ansiedeln 
wollten, wurde von Kaiser Rudolf für die Erlaubnis hierzu ein 
Tribut von 30000 Mk. verlangt. Zu der Synode in Mainz, 
wohin Rabbiner und Vorsteher vieler jüd. Gemeinden zusammen- 
kamen, um über die Aufbringung dieser Summe zu beraten, 
entsandte die Gemeinde Würzburg ihn als ihren Vertreter 5 ). 

*) Auch die Namen der Vorsteher der Gemeinde sind in der Ur- 
kunde enthalten. Sie heissen: Lyebentruet, Selic, Mäkele, Daniel, 
Josebel, Lyebermann, Salman, Isaak, Jakob, Minnemann, Schoneman. 

*) Kr. Archiv in omiss. libr. F. 556; Mon. boica 37, 446; 38, 13; 
Leng. reg. II 53. Die Bemerkung Bresslau's in H. B. X, 127, bei An- 
führung dieser Urkunde „Die Mitgliedschaft eines Rabbiners wird nicht 
erwähnt, wie denn überhaupt die Existenz eines solchen in W. urkundlich 
nicht bezeugt wird", ist uns unbegreiflich. Abgesehen davon, dass unter 
magister kaum ein anderes Amt zu verstehen ist, heisst es in einer 
(S. 31) erwähnten Urkunde Bischoff Gottfrids „einen Judenmeister den 
man Nennet einen Raby". 

8 ) GA 18 zu Hü. mechira; GA 23 zu hü. schiroth; GA 19 zu halwaah; 
GA 14, 15 zu niske mamon. 

4 ) wo iBo; Ein kasuistisches Werk des R. Abraham, Bruder v. R. 
Möir Rothenburg. Auf S. 229 findet sich obige Entscheidung beginnend 
mit den Worten piiamiD yhznp 'nn D&a »nKXO. 

6 ) Chaim or sorua 34a, 110; Brüll, Jahrb. VIII 61 u. A.; Wiener 
in der Msch. 1863 S. 171 A 



— 21 — 

Im Jahre 1330 erwähnt ihn Abraham b. Moses als seinen Lehrer 
in der Vorrede zu J^BD 'PI 1 ). Neben dem oben erwähnten 
RGA. findet sich in den Schriften seines Verwandten R. Meir 
manches Schreiben an ihn 8 ). 

Das traurige Jahr 1298 hat den beiden genannten 
Rabbinerfamilien Menachem b. Natronai und Menachem 
b. David wohl am meisten geraubt. Die Würzburger Mär- 
tyrerliste weist nicht weniger als 10 Söhne und Töchter 
des Rabbiners R. Menachem auf, welche als Opfer der grau* 
samsten aller Judenverfolgungen damals den Tod erleiden 
mussten 3 ). Es werden genannt: 

1. David mit Frau Ogia. 

2. Frau Frodlin mit ihrem Schwiegersohn Jakob. 

3. Gnennlin mit Sohn, Tochter und Enkel. 

4. Jonathan mit Frau Pesslin und Tochter. 

5. Meir mit Frau Dolce und 3 Kindern. 

6. Menrel mit Frau Richeit und Kindern. 

7. Natronai mit Frau Jachlin und Sohn. 

8. Frau Recheltraut, die alte, mit Tochter und Enkel. 

9. Samuel mit seinen beiden Söhnen und seiner 

Tochter. 
10. Simon mit Frau Jente, seinen 7 Kindern, seinem 
Schwiegersohn Mäkele, dessen Frau Sprinzlin, 
seinem Schwiegersohn Jakob b. Samuel und 

dessen Frau Memlin 4 ). 
Endlich haben wir noch als Schüler R. Meirs in Würz- 
burg zu nennen R. Meschullam b. R. Meir 5 ). 



*) Löwenst. Kurpfalz 5A; Zunz, z. G. 94 (hat Eoppelin); vergl. 
noch Michael 527; Back. 19; Mon. boica 38, 13 nr. 8 d.d. 25. Nov. 1289. 

*) Ed. Lemberg 843; cf. Resp. maim. h. Mispatim nr. 6; ferner 
ed. Prag 34; resp. maim. hil. Kinjan nr. 12; ferneT hil. Ischoth nr. 31. 

8 ) Salfeld S. 377. 

*) Im Anhang (I) ist die Grabschrift eines Mose b. Abraham, der 
im Jahre (n) in Würzbarg den Märtyrertod starb, enthalten. 

•) Hagahoth 807 [286] 284. Gross im Magazin X 81 ; Ozar nechmad 
II 145 f., hierbei ist statt 'a*no besser zu lesen 'arme, da ersteres ohne 
Sinn; Cohn, Mordechai b. fiillel untersucht den Ort weiter nicht. 



— 22 — 

Hier muss noch erwähnt werden R. Hiskijahu, der 
ungefähr 1270 in Würzburg lebte. Er war ein Schüler des 
N'SBH 1 ). Josef Kolon erwähnt ihn in seinen Rechtsgut- 
achten (nr. 160) als seinen Respoudenten. 

Gerade zu jener Zeit, wo die wilden Horden der Kreuz- 
fahrer schonungslos gegen Juden und Judentum wüteten, — 
und der Hass der fanatischen Menge richtete sich noch 
mehr gegen das Judentum als gegen die Juden — , da 
scheint in Würzburg ein jüdisches Geistesleben geherrscht 
zu haben, wie selten irgendwo. Denn die Quellen, welche 
uns von dem Würzburger Martyrium berichten, melden uns 
zahlreiche Rabbiner und Gelehrte, die in Würzburg gewirkt. 
So fiel R. Elia b. R. Samuel, des gelehrten 2 ), seine Frau 
Hanna und sein Sohn Jakob. Ferner R. Jechiel, Sohn 
des Rabbiners R. Ephraim, seine Frau Joie und ihre drei 
Kinder; R. Chanlim, Sohn des Rabbiners R. Ephraim, 
seine Frau Bela und seine zwei Kinder. 

Der Vater der beiden, der Rabbiner R. Ephraim, 
Sohn des gelehrten R. Abraham, seine Frau Rahel und 
3 Kinder wurden im Gemeindebade ertränkt 3 ). An demselben 
Tage kamen noch um: der gelehrte R. David, Sohn des 
Rabbiners R. Meir, seine Frau Gnenna, sein Sohn Vital 
und seine drei Kinder; R. Josef, Sohn des Rabbiners 
R. Nathan 4 ), seine Frau und ihre vier Kinder. Der gelehrte 
R. Simon, Sohn des Rabbiners R. Jakob halevi, wurde 
in seiner Wohnung erschlagen, von den Feinden auf die 
Strasse geschleppt und dort aufgefunden 5 ). Ferner wurden 

*) Seder hadoroth S. 104; s. auch Köre hadoroth. Cohn, (Morde- 
chai b. Hillel) schliesst aus der Identität dieses Besponsums mit einem 
andern, wo Hiskijahu aus Magdeburg genannt ist, dass bei Kolon eine 
Verwechslung der beiden Hiskijahu vorliegt. 

2 ) Salfeld S. 363 vermutet in ihm den in der Besp. B. MSirs ed. 
Crem. 126 und 162 erwähnten B. Elia. 

8 ) Salfeld a. a. 0. 

*) Wohl der Wiener Begg. 108 nr. 23 genannte magister Judaeorum. 

5 ) BGA. Sichron Jehuda, Berlin, nr. 92 des B. Jehuda Ascheri 
behandelt eine Anfrage seiner Witwe betr. ihrer Wiederheiratung. 



— 23 — 

getötet der Rabbiner R. Isak, Sohn des R. Nathan, und 
die Kinder seiner Schwester, der gelehrte R. Meir, Sohn 
des Rabbiners R. Eleasar, des Predigers 1 ), R. Simcha, 
Sohn des Rabbiners R. Jakob halevi, seine Frau Dolce 
und ein Knabe; R. Isak, Sohn des Rabbiners R. Nathan, 
seine Frau Brunlin, eine Tochter und ein Sohn 2 ). 

Den Vater des im Jahre 1298 gefallenen R. Meir, 
nämlich R. Elieser oder Elasar hardaschan, der Prediger, 
finden wir ungefähr 1250 in Würzburg. Er führt diesen 
Titel, weil er mit dem Rabbineramte auch das eines Predigers 
versah und in letzterem wohl als besonders hervorragend 
galt 3 ). Sein Vater war R. Mose b. Eleasar, seine Mutter 
hiess Golde und war die Tochter R. Samuels, des Vaters 
R. Jehudas, des Frommen 4 ). Eine Sage erzählt von ihr: 
Sie war längere Zeit in der Ehe kinderlos. Da machte sie 
R. Jehuda der Fromme darauf aufmerksam, sie müsse sich 
mehr in Verborgenheit halten, wenn sie sich zum Tauchbad 
begebe. Sie folgte und genas bald eines Knaben, des 
späteren R. Elieser Darschan 5 ). 

In seinem Werke öematrijoth 6 ) bezeichnet er selbst 
einen frommen Samuel, der kaum ein anderer als der Vater 
R. Jehudas war, als seinen Grossvater 7 ). Die Gattin unsres 
Rabbiners Eleasar hiess Schona seine beiden Söhne waren 
der gelehrte Meir, der, wie oben erwähnt, 1298 den Streichen 
der Kreuzfahrer in Würzburg erlag, und Moses Asriel, 



*) Siehe weiter unten. 

•) Salfeld a. a. 0. Im Kobez al jad 1887 finden sich 2 Klage- 
lieder, die B. Tamar b. B. Menachem und B. Abraham halevi verfasst 
haben. Eine Dritte, von B. Mose b. B. Elieser hakohen verfasste Elegie, 
welche die in W. im Jahre 1298 eingetretene Katastrophe genau schil- 
dert, und die Berliner, ibid., aus Ms. 86 Hamburg mitteilt, geben wir 
wegen der Schönheit der Sprache im Wortlaut wieder, s. Anhang (II). 

a ) Ibid. 

*) Brülls Jahrbuch IX p. 46 A. 

5 ) Ibid. 

e ) Siehe weiter unten. 

7 ) Brüll Jahrbuch a. a. 0.; H. B. XIV 65; Epstein in Msch. p. 449. 



— 24 — 

der, wie wir sehen werden, sich ebenfalls in Würxburg auf- 
hielt. Von R. Eleasar wird folgende Episode erzählt: Als er 
einstens am Neujahrstage in seinem Lehrhanse in die Posanne 
blies, hörte seine Frau, wie jemand dabei lachte. Auf ihr 
wiederholtes Befragen, wer dies wohl gewesen sein möge, 
eröffnete er ihr, dass dies der Prophet Elia gewesen sei, der 
ihn, weil er die Schofartöne nicht mit dem rechten Klange 
hervorzubringen vermochte, ausgelacht habe *). 

Seine schriftstellerischen Leistungen waren bedeutend 2 ). 
Er ist hauptsächlich bekannt als Verfasser eines Kommentars 
zum Jezira-Bnch 3 ) sowie eines aus Zahlen und Buchstaben- 
deutungen bestehenden (Gematrijoth) Werkes über den 
Pentateuch 4 ) und einer Zionide. Der Lehrer Eleasars war 
R. Jakob Halevi, wie er dies in seinen Gematrijoth selbst 
mitteilt In der Berner Handschrift des kleinen Aruch wird 
eine Erklärung des R. Elieser hadarschan aus Würzburg 
angeführt 5 ). 

irr^N Harn TV pro idw 'd moir6 vnwvn ipn bo lp^n 
y^ idk (rraimo y») Tramo ytrm ixshx wai \xh ->c*n 

. 6 )ppnou3 nAmn svv omp nn«i jhbd^ yn 

Nach Bär (Kinnoth p. 135) hat das Klagegedicht JTO 
T»H nnctf *3ä mW die Überschrift Jttmn H^D 13 Tb6k '^ 
JTOSniC, wonach die ohnehin als falsch nachgewiesene 
Angabe des Dresdener Machsor-Manuscripts (Zunz Littg. 320) 
zu berichtigen ist 7 ). Im Werke Arugath habosem des R. 
Abraham ben Esriel 8 ) wird erwähnt: BTTO "ITJ^N 'in 

J ) Brüll IX p. 22 wie 6 der Sagen. 

*) Brüll V. 88 A; Zunz, zur Gesch. 105; H. B. XIV, 64. 

*) cod. Leipzig XXX (Epstein). 

*) cod. München 221, 10; Beschreibung derselben in H. B. XIV, 64. 
Die Bearbeitung dieses Ms. ist bereits von dem Herausgeber der vor- 
liegenden Arbeit in Angriff genommen. 

6 ) Perles in Grätz Jubelschrift p. 3. 

6 ) ibid.; Zunz Lgsch. 320. Perles Beiträge etc. 145ff. 

T ) Brülls Jb. V, 89 A; cod. Merzbach 25b. 

8 ) Frankel-Grätz XXVI, 360; XXXI, 316; er schrieb gegen 1240; 
Magazin XIII, 167; Epstein in Msch. EI, 449. 



— 25 — 

rma'pa row -nn y© 'n im nrroff mw 'n und im 

Machsor Nürnberg 216 b heißst diese Stelle, ibd TiVVW W 

ntyc*? -ra p^en nraw ran na ddi> zwd p*? jarnn iijfot 7 n 

D'JT© *)• Unserem R. Eleasar ist ferner eine im Siddur 
Herz Treves (ed. Thiengen) zum 1313 Gebete mitgeteilte 
mystische Erläuterung zuzuschreiben, in welcher die Worte 
Tim bv "W '03 n^in \Ppt '^EHDl sich finden 2 ). Die Zionide 
T3^JJ "6tt6 ^NtCT) N^PI ]VX des Elieser aus Worms wird im 
Machsor Ms. der Dresdner Bibliothek (Note 31) irrig unserem 
K. Elieser zugeschrieben 3 ). Abulafia in Jellinek 4 ), Beth hami~ 
drasch nennt ihn ebenfalls. Ein Vetter unseres R. Eleasar, 
Moses Saltmann, war ein Sohn Jehudas des Frommen 5 ). 
Im Testamente warnt ihn Jehuda vor den Würzburger 
Rabbinern, die damals wohl wegen ihrer Strenge verhasst 
waren 6 ). niSSTia C'JWJn rfaflDCS «3^ *6lP WD 133^ iTO* 
Welche Personen er dabei im Auge hatte, wissen wir nicht; 
das aber können wir aus der Bemerkung ersehen, dass eine 
Anzahl Gelehrter auch damals in Würzburg gewesen 
sein muss. 

Der erste, über den uns Näheres zu berichten vergönnt 
ist, ist R. Mose b. R. Eleasar hadarschan. Nach Auf- 
zeichnungen Eleasars b. Jakob, genannt Salmon von St. Goar 7 ), 
war er der Tochtersohn Jesaias, aus Weil der Stadt, welcher 
mit Fromet, einer Tochter des Kölner Rabbiners Jakar b. 
Samuel, verheiratet war 8 ). Er war am Ende des 13. Jahr- 
hunderts (ca. 1280) Rabbiner in Sachsen, wahrscheinlich in 
Erfurt, und kam dann nach Würzburg. Hier hatte er eine 
grosse Schülerzahl um sich versammelt, war Vorsteher einer 

*) Ziemlich, Das Machsor Nürnberg Berlin 1886, S. 53. 
2 ) Brüll, Jb. IX, 45. 

*) Zunz, Lgßch. 320; J&raceky, Juden in Erfurt, S. 5. 
*) IU S. XLII1; Zunz, Lgsch. 622. 

6 ) Epstein a. a. 0. Gross, „Die Söhne R. Jehuda hachasid' 
betitelten Artikel erwähnt diesen Sohn überhaupt nicht. 

6 ) cod. Hamburg 320, 2. cf. Brüll, IX, 34». 

7 ) H. B. IX, 24. 

8 ) Salfeld 379. 



- 26 — 

na 1 ^ *), Rabbiner und Prediger. Schon als er in Erfurt Rab- 
biner war, scheint er mit den Rabbinern von Würzburg und mit 
R. Meir Rothenburg in regem schriftlichen Verkehr gestanden 
zu haben 2 ). R. Mose unterschreibt 1272 als Vorsitzender 
eines Dreimännerkollegiums eine Scheidungsurkunde, der 
folgender Fall zu Grunde lag: Eine ehebrecherische Kinds- 
mörderin Sara, deren Gatte Isak gegen sie klagend auftritt, 
wird nach eingeholtem Bescheid der Erfurter und Würzburger 
Rabbiner, sowie des R. Meir Rothenburg zur Annahme des 
Scheidebriefes gezwungen 3 ). Die Bescheidenheit des R. Moses 
zeigt sich am deutlichsten in seinen Briefen» wo er sich 
unterschreibt btfHW iWD tt^K *Al DJ^in 4 ). Im Werke des 
Mordechai wird er zweimal erwähnt 5 ). Auch R. Ascher 
b. Jechiel (twTin) (1250—1327) erwähnt ihn mehrfach in 
seinem Pentateuchkommentar mit den Worten ntCD '"1 'SO 
jttHin 6 ). So deutet er den Vers I. B. M. cap. 2, 8 anknüpfend 
an das Wort GIplD auf die Erzväter: vbx pn J7BJ vbw löto 

vb) cTpc «na: G^yrw udd Gip mnp: *iiW Gewann rna*6 
nrw*ro n:«ri3 mraa zrran o^pn ms» rrara r6w *roa 

G3'm3K ^NHD. 

Unser Würzburger R. Mose hadarschan wurde in jüdi- 
schen Schriften sehr häufig mit R. Mose hadarschan aus 
Narbonne verwechselt, der ungefähr 1069 lebte 7 ). Einem 
Mose b. R. Elieser hadarschan führt pn 'D cap. 2 an 8 ). Ferner 



*) HB IX, 24; Brüll V, 227. 

f ) Prag nr. 936, 966, 981; Zunz, gttesd. Vorträge 416. 

8 ) Resp. Maim. hil. Ischoth nr. 26; Besp. MSir Roth ed. Lem- 
berg 310; ed. Prag 955 u. 981. 

*) Resp. R. Möir ed. Berlin nr. 358; cf. RgA. Moses Minz Lemb. 
IIa; R. Möir ed. Prag 983; 965; 981; H. B. IX, 24; Perles, Beiträge 145. 

5 ) Schebuoth II ed. Riva 1168; B. Mezia 111; cf. Cohn 143; Brüll 
V, 89 kann letztere Stelle nicht nachweisen. 

6 ) Hadar skenim, Livorno S. 2 a u. 2b. 

7 ) Über diesen siehe die interessante Schrift Epsteins, Moses ha- 
darschan aus Narbonne, Wien 1891; ferner Hamagid 1874 pag. 232; 
Magazin 1886 pag. 176; ozar nechmad I, 107; Brüll VIII, 114. 

8 ) Epstein in der Msch. (N. F.) III, 449. 



— 27 — 

existiert ein Asriel b. Elieser als Verfasser eines Abschnitts 
im Midrasch Schoftim (Deut. 16— 21) l ). 

Das Todesjahr dieses bedeutenden Mannes ist wiederum 
mit blutigen Lettern auf den Blättern der jüdischen Geschichte 
verzeichnet. Es war das Jahr 1349, jenes Unglücksjahr, 
an welchem Würzburg zum dritten Male von den wüsten 
Scharen jener fanatischen „Glaubenshelden" heimgesucht 
wurde. Wiederum glaubte man am besten der „heiligen" 
Sache, der Ausrottung des Judentums, gedient zu haben, wenn 
man ihm seine Geistesheroen, seine Führer und Leiter nahm. 
Das aus drei Mitgliedern bestehende Würzburger Rabbinats- 
kollegium (Beth din) fiel dem Mordschwert der wilden Horden 
zum Opfer. An der Spitze stand der Oberrabbiner Mose 
hadarschan, mit ihm wirkten im Amte R. Goldknauf 
(Guldenknauf) und R. David 2 ). Die Hauptquelle für 
dieses traurige Ereignis bildet eine rührende Elegie Süsslins, 
die sich erhalten hat, mit den Worten "p-flN |VS beginnt 8 ) Der 
auf Würzburg bezügliche Teil dieses rwp lautet: 

T^HPK 'IHM ,713 '3 DHMn ,713501 Hop ,7133ff "KW m3mi 

1"W>3 W3 ,injno am -in ,3n*o cm tetro ,3m nnes 31 

T^wo nx unneb 3Ti ,tsm iirN ntro ,twn rwbun cn 

.Tte B*n id-nwi ion iw cm tet? ,^n na n wn 

„Würzburg, welches hoch und erhaben dastand, besass 
3 Häupter, hervorragende Gelehrte, die Meister Gold- 
knopf, einen beliebten Lehrer David, lauter wie Gold, 
beide vorzügliche Priester. Doch der erste unter den 
dreien war Mose, welcher predigte, die Anlässe 
der Sünde zu beseitigen 4 ). 

Das Mindener Memorialbuch von 1615 hat am Schlüsse 
einen 1\DV für diese Märtyrer 5 ). 



J ) Zunz, zur Gesch. S. 100. (cod. Oppeoh. 1017 Q.). 

2 ) Nach Zunz, syn. Poesie 41, hiess er R. David Cohn. 

8 ) Landshut, onomastikon II, S. IV. 

«) Salfeld, S. 366. 

*) Löwenstein in d. Zsch. d. Juden in Deutschi. I, 195. 



— 28 — 

Eckard v. d. Mamleite 1 ) erzählt von dieser Judenver- 
folgung und erwähnt, das» Simeon b. Levi, „der leiste Rabbi 
der Judengemeinde zu Wurzburg", sich mit 100 anderen Juden 
dem freiwilligen Flammentode geweiht hätte. Die Quellen 
keimen den Namen dieses Rabbiners nicht 

Die darauffolgende Zeit war für die Juden Würzburgs, 
denen die Rechte von den Bischöfen beständig geschmälert, 
ja ganz entzogen wurden, keine angenehme. Der Bischof, von 
dem sie völlig abhängig waren, verschenkte, wenn es ihm 
beliebte, ihre Schulen, Kirchhöfe, Häuser an andere. Da 
kann es uns nicht wundern, dass in dieser unruhigen Zeit 
der Gelehrte die Stadt mied, und daher mag es wohl kommen, 
dass uns lange Zeit keine Nachricht über die Besetzung des 
Rabbineramts bekannt ist Erst unter dem Fürstbischof 
Johann I. von Egloffstein erschien der erste Freibrief der 
Juden. Im Jahre 1403 (24. Dezember) verlieh er dem. 
Rabbiner Susslein die Freiheit, cL h. er befreite ihn nebst 
seiner Familie auf die nächsten 6 Jahre von allen Abgaben» 
er durfte Schüler annehmen, welche freies Geleite haben 
sollten, endlich wurde ihm die Vollmacht erteilt, seinen 
Glaubensgenossen Recht zu sprechen und sie zu bestrafen, 
nach seiner besten Einsicht 2 ). Es ist dieser Susslein wohl 
derselbe, den König Ruprecht in den Bann getan hatte. 
So erzählt Chmel in den Reg. Ruperti Regis Romanorum 
(Frankf. 1834 S. 137), König R. habe am 18. Nov. 1406 den 
Juden des Reiches befohlen, den Juden Susslein aus ihrer 
Gemeinschaft (ez sy husen, hofen, essen, trinken, reden gen 
vnd sten) auszuschliessen, da er denselben in einem Brief 
an die Frankfurter Juden, Dat Heidelberg feria VI ante 
festum Nat. b. M. Virg. 1406, aufgefordert hatte, den Bischof 
Johann von Wtirzburg, welcher ihn wegen widerrechtlicher 
Abnahme von Judengeldern zu Gericht geladen und rechtlich 
verurteilt hatte, dem er aber nicht Folge geleistet, sondern 
über den er noch dazu übel geschrieben hatte, binnen 4 Wochen 

J ) Novellen aas Frankens Vergangenheit, jüd. Fresse 1888. 
2 ) Aronius Reg. nr. 614. 



— 29 — 

Genugtuung zu geben, was aber nach acht Wochen auch 
noch nicht geschehen wäre. Am 29. Nov. erlaubt K. Ruprecht 
dem Würzburger Bischof (um ihn für seine Dienste zu be- 
lohnen), etliche Juden, Wölflin und Seligmann, welche mit 
dem gebannten Susslein Gemeinschaft gehalten, zur Strafe 
zu ziehen. Erst durch königlichen Brief vom 28. Juni 1407 
(Chmel 143) wurde Susslein aus dem Banne befreit. Wie 
lange Rabbiner Susslein in Würzburg wirkte, ist uns nicht 
bekannt. Sicher ist, dass er 1422 nicht mehr dortselbst war, 
denn von 1422 — 1444 wohnten Juden überhaupt nicht in der 
Stadt Würzburg. — Erst als Bischof Gottfried an die Regie- 
rung kam, war für die Juden, die wiederum Einlass bekamen, 
eine günstige Zeit. Einen Rabbiner jedoch scheinen die 
Juden in der ersten Zeit der Regierung Gottfrieds noch nicht 
gehabt zu haben. Denn als ihnen der Bischof im Jahre 1446 
ihren ehemaligen Friedhof um 300 fl. u. einen jährlichen 
Zins von 35 f. wieder verkaufen wollte, waren einige wegen 
des hohen Preises gegen den Ankauf. R. Chajim Eitzingen 
wandte sich daraufhin mit einer Anfrage an Rabbiner 
Jakob Weil 2 ), ob sie die auf dem Friedhof wachsenden 
Bäume verkaufen dürften, um den Erlös aus denselben als 
Beisteuer zu der geforderten Summe zu verwenden. Es 
wurde ihnen sogar gestattet, ihre Streitsachen durch ein 
eigenes Gericht zu entscheiden. Der Freiheitsbrief, den der 
Bischof ausstellte, erklärte den Rabbiner (Hochmeister) von 
Würzburg steuerfrei und gestattete ihm, nach seinem Belieben 
in seinem Lehrhause Jünger zu halten 3 ). Sowohl in Würz- 
burg als auch ausserhalb der Stadt dürfe er Juden vor 
sich fordern, in den Bann tun und nach ihrem jüdischen 
Rechte über sie Recht sprechen; falls ein Jude sich 
seiner Entscheidung nicht fügen würde, will der Bischof 
dem Hochmeister behilflich sein, bis der Ungehorsame zur 

*) Heffner S. 11 u. Beilage I; Aronius, Regesten nr. 409. 
2 ) BGA 49 ed. Hanau. R. Jakob Weil war damals wahrscheinlich 
Rabbiner zu Nürnberg. 

8 ) Grätz, Gesch. d. Jaden VIII, S. 195. 



— 30 — 

Strafe gebracht worden ist; solche Fälle jedoch, in denen 
der Hochmeister den Bann länger als auf 30 Tage verhängt, 
soll er stets vor den Bischof bringen, dem es dann zu- 
stehen soll, Busse und Strafe zu verhängen. Einen Mann, 
namens David, ernannte er 1447 zum Rabbiner vpn Würz- 
burg *), und erteilte ihm, samt seinem Weibe, seinen Kindern 
und seiner Habe, Schutz und Schirm. Wir glauben nicht, 
dass die Judenschaft solche vom Bischof ernannte Rabbiner 
anerkannt und ihren religiösen Entscheidungen sich gefügt 
hat. Da aber gerade aus dem Jahre 1448 eine in Würzburg 
ausgefertigte Ehescheidungsurkunde uns vorliegt, welche be- 
kanntlich nur von einem aus 3 Personen bestehendem Rabbi- 
natskollegium ausgefertigt werden kann, so dürfte unserer 
Vermutung nach wenigstens noch ein Rabbiner zu gleicher 
Zeit daselbst amtiert haben 2 ). Leider war diese Glückszeit, in 
der sich die Juden einer humanen Behandlung zu erfreuen 
hatten, nur von kurzer Dauer. Schon 1453 erlässt Bischof 
Gottfried seine neue Judenordnung, nach welcher sämtliche 
Juden aus allen zum Hochstifte zugehörigen Orte mit des 
Bischofs Geleit wegziehen sollten. Aber auch diese Ausweisung 
war nur von kurzer Dauer. Denn schon im Jahre 1467 hatte 
der Bischof Konrad von Würzburg 3 ) den Rothenburger Rabbiner 
Jakob mit der Verwesung des Rabbineramts in Würzburg 
betraut 4 ), ein Zeichen dafür, dass sich wieder eine ansehn- 

A ) Heffner Beil. 67 B. B. vom 26. August 1447; Aronius, Regesten 
nr. 625. 

2 ) Diese Urkunde, die wir im Anhange (III) mitteilen, entnehmen 
wir dem cod. 29 d. Jews'; näheres über dieses Ms. siehe Neubauer, 
Catalogue of The Hebrew Manuscripts in The Jews' College, London. 
(Oxford, 1886). 

8 ) Aronius, Regesten nr. 640: Bischof Johann III. befiehlt dem 
Juden Jakob zu Rothenburg, 13. März 1456, da augenblicklich kein 
Rabbiner in Würzburg vorhanden sei, das Amt eines solchen so zu ver- 
walten, als ob er in Würzburg sesshaffc sei. 

4 ) Breslau, in der Zeitschrift f. G. d. Juden in Deutschland, IV 
pag. 15; Heffner p. 73 schreibt: Fürstbischof Johann III., Herzog von 
Franken, übertrug das Amt eines Rabbiners für das ganze Land dem 
Juden Jakob zu Rothenburg; cf. Zschf. Gesch. etc. HI, 160. 



- 31 - 

liehe Anzahl Juden hier niedergelassen hatte 1 ). Das Schrift- 
stück seiner Ernennung lautet: 

„Wir x an Jacob Jud zu Rotenburg. 

„Nach dem vnnser Judischheyt In vnnserm Stifft durch 
„vnnser vorfaren seyligen begnadet vnd gefreyet sein also das 
„sie einem Judenmeister das man Nennet einen Raby In 
„vnnser Stat Wirtzpurg haben sollen vnd mögen der sie vmb 
„ire gebrechen wun sie die gewinnen mit jüdischem rechten 
„entscheiden möge. Nach Inhalt der freyheit darober sagen, 
„vnd wann sie aber zu disem male keinen Raby zu wirtzpurg 
„gehaben mögen beuelhen wir die solche ampt vnd sachen zu 
„handelen vnd dorinnen zu thun vnd zu lassen vff vnnser 
„widerruffen zu glejcher wejse Als ob du zu Wirtzpurg sesshaft 
„werest mit Beheltuns vnser buss vnd gerechtigkejt So wir 
„daran haben nach mejnuDge der guten freyheyt darvber be- 
griffen daran thustu vns zu Sundernd geuallen das wir in 
„gnaden gein dir erkennen. Geben zu Wirtzpurg Mit vnnserm 
„aufgetrucktem Insigel x " 2 ). 

Aber nur bis zum Jahre 1488 dauerte diese günstige 
Zeitepoche. In diesem Jahre kommt der Bischof Rudolf II. 
v. Schwerenburg, mehr aus Glaubenseifer als aus Habsucht 
ein erbitterter Feind der Juden, mit anderen gleichgesinnten 
Fürsten überein, das von seinem Vorgänger Gottfried erlassene 
Mandat zu Ungunsten der Juden zu erneuern. Damals scheint 
Würzburg keinen Rabbiner gehabt zu haben; denn als die 
Juden, die den tiefen Grund dieser Gesetze ja nur allzugut 
kannten, durch eine grössere Geldsumme die ihnen drohende 
Gefahr abwenden wollten, und auch die Heidingsfelder Juden 
aufforderten, sich zu gleichen Teilen daran zu beteiligen, da 



*) Nach Epstein (a. a. 0.) war nicht Jakob von Rothenburg der 
ernannte Rabbiner; die Urkunde lasse überhaupt nicht erkennen, wer 
damals Rabbiner zu Rothenburg gewesen; dass dem Rabbiner des nahe 
gelegenen Heidingsfeld dieses Amt nicht übertragen wurde, hatte seinen 
Grund darin, dass Heidingsfeld dem Kaiser gehörte und die Reichs* 
Juden von den fürstbischöflichen getrennt sein sollten. 

2 ) In I contr. Rudolf libr. f. 315. 



— 32 — 

wollten sich dieselben oder vielleicht nur ein Teil von ihnen 
davon ausschliessen 1 ). R. Mose Minz 2 ) erließs nun an alle 
Juden in Franken ein Sendschreiben, worin er sie mit ernsten 
Worten zur Einigkeit und zum Frieden ermahnt. Sie sollten 
innerhalb 14 Tagen nach Empfang dieses Schreibens eine 
Versammlung nach Würzburg berufen. Sollte aber auch da 
wider Erwarten keine Einigung erzielt werden, so sollten 
sie sich dem Richterspruch des R. David Sprinz in Nürnberg 
fügen, vor dem persönlich zu erscheinen auch die Gegner 
mit allen Mitteln gezwungen werden sollten 3 ). Auch mit 
dieser Ausweisung war es, wie es scheint, nicht ernst gemeint. 
Und wenn wir auch über das Leben der Juden zu Würzburg 
lange Zeit nichts erfahren, so scheint die Ausweisung doch 
-erst um das Jahr 1559 zu fallen, in welchem Jahre Bischof 
Friedrich v. Wirsburg vom Kaiser Friedrich II. die Erlaubnis 
-erbat und erhielt, die Juden auszutreiben. Im Jahre 1561 
sollte die Vertreibung stattfinden und im Jahre 1567 mussten 
die letzten fort, bis auf diejenigen, welche Freibriefe vom 
Adel hatten. Die noch übrigen vertrieb sein Nachfolger 
Julius Echter. Erst 1623 wurden die Juden wieder toleriert, 
Aber schon 1631 wieder vertrieben. Nur 3 Juden durften 
bleiben: Schimmel, Marx und Koselmann. 

Erst um die Mitte des 17. Jahrhunderts erfahren wir 
wieder von einem in Würzburg amtierenden Rabbiner. 



*) Mose Minz RGA nr. 1 spricht von der p"p Würzburg und der 
man Heidingsfeld. 

a ) Er war 1469—1474 Rabbiner zu Bamberg; 1474 kam er in 
derselben Eigenschaft nach Posen, wo er seine letzten Tage verlebte. 
Nach Eckstein habe er sich vor Antritt seines Rabbinats zu Bamberg 
kurze Zeit in Würzburg aufgehalten. Sein Sendschreiben aber kann 
unmöglich in die Zeit seines Würzburger- Aufenthalts fallen, welcher 
doch nach Eckstein vor 1469 war; es müsste denn sein, dass der, Reep. 1 
behandelte Fall, wie auch Grätz VIII, S. 195 A3 annimmt, schon 1453 
unter Bischof Gottfried dich ereignete. Nach Güdemann, Gesch. d. Er- 
ziehungswesens, III pag. 21 Anm. hat R. Mose Minz vor 1469 in Würz- 
burg Rabbinatsfunktionen ausgeübt. 

8 ) RGA ed. Krakau nr. 61. 



— 33 — 

R. Elia b. R. Jirmijahu Neumark, Rabbiner von Hammel- 
burg und dem Würzburger Kreis, ein äusserst frommer und 
bescheidener Mann, leitete eine vielbesuchte Talmudschule. 
Es scheint, dass er seinen Posten später aufgegeben und sich 
als Privatmann in Hanau niedergelassen hat, denn das Hanauer 
Memorbuch erzählt uns, dass er als Vorstand (rrDEl D^B) der 
Hanauer Gemeinde am Montag, 26. Schebat 5416 (1656), starb. 

Ein weiterer Rabbiner des Würzburger Kreises (P.2HD 
FlDJrpTl) war R. Jirmijahu. Von ihm wissen wir nur, dass 
er ein Zeitgenosse des Jair Chajim Bacharach (1638 — 1702) war, 
mit dem er auch in Briefwechsel stand 1 ); er starb l.Tebeth 5462 
(1702). Als eine kleine Probe seiner dichterischen Begabung 
kann uns ein im n"b"l^ iWp (Amsterdam 5467) enthaltenes 
Gedichtchen 2 ) von ihm dienen, das, die Bitte zu Gott um 
baldige Erlösung enthaltend, eine Fortsetzung des TWt^ TS* T1J7D 
sein soll. 

Auch von einem Nachkommen R. Jirmijahu's haben 
wir Kunde; als solchen bezeichnet sich der Drucker Hirsch 
b. Chajim aus Fürth in einem 1717 in Wilhermsdorf von 
ihm gedruckten Buche 3 ). 

Im Jahre 1666 gehörte R. Benjamin Seeb Weil zum 
Würzburger Rabbmatskollegium, wie dies aus einer Appro- 
bation hervorgeht, die er dem Werke rtJDtP nbrß, zusammen 
mit R. Wolf Traub, erteilte. Er wird auch im Werke selbst 
erwähnt, und zwar in einem RGA, wo er dem Verfasser des 

l ) In einem handschriftlichen Werke Bacharachs, im Besitz des 

Wiener Beth hamidrasch, wird von einem solchen Briefe gesprochen. 

Nach einer briefi. Mitteilung des Herrn Epstein -Wien ist besagtes MS. 

abhanden gekommen. 

*) rni mn *w — "peSö \)Y) w 

*np\ hnjüw DHMfi — "pH* nmw htu 

*tfyh onwi mn — nw ampn mm 

.in ihb ptapn — v*Bin nnapj bn ,j?mnn ^rhni 

*) Es ist dies das tobü 'd, ein «f j mit n^'i und jüdisch -deutscher 

Paraphrase; cf. Weinberg, „Hebräische Druckereien in Sulzbach" p. 56, 

bes. auch p. 88; Hirsch b. Chajim hatte sich seine Offizin in Wilhermsdorf 

im Jahre 1706 errichtet, vergl. A. Freimann, „Annalen der hebr. Druckerei 

in Wilhermsdorf", S.A. aus Festschrift zum 70. Geburtstage A.Berliners, 1903. 

3 



— 34 — 

Werkes, Rabbiner Samuel Meseritz, der wegen verschiedener 
innerer Streitigkeiten das Landesrabbinat Bamberg wieder 
verlassen hatte, Trost zuspricht und wünscht, dass er bald 
wieder die frühere Stelle einnehmen möge 1 ). 

R. Moses b. Israel war Lehrer und Rabbinatsassessor 
(pH) in Heidingsfeld- Würzburg. Er wurde Moses Hammel- 
burg 2 ) genannt, weil er aus Hammelburg stammte, wohin 
er im Jahre 1671 auswanderte, als über die Gemeinden Fulda 
und das zum Fuldaer Stifte gehörige Hammelburg eine Juden- 
vertreibung verhängt wurde 3 ]. Wahrscheinlich kam er von 
hier aus in das nahe gelegene Würzburg. Er ist der Verfasser 
zweier, von grosser Gelehrsamkeit zeugender, Werke 4 ), eines 
Kommentars zu den Sprüchen der Väter, genannt rVÜN rP2, 
und eines zu den Stufengesängen Davids, sowie zu Psalm 104, 
von denen aber nur der letztgenannte Psalmenkommentar 5 ) 
gedruckt ist. 

Von 1699—1712 fungierte in Würzburg als Rabbiner der 
„ausgezeichnete Mann seines Zeitalters" 6 ), R. Josef Traub oder, 
wie er sich zu unterschreiben pflegte, Benjamin Seeb Wolf 7 ). 
Er wurde zu Frankfurt a. M. als Sohn des Alexander Traub ge- 
boren. Im Jahre 1670 finden wir ihn bereits als Rabbiner von 
Platzfeld, von dort kam er 1683 nach Mainz 8 ), wo er 4 Jahre 
Oberrabbiner war. Im Jahre 1687 wurde er als Ober- 
rabbiner von Hessen mit dem Sitze in Witzenhausen berufen. 



*) RGA. nr 27; cf. Eckstein 161 A 3. tyi pwnn un« by na* oitoa 

.i&y rot pi taw 'anv nnic i&ipn 

2 ) Benjakob schreibt Hilburg, der Cat. Bodl. nr 6472 Heilbarg. 

8 ) Löwenstein, Magazin XVI 1889 p. 259, macht schon darauf auf- 
merksam, dass R. Mose bei Kaufman L. V. S. 226 in der Aufzählung der 
Exulanten Hammelburgs fehlt. 

4 ) Hei dingsf eider Memorbuch. 

5 ) Er wurde von Israel b. Meir aus Prag in der neu von ihm ein- 
gerichteten Druckerei Wilhermsdorf im Jahre 1712 gedruckt, 4°, 12 B1L; cf. 
Freimann a. a. 0. und Fürst I 360, II 398. 

6 ) Sehern hagdolim hachadasch S. 18 s. v. 

7 ) Cf. Jakob Saslavers Nachalath Jakob d.d. Mainz, 1. Jjar 1686. 

8 ) Forts. Zemach David ed. Frankfurt 67 b; Resp. Ghawoth jair 
235 a. 



— 35 — 

Erst 1699 treffen wir ihn in Würzburg, wo er mehrere Jahre 
hindurch als Rabbiner tätig war 1 ). Der Rabbinatssitz muss 
damals schon Heidingsfeld gewesen sein; denn von dort aus 
sind mehrere Briefe datiert, in denen er religiöse Anfragen an 
R. Ahron S. Eaidanover in Frankfurt richtet 2 ). Verschiedene 
Werke tragen seine Approbation an der Spitze; so gab er 
solche dem Werke Chacham Leb, ed. 1693, dem zweiten Teile 
des Nachalath schibah, den RGA. Chawoth jair 1677^ Er stand 
mit den bedeutendsten Gelehrten der damaligen Zeit in 
Korrespondenz 3 ). In Frankfurt a. Main, seiner Vaterstadt, 
starb er hochbetagt im Jahre 1712 *). 

Das Veitshöchheimer Memorbuch erwähnt einen Ge- 
lehrten, R. Nathan b. R. Jehuda, der als Rabbiner des 
Würzburger Kreises sich durch Bescheidenheit und Gerechtig- 
keit, sowie durch sein Bestreben die h. Lehre zu verbreiten, 
einen guten Namen erworben haben soll 5 ). 

R. Nathan Ahron Esriel b. Chajim war ebenfalls 
Rabbiner des Würzburger Kreises. Näheres ist uns über ihn 
und den vorigen Rabbiner nicht bekannt. 

Hierauf wurde Landesrabbiner von Würzburg (und später 
Friedberg) R. Salomon Rothschild. Sein Vater Isak 
Rothschild war Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Frank- 
furt a. M. und ist als Stammvater der Freiherrn v. Rothschild 
von besonderer Bedeutung 6 ). Isaks Frau Edel starb im Jahre 



*) Chawoth jair 235a; in Resp. Nachalath schibah nr. 27 und 70 
bezeichnet er sich selbst als solchen. 

*) Resp. Emunath Schemuel nr. 40, 69, 60; David Grünhut, 
Migdal os 9 a. 

*) Resp. Eben haschoham des R. Eljakim Getz nr. 58, Waiden, 
Sehern hagdolim hachadasch I S. 18. 

4 ) Carmoly, Isr. Schulblatt II 159; Brüll, Centralanzeiger f. jüd. 
Litt. S. 80. 

6 ) Das fleidingsfelder Memorbuch, das diesen Rabbiner ebenfalls 
anführt, erwähnt nicht, wo er amtierte. 

6 ) Pollak, Vorrede zum Sehern hagdolim; Levysohn, Nafschoth zadi- 
kim nr. 41. Wolf in Msch. 1869 S. 379. Hazephira, Jhrg. 20 nr. 84 p. 
347. Horovitz, Frankfurter Rabbinen II 29; Eckstein 167«. 

3* 



-\ 



— 36 — 

1694 und wurde in Walsdorf begraben 1 ). R. Salomon Roth- 
schild wird auch häufig, insbesondere von seinem Sohne 
Samuel Bacbarach, genannt 2 ). Seinen Sohn Mendel Roth- 
schild, der 1686 Rabbiner zu Bamberg wurde, hat er, wie 
aus R. Seckel Ethausen's RGA. hervorgeht 3 ), selbst unter- 
richtet; dabei verpflegte er täglich, wie verschiedene 
Memorbücher von ihm rühmen, Talmundbeflissene in seinem 
Hause. R. Mendel erzählt, dass in der Eheangelegenheit 
eines Würzburgers, namens Getz b. Koschmann, von seinem 
Vater R. Salomon ein Gutachten gefordert worden sei 4 ). In 

» 

Würzburg approbierte er das Werk nWttf n*?rD, Fft. 1666, wo 
er sich Biupnil p"p H^D nennt* 

Einen Rabbinatsassessor R. Meir aus Würzburg erwähnt 
Ethausen in seinen RGA., über dessen eigenmächtiges Vor- 
gehen bezüglich der Chaliza-Urkunde wir durch zwei Briefe 
des Bamberger Rabbiners Mendel Rothschild an R. Seckel 
Ethausen Kunde erhalten 5 ). 

Der nächste Landesrabbiner, über den wir zu berichten 
haben, ist R. Israel Fränkel 6 ) aus Wien, ein Wiener 
Exulant. Er war der Sohn des Koppel Fränkel (st. 1670), 
der als der reichste Jude Wiens galt 7 ). Bei all seinem 
Reichtum und seinem Ansehen war dessen Hauptbestreben 
gewesen, in den Kindern Liebe zum Judentum und lebhaften 



l ) Ihre Grabschrift lautet nach Eckstein 1. c. : nv* nuDB ne p"tb -iJ tf n 
.niorrt pH nW»n jnu «in nnava «poion bs p ftj v*io»nV rpty nnn» njwi rrop ?uun 
V't -rwei*» jofn Yhima Vn« pion rüoto bv* mo nuain r\*t\. Demimob starb 
R. Salomon schon vor 1694. 

*) Approbat. zu Nachalath schibah und Pi schnajim, Sulzb. 1702 
<jf. Weinberg No. 45; Kaufmann, L. V. S. 203; Hanke, Juden in Augsb. 
8. 159; Eckstein S. 167. 

s ) RGA. Or neelam nr. 31 (Ethausen war Rabbiner in Schnaittach, 
Marktbreit, Aschaffenburg, Mainz und Pfersee, wo er 1765 starb). 

4 ) Ibid. 

5 ) Ibid. nr. 30 und 31. 

6 ) Das Memorbuch von Veitshöchheim erwähnt einen R. Mose 
Israel b. R. Jakob Kopplisch halevi, der wohl mit R. Isr. Fr. identisch ist. 

T ) Kaufmann, L. V. S. 88. 



— 37 — 

Eifer für das Studium unserer h. Lehre zu erwecken. Da- 
her berief er, wie uns berichtet wird, zum Lehrer unseres 
damals noch jungen Israel den berühmten R. Ephrajim 
Kohen, späteren Rabbiner zu Ofen (1666), den Verfasser 
der RGA. DnBK "W 1 ). Seine Mutter, also die Frau des 
Koppel Fränkel, hiess Zortel und war eine Tochter des an- 
gesehenen R. Abigdor Gez. 2 ). R. Israel Fränkel war ver- 
heiratet mit Chaile, der Tochter des angesehenen Juden Reis 
aus Wien 3 ), von deren Frömmigkeit der Umstand zeugt, dass 
sie vor ihrem Tode einen prächtigen Thoravorhang für die 
Heidingsfelder Synagoge stiftete. Zuerst Rabbiner in Holle- 
schau, kam R. Israel dann in gleicher Eigenschaft nach Un- 
garisch-Brod, von hier nach Pinsk und zuletzt nach Würz- 
burg, woselbst er 1695 — 1700 Rabbiner des Würzburger 
Kreises war« Das Heidingsfelder Memorbuch rühmt ihn als 
einen äusserst frommen und wohltätigen Mann. Im Jahre 
1695, also gleich im ersten Jahre seines Amtsantrittes, sprach 
er in der Synagoge zu Heidingsfeld über diejenigen, welche 
DJ" DHD trinken 4 ) einen Bann (Din) aus. Anderseits verfasste 
er aber auch einen an jedem Sabbath im ganzen fränkischen 
Kreise zu verlesenden "]TatP ^ü für die, welche keinen ünD 
DJ" trinken. Sonderbarerweise findet sich im Heidingsfelder 
Memorbuch nur eine kurze Erwähnung dieses TTatP ^D, dessen 
Wortlaut wir aus dem Veitshöchheiner Mb. mitteilen: 

.D?awro nfrnpn bai ,^npa rra? na msnapa na&n rote *?aa 
*d bz nx tw wn ff"n n w io apjm pnjp oma« wnaK Tratf ns 
p ahm/D nu« ono arm vb\ 9 ahnir\ bv nw dhdd onnwn 



*) Im Vorwort zu demselben sagt er : unra n*aa «:»n p'p*? ^apn:» ny 
by a»w ]*sp'T ua ojn bPi »An S»mp n'nna oonen n»ajn DoniBoni a»nan pstpm iwnn 
Smw* n'-nnoa pnaiön ain nnn oipoa nVn« rmn n»? npn^ ny Saa oip» ina»u 
*e»o^ ro»-ie lmw y»Dvn finn Aya tot oyi K"y» mma p*pi d"ii T*an » w : »An 
kb»»"A mb»odi, cf. Weinberg, Nr. 18. 

2 ) Löwenstein, Msch. 1898 S. 277; Fränkel, Inschriften d. alten 
jüd. Friedhofs zu Wien 1855 nr. 328. 

8 ) Memorbuch Heidingsfeld. 

*) Siehe weiter, Seite 42. 



- 38 - 

ontny cai D^iyn mod onnw d^ijj ^ oraa jti on^aa 
djw pm jn «r?m*n jn nt&mpn wrnin m D"y ncana 
Dipon ,wuho^ y)n in niam wranoa p rn ran d^hbqd 
lanani ,o^:a *mi oua wirft lan ,ddu ^ netw Diar oto* 
lan d^djjd aftv nwa nratwi *» w*rft ian otiKDai r»ua 
D'pmn pa ,D^a:ya lowon po wntsfti ,0'non wwft -nojft 
n^i ,d^id rrwp ,DWi»n wikd rftiEQ lrrawai ,cwdk new 
^n«* fta oy ouna nanaa la-iawi qwp nwo *?aa nrftsm nana 
,rmjwn ncon p» ,um*6 lato *a iy o^am own iaan ,orpna 

.|D« "10*01 ,D^loni PDW! ptf. R« Israel scheint ein bedeutender 
Talmudgelehrter gewesen zu sein, wie aus einem gelehrten 
Briefwechsel mit R. David Oppenheim aus dem Jahre 1691 
hervorgeht 1 ). Zu zahlreichen Druckwerken ist seine Appro- 
bation eingeholt worden, ein Zeichen dafür, dass man ihn 
als Autorität auf talmudischem Gebiete betrachtete. So 
approbierte er unter anderen Mose Grafs HtPö ^Hp^ 2 ), 1696. 
Sein, der Pflege des Gesetzesstudiums und frommer Werke 
geweihtes Leben, beschloss er am Freitag, 12. Ab 5460 (1700) 
und wurde auf dem Friedhof zu Altersheim begraben. Er 
hinterliess zwei Söhne, R. Simeon und R. B ermann Kitzingen 3 ), 
von welchen der erstere, wenn auch nicht direkt, sein Amts- 
nachfolger im Rabbinat Würzburg wurde. Der unmittelbare 
Nachfolger R. Israels war: 

R- Israel Elieser b. R. Nathaniel. Über diesen 
Rabbiner, dessen Milde das Heidingsfelder 4 ) Memorbuch 
preist, ist uns gar nichts bekannt worden. 



*) Niachal David III 10, 11, 15; IV 5; Kaufmann, L. V. S. 179 A. 6. 
') Kaufmann, 1. o. 180 A; vergl. Mose b. Simon Hasans nn*aon o*jb 
im Vorwort. 

3 ) Kaufmann, 1. c. nach B. Meir Perls Stammtafel ; dass in der 
Tat auch Bärmann ein Sohn Israels war, findet Löwenstein, Kur pf alz 
S. 283 auf dem Titelblatte der Haftara Jona mit Kommentar, Frankfurt a. 0. 
1770, bestätigt. 

4 ) Auch das Hardheimer Memorbuch führt — nach einer Mit- 
teilung des Herrn Dr. Löwenstein — diesen Gelehrten auf. Das Veits- 
höchheimer Mb. preist ebenfalls seine Milde und Gerechtigkeit. 



— 39 — 

R. Eli es er Elsas s, dem das Heidingsfelder Memor- 
buch sonderbarerweise keinen Nachruf widmet, scheint sich 
um die Heidingsfelder Gemeinde sehr verdient gemacht zu 
haben« Unter seiner Ägide wurde im Jahre 1688 die 
chebrath gemiluth chassadim gegründet Im Buche dieses 
Vereins sind aus dem Jahre 1722 die von ihm getroffenen 
Anordnungen verzeichnet. 

R. MordechaiJitlich (Jeiteles) aus Prag war ebenfalls 
Rabbiner des Würzburger Kreises. Von seinem Vater R. Ber 
Isachar *) Jitlich, der Rabbiner in Prag war und am 3. Tamus 
5546 (1786) starb, werden, neben der Tiefe und dem Reichtum 
des Wissens auf talmudischem und j (id. sprachl. Gebiete, ins- 
besondere seine Kenntnisse auf dem Gebiete der Astronomie 
und der Botanik gerühmt. R. Mordechai war 10 Jahre lang 
Rabbiner des Würzburger Kreises; über sein Wirken ist uns 
nichts Näheres bekannt. Das Heidingsfelder Memorbuch 
hebt seinen Fleiss und seine beispiellose Bescheidenheit 
hervor, sowie auch, dass er allgemein beliebt war und infolge- 
dessen ganz besonders betrauert wurde. Das Wormser Mb. 2 ) 
erwähnt seinen am Freitag, den 18. Siwan 1731 (X^H), ver- 
storbenen Sohn Israel und lobt dessen Frömmigkait und Ge- 
lehrsamkeit. 

Auch die Frau R. Israels, Feil, Tochter des R. Josef 
Tiglingen, starb in Worms am Montag, 20 Adar I desselben 
Jahres. Ein Bruder unseres Mordechai hiess ebenfalls R. Israel 
und starb in Prag am Sonntag, 11. Tischri 5454 (1793). 

Der folgende Rabbiner des Würzburger Kreises war 
R. Simeön Fränkel, der Sohn R. Israels aus Wien. 
Seine Frau Rechlin war eine Tochter des Bär Oppenheim 
von Worms. Ihr Gatte Hess, wie uns das Heidingsfelder 
Memorbuch erzählt, zu ihrem Andenken die Psalmen auf 
Pergament schreiben und stiftete dieses Buch der Heidingsfelder 
Synagoge. Seine Tochter Frummet war mit Moses, Sohn des 



') Das Veitshöchh. Mb. hat b. R. Sinai Jissachar. 
2 ) ed. Berliner S. 37. 



— 40 - 

Jakob Uri Carlebach, Vorstehers der jüdischen Gemeinde zu 
Heidelberg, verheiratet; sie starb am 17. Mai 1773 in Mann- 
heim 1 ), ß- Simeon war zuerst Rabbiner im Kreis Schwarzenberg 
und Grabfeld, wurde dann Rabbiner des Würzburger Kreises, 
welchen Posten er 20 Jahre „würdig" (PIMPD in«nw T\Ti) 
verwaltete. Im Jahre 1715 erliess er „vor der Traubenlese" 
eine, 18 Punkte umfassende, Verordnung über die Herstellung 
von Koscher - Wein, welche, zu Wilhermsdorf gedruckt, 
folgenden Wortlaut hat: 

runea CQtwn bmun ^ -133 -raoi ^D3 nw» ->3n 
nannn .p-in« m-6 ie>d^ onsio naio n w ne*o rrasnm 
■wk im n:ion 1« qjn ,-inon nytra -rcana pm rwy bw 
ns* rwro "hm* icwon po mntc^i phcb6 pdu iyc^ 

.-isu nnwo 
':in d^opd nc^n dw ppanw is 3« -an? metyp an (« 

.top T»K 'X» pDID PH p IM pnpp IS PIN "Dm 

pstyn nm nyn *?n öiü pon? *piN -^yp njn *pia p pm (2 

• .bud nab bu toou tw njn im pßw *pa 
pa^ is "iB^pp yn t>m p 'jin bpk öto *p» b6k dpi ix: (5 
ijn cor*? ntotop njn *piK P «^« irara nomy yn i»i 
.pn }k pm e*j neA ^nw wk ijn 'w p^ nrp 
is lö^pp «h for die p*s is ppto "ito^yp cjn jyo pm (n 

.|«p p*6 t^n tppu wbx pn oö«ova 
pp6a mto^yp )k na^ ^ö'j wk cyn p*6 iw hp th ^w (n 

.p* pst>yn d^n *?kt mn* ijn p^a -ran p^s 
is ix p^s ttik mn> ny-i ra- mKAyp nyi p« pwas oyn (1 

.paan j*m jpm pp nc:fr ^p^n ^ c ^ 1W "W 1 ' m pwkw 
pm cyn rix ^m wk mn bwi p3n-}B ^DitoB»a yn (t 
b6k f)ip pa p« mn ]^n p« pev «n etk 1 ? 7 jik Bajra penw 
^■nn^ "an ^"ixn pto:in roxn praas p'N *)ip ^yrym pm 

.prwo itto -is> "inyo jm p> p^yr om 
p]nx onnm in pam is to:n lyn to^o ix pmw is pm oyn (n 
nea^ ^10^: 1:^ lyn . vpxn ]&& nin' ijn «6« no pscoyi is 

.pn x»3 ijn y»:: p^p 



') Löwenstein, Kurpfalz S. 238. 



J 



— 41 — 

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di« d«d wn ny paua ot p« :»«n to«n^ pm prtmn 2'"» 
jnnrn pn ntyan pe p-un -ibmi to*?«p e*b cib pp:jnw 
^nw w« Tjn TNT pr nran otw 12« }«p .itwn tti b*ö 
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-ptyp ps pDwn babv cjn no nvp isn pi:n -.n« cmn ctd 
dto -m« pt n:onn ■» cmn pr b'd pio nran yn "ui« 
"Di« öjiw *p« pd -iy i?m p«n cmn -pro onin 
nwn« w a\nsb pd ji« p^kü pn« Tijfr p« p»«s cjn *p« 
"nj£ oyn *p« 2^«n pctp p^«? nvm« jrn wn p3*ntp pp nn 

.d«d cjn *p« 3^n :i« 
*p« «6« ^ico w« n>22 p pr E«n pj^ mn> njn -a« jjm («'"> 
cmn i« jjm -rcaa i«iis ijni vxb rnnn« j*t n^ cjn 
D*s ^« s'sy ny *?«t j«p pn t™: n2« um nyn cmn -pro 
1« -ui« -uiw j« pr«o pro B«on tt '3i« pcnyj m« p« 
cronn arm p« ^pn: tw 21« pajo uied« ^«n '31« pbb«jt 
.ctta^jn iy tti« jd«: p« p-oiT ppn? ram p^tr« bu ':i« 
n^22 toD«oya tid« ':w pijmw ^nTD^oys nra pv j«d ö«n (2"> 
^Tin^ ^ cmra onino p« to«n rvb p tom w« t«p m«ni^en 
taxh 'y\x p cyi ps cop:nto ':!« mn^ im:« j^« Bcip i«m 
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onin -pro cmn pd -n« ]^2«n i« ibyp po bubv cjn pd 
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ponnnö is to P 1 « ö'o J'oy: 102« p« «n j^o b6« ?t«^> 
«9^ i« i«p jdw d«d cy- pi« r^p>: tno^ w« ijn w«"i 

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— 42 — 

bv o*aiöD kh pn riynu nuw pk tw -ikto b^6 pp toavi (-n 
b*j "inj pk in*» p pan b:np;i ptc6 an ?*m *a^jm pn n©on 
^»bn 'jik pk ü^k :kb k«yi pm ijn pa pjnt ^e iy ioa 
p© iy ptoyn jpt inj wnt bnh p^w "i© -iy pa pikt 
um bdnb ijn i^bn b6n ymo iyc pn b^k urwTO o^an 
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pk cnn p« nehvp -ßn *pK ^nw wn ü^n pm öspä pn 

.njm np p ny pm b6n ot itn idj tj> . 
nt&HKn pjni i^axnco^ ^nw wk ]»p p© p pp pk -pn ^w (ve ' 
3« Tim cn bvin^ 'jik pn*6 *pN o^n B©*?yn mn^ ijn 

T1H TPI c6b>3C ^© ^m pj*OE ^M WN pp INI *?NT 

.patp pip 
oiyjnw -nm Bim pijma tpitd onDj» noa p» bnh iyo (t"b 

.pi*6 pytotr |n *pn -rora pp n*n p pp -u»p 
pn» üjn p» dn© px on* pm oyi -OB^a "»n tnii -p^ff Nn (n 
.ppaniBn» n« ü^oy© 'ya -pSBtcny p -int: -iya^N *?nt eh** 
wk ojn p&6 jm mn 1 ny-i W pnr ix pbra dn^d ijn pn (rP 

.fö^yn bw mir "iyi pn pm na 1 ? fcou 
]yo oan pnw BaN pt -ijd6b*k ^nt pBpyi© m .»W* 
jn üwnp bvnan *an iN^a in pijma tpitd D^oy© noa iw enpi 

KTD'KD 'BTIDfcA DipD ^DD ^TO IHO HDiyi yZtTID IJD^K P« XN 

pcopji© ^ü^yoyD ^k vfcn nnnw in« rnnTta ttud ?yo p« 
vwvi onn ojn |« T^öBns o^y oyi ö-wna 'w pnjni ito^«ny: p^nt 
v^©«p ^Kntß^ "ptiid nucn Tonn pwn ann ^m nio o« >an« 
1DW e^ysipn p"p3 no:Dn rras N w n p p"n rws nDi3^ p^-« idt 
.pum: "id>d enh ^yn ann pwn vwi nw 'o oyi in .cown 
n:no tdk ^nan iiKon wam imio in© pn«n pDfc6w pn üppdi 
D^iy cyi 'jin py^jnN© w itti nano T© am ovsp ^nna 
naiy ü^nt nyn iwn on:© onnai p |3 yt&nn 1 ' Dina pe^n w jn 
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- 43 - 

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tü*k NStf Nson d*oi pwoopj; tto runo nn urrii unio 
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p-ap rar dpi in eijni pna 'jik ßrram onn -dij? p* «m wnn 
örta wp vna öns na p»jök naip pa d^n n"^ rmpn a»a 
am p^nt la^cv to? d"jj no ^ rn*6 mw pno^ tmrn 
jw naia i^p «am djot yöwro pi a^n ^y qhpd to-un 
rono Taw ^nan -nwon iraii umo jkd jH-Mn poK^a 
nmnnna ffö-nmm :nnrwi i"d owpn cum o^itan *prco 

aio hd in ja iai nw bv -rcon o-np ■fcpöjpn p"p ns 

.pp&oDncnn^ii p"p n© Dsnf 

Ein Exemplar dieses interessanten Zirkulars befindet 
sich im Privatbesitz des Herrn Jonas Ansbacher in Würzburg, 
•dem wir für die gütige Überlassung bestens danken 1 ). 

An der Menge der bei ihm eingeholten Druckappro- 
bationen können wir ersehen, dass er weit und breit den 
Huf eines Gelehrten genoss. Wir nennen 1702: GJJ iTWn 

*)]E>n rmay 'e, Offenbach; naDD-i nrat by w pcoa nyo 

Wn mala Wilhermsdorf; 1706: 1^ )Tff by Q^n onVü, ibid.; 
1707: noan nnWl 'D, Frankfurt; niTP na 1W1 n'lff, Frank- 
fürt; 1708: OHD2 n^KTD; 1717: das von seinem jrnnö in 
Druck gegebene T»n ISO, Wilhermsdorf; 1719: 'ffrm'D 
maina by 2b p"ino; 1722: jnifiT pop 'D, Offenbach. Am Sonntag, 
den 23. März 1727 (R. Ch. Nissan 5487), starb er zu Heidingsfeld. 
Das Rabbinat blieb nicht lange vakant, denn schon am 
23. Mai 1727 wird vom Fürstbischof die Wahl des an 
R. Simeons Stelle kreierten R. Jakob Lob aus Reckendorf 
zum Landesoberrabbiner bestätigt. Das Dekret lautet: „Nach- 
dem Sn. hochfürstlichen Gnaden die ihm angezeigte Wahl 
„de 8 Jacob Lob zu einem Rabbiner in Heidingsfeld gnädigst 
„bestätigt und genehm gehalten haben, also ist darüber gegen- 
wärtiges Dekret unter seiner hochfürstlichen Gnade hoher 

*) Freimann, „Annalen der hebr. Druckereien in Wilh.*, erwähnt 
dieses Zirkular nicht. 

*) Löwen8tein, Kurpfalz p. 238; Kaufmann, 1. c. 



— 44 — 

„Hand Unterschrift und aufgestempelten Dekretsiegel ausge- 
fertigt und den Supplikanten sowohl zu des neu erwählten 
„Rabbiners Legitimation als der gesamten Judenschaft zur 
„Darnachachtung zugestellt worden. Christ. Frantz 1 ). 

R. Jakob, ein Sohn des R. Arje Lob aus Reckendorf, war 
anfangs Rabbinatsassessor in Pressburg , wo er eine grosse 
Anzahl Schüler um sich gesammelt hatte und Vorsteher einer 
Talmudschule war. Als er nach 9 jährigem Wirken daselbst 
zum Rabbiner von Wallerstein berufen wurde, drangen die 
Pressburger in ihn, er solle bleiben, und er willigte schliesslich 
auch ein. So blieb er noch 9 Jahre in Pressburg. Als man 
ihn aber i. J. 1727 dann zum Rabbiner des Würzburger 
Kreises erwählte, da zögerte er nicht länger. Fast 16 Jahre 
lang war es ihm vergönnt, hier segensreich zu wirken, bis er 
am Samstag, 28. Nissan 5502 (1742), starb. 

Das Heidingsfelder Memorbuch sagt von ihm: 

DD-»EHDn brm pwn a-in wm wvo ra;w n« im* 
m*A p 2 tt pr\ p: n"a p'w ora rv ^ mn im* apjn TTmo 
ipm iüb) -\üb "wn *p*rupjno ^sr a^ "n« tytd nucn pnx 
ittdi nj»2 onirca jnu 2Msn idw na-n üHvbn "poym nupn 
yttn a-s p n p ncir tmcn ma 'amnc na^o nat6o nwit 
— n^«n p"pi a-6 ^aprw -iy dw mW vxb *t©di Kj*n dw 
a ff E> p n p hmk rtana o imem cb6 ia-n "ino*? njn 'vn j*w 
now iajn nn*t oipo^ iddi iAw f6ioa «in pnx now runen> 
a'nw cw w&n ny not? miKnw rp wana nn« in« «rca 
anona mWsn mami ranoa D*ynn -ra« Ta*6 nfyrüi nty 
nwcm ia ia^ tvk im n« iä n&on ow ro^ anp tana 
netto «nn m -D»a ^kw üb lrrnno nptpm n*n |uwn tob 

Aus dem Jahre 1736 ist hier zu erwähnen R. Jechiel 
Heitzfeld. Er war der Sohn des Isak Hassfurt. Das Klein- 
steinacher Memorbuch nennt ihn rrasnm rüHEH \bltW) V©,. 
Vorsteher und Scbtadlan (Fürsprech) des Würzburger Kreises. 
In welcher Weise er sich für die Würzburger Juden ver- 
wendet habe, erwähnt das Mb. nicht. 



*) K. Kreisarchiv Würzburg. 



— 45 — 

R. Mose Lob Reckendorf, Sohn des vorigen Rabbiners 
und sein Nachfolger im Amte, war 2 Jahre Rabbinatsassessor 
{pH) in Heidingsfeld nnd im Würzburger Kreis. Verheiratet 
war er mit Vögele, der Tochter des R. Perez 1 ) aus Markt- 
breit Er verschied am Dienstag, 21. Tebet 5524 (1763). 

R. Jakob b. R. Isr. David Tevele Schames wurde 
von der Gemeinde und dem Land Würzburg zum Rabbiner 
-erwählt. Er lehnte aber aus Bescheidenheit ab und blieb 
Rabbinatsassessor und Gelehrter an der Wertheim'schen Klaus 
zu Frankfurt a. M., bis er starb, 1785. 

Am 10. August 1742 bestätigte Fürstbischof Friedrich 
Karl den von sämtlichen Vorgängern der hochstiftL Juden- 
schaft per vota mojora gewählten Rabbiner R. Ar je Lob 
Baruch Kohn zum Oberlandesrabbiner. R. Arje Lob, der 
älteste Sohn des berühmten Fürther Rabbiners R. Baruch 
Kahana und der Sara Chaja aus Grodno, ein Spross der also 
bekannten Rabbiner-Familie Rapoport, wurde 1693 geboren. 
Über seine Jugendjahre ist uns nichts bekannt. Obgleich 
«r ein bedeutender Talmudgelehrter war. wollte er in seiner 
Bescheidenheit keine öffentliche Stelle bekleiden. Er war mit 
der gelehrten Esther, Tochter des R. Gumpel Emmerich aus 
Wien und Wwe. des Jakob Speier aus Frankfurt a. M., ver- 
heiratet, die ihm ein reiches Heiratsgut mit in die Ehe gebracht 
hatte. Mit diesem Vermögen gründete er in Gemeinschaft 
mit dem Hofjuden Gabriel Fränkel in Fürth ein Geschäft, 
bei welchem er jedoch seine ganze Habe verlor. Nun 



l ) Erwähnt auf dem Titelblatt des p »s^pVo. 

*) Cf. Horovitz, Fffc. Rabbiner IV p. 34, Brüll IX. pag. 163. 
Im in dt» nebe die Trauerrede auf ihn. Löwenstein, Nath. Weil S. 
73 A . Leider müssen wir uns versagen, den herrlichen Nachruf, wel- 
chen das Memorbuch der Wertheim'schen Klaus zu Frankfurt a. M. ihm 
widmet, hier ganz anzufügen. Von seiner Wahl heisst es: pn nxp to 

inunuy m* ,i*M2 ^xn nnw nionfr ,i*iß} d»D2 ino&i ,i*M> rroi 9 i w 2*h vu*oi marvn 
.'wi nourö zvm «ps pn ,nonon -nas hz dko »a orrowpn nwhcfr ,on^y in* nr *r? 
*) VgL über ihn Carmoly, hoorfim ubne Jona; Daath kedoschim 
pag. 161; Löwenstein, Nath. Weil p. 70 A. 5. 



— 46 — 

mw m tt er rieh wieder eine Existenz svebea. wobei ihm der 
Ibrf seiner Tahnodgefebraamkrö sehr zo statten kam. Bald ward 
er zu Rabbiner toh Ottensoss, Sehnaittaeh, Farth und Hutten- 

baeh (Babbinat ; fci'ic), mit dem Sitze zu Schnafttaeh, gewählt, 
und Tersah dieses Amt bis zum Jahre 1733. 

Hierauf wurde er als Rabbiner des Würzburger Kreises 
berufen und wohnte in Heidingsfeld. Hier war auf Ein- 
ladung der berühmte Asnlai bei ihm zu Gast; dieser erzählt, 
er sei (773BC rTF^SC) zur Erledigung eines Geschäftes naeh 
Heidingsfeld gekommen und habe die Bekanntschaft des dortigen 
Rabbiners R. Arje Rapoport gemacht, der ihm manche Er- 
klärungen tahnndischer Stellen im Namen seines Vaters 
mitteilte 1 ). Viele Werke tragen Arje Rapoport's Druckappro- 
bation, u. a.: 

C VTVC C Fürth 1744. 

rrrr? urb pt c Fürth 1747. 

T(chw rem 'D Sulzbach 1755. 

mm EHC Sulzbach 1755. 

KZV* Ctnn CP C^TD Fürth 1760- 

DSfrK III. Tl. Sulzbach 1766. 

■P V'V ^8 rwtb m«Dn Berlin 1778. 

Y"&n ncbn nrrnn Fürth 1778. 

Zum Andenken an seine erste Gattin (Gella), die Tochter 
des Seeb Wolf Berg in Fürth, die in Heidmgsfeld starb, 
stiftete er für die Heidingsfelder Synagoge einen seidenen 
Thoravorhang 2 ). Nach 39 jährigem Wirken in seinem Amts- 
kreise starb er, 87 Jahre alt, am 21. Mai 1780 (Sonntag, 
16, Ijar 5540) zu Heidingsfeld und wurde in Allersheim be- 
graben. Das Heidingsfelder Memorbuch widmet ihm fol- 
genden Nachruf: 

Y"nP)D p« *Vp ^23 DD-)lDDn h^Ti JHOT1 pns imA p yjlT KTD 

*) Schein hagdolim, I, 40. R. Arje ist nur im Nachtrag erwähnt. 
Eigenstadt, Daath kedoschim 1. c. 

9 ) Heidingsfelder Memorbuch. Seine zweite Gattin starb 1768 zn 
Frankfurt a. M. 



— 47 - 

roaft onnoea na ktvpd p"p-i tdn ßniD»D*n k:hd ins 
wwi jjdj D«no ib*w p'pa üipo yzjk 'w bxn i^p wm 
■w*n im r\ynbi owfc iA rvprb kprw -6j»sppi p'p i*o i^rw 
'^nw n™ to u^y *)jmi K"jn < ^omn^pi rrarwi ronoa T'a«^ 
^aa |«a lronnM ^n» cor yto wi w "idde wnianoa -n» 
(rm)ri *)k nnn im jru to ^an n»p ijn laito dv ip wn p«n 
omni nwöb aipy te otc *pji ap lrwo irmn noan *sw wo* 
ontwi vpDöa idp ipiwi idpö «na^m vab* «nnyoir p^dd nppa^ 
marai tp ">n *n*w noi«n Sp in mn -w» dwi to in.o*6 no« p p 
nav Tjn rüpi -ip ibid -ijn lrfrnno :eiro inpisn icy 'n *» n« 
rfoflo ^ nan^a icpanii i»n w iddo rs>o mwr} nmon ip> 
urv« p yen^K p"p-i W fy lapoi p"e6 c"pn -i»n vto k ora 
inia: -fan maion im^j»i wyo "Den rnp-ix ]nai -icj? Tjft pK 
nnsm dp *\bp ^ rfen "i rra ^k *ron nma om: nannte 
ppa Dp dhk jnax nwo mieoi nan© dj c^nro romte rpmye 
iwsa^^yn "» Ybnsshz *)üd ranno *pa dtpdj w Djncs 
noa^ ranp W2*6 ]n: -»pöi np-oc to N*anr6 . # . r\wr\: 

:w dt -dkg hikd 

Am 17. Elul hielt ihm R. Tia Weil eine Trauerrede. Arje 
Lob hinterliess einen Sohn aus zweiter Ehe, Isak Kahana 
Rapoport, der ein gelehrter und tüchtiger Thoraschreiber 
war. Carmoly 2 ) sagt, er habe seine Schrift gesehen und zu 
bewundern Gelegenheit gehabt. 

Nach dem Tode R. Arje Löb's (1780) wurde Ju<la 
Katz (Jehuda Judel Kohn), nachmaliger Rabbiner zu Bamberg, 
zum Rabbiner berufen, nahm aber die Wahl nicht an, da 
ihm die Bamberger Gemeinde, „um ihn in Rücksicht auf 
seine ausserordentliche Beliebtheit an Bamberg zu fesseln ", 
bedeutende Gehaltserhöhung gab und seiner Frau Pensions- 
berechtigung zusicherte 3 ). 

Nun scheint ein 3jähriges Interregnum im Oberrabbinat 
geherrscht zu haben, wenigstens erfahren wir nichts von 

*) Gemeint sind die Besitzungen, deren Einwohner den Fürst- 
bischof zu wählen berechtigt waren. 

2 ) L. c. S. 18. 

3 ) cf. Eckstein, S. 175; Löwenstein, Nath. Weil S. 74, 3. 



— 48 — 

einem Oberrabbiner aus der Zeit 1780 — 83. Dagegen hören 
wir von einem Unterrabbiner, der zu jener Zeit und noch 
zugleich mit den beiden späteren O.-R R. Fahrenbach und Bing 
zusammen amtierte. Es war dies Koppel Hayum aas 
Schonungen, der von 1768 — 1815 im Amte war. Sein 
Dekret, das am 13. Dezember 1768 ausgefertigt ist, lautet: 

„Demnach von Sn. hochfürstlichen Gnaden auf die 
„von dem Judenamt abgestatte unterthänigste Relation, 
„der Koppel Haijum aus Schonungen, welchen die Juden- 
„vorgänger zum Unterrabbiner in Heidingsfeld wegen 
„seiner besitzenden Geschicklichkeit und guten Eigen- 
schaften ausersehen haben, in diesen Dienst qualität 
„gnädigst bestätigt worden ist. 

„Als wird demselben gegenwärtiges Juden Amtsdekret 
„zu seiner Legitimation darüber ausgefertiget und erteilet 1 ). 
„Zehner Iur. Dr. geh. Rat und Judenamtmann. 

Sein Gehalt betrug 125 f. und an Hauszins (Miets- 
entschädigung) 33 f. jährlich. Er amtierte zugleich mit dem 
O.-R., war Mitrichter und hatte die Pflicht, die Urteile 
gemeinschaftlich mit dem O.-R. zu unterzeichnen. Doch 
scheint er, nach zahlreichen Akten zu schliessen, mit dem 
O.-R. nicht gut ausgekommen zu sein. Am 2. März 1815 
fragt die K. Hofkommission bei ihm an, ob er, da bei der 
baldigen Neuorganisation des Judenwesens seine Stelle auf- 
hören solle, mit 500 f. jährlicher Pension zufrieden sei, was 
er in einem Schreiben bejahte. Wo er gestorben und 
begraben ist, ist nicht bekannt. 

R. Simeon Bunem Kahana Rapoport, ein Sohn des 
Wallersteiner Rabbiners Zebi Kahana und Enkel des grossen 
Baruch Kahana Rapoport zu Fürth, war mit der Tochter 
seines Onkels Lob verheiratet. Als diese bald darauf 
starb, heiratete er eine Frau, namens Ella. Dieser Ehe ent- 
«prossten 2 Söhne. Simeon Bunem hatte sich zuerst dem 
Kaufmannsberuf gewidmet und nach seiner Verehelichung zu 

') Kreis-Archiv Würzburg. 



— 49 — 

Heidingefeld ein Geschäft angefangen. Doch auch er war, 
wie sein Onkel, in diesem Beruf vom Glück nicht begünstigt. 
Rührend ist seine Erzählung in der Einleitung zu einem 
seiner Werke (s. weiter), wie sein Vater und seine Mutter 
sich darüber gegrämt hätten, dass er nicht mehr, wie früher, 
sich ganz dem Gesetzesstudium hatte widmen können. Als 
dann kurz nach dem Tode seines Vaters das Geschäft rück- 
wärts gegangen sei, habe er dieses als Omen betrachtet und 
in Pietät gegen das Andenken des Vaters dem Geschäfte 
völlig entsagt, um sich ganz dem Gesetzesstudium zu wid- 
men. Gott würde ihn nicht verlassen. — Und schneller, als 
er selbst geglaubt, kam ihm Hilfe. Die Gemeinde musste 
für die auswärtigen Rabbinatsfunktionen einen Hilfsrabbiner 
anstellen und hatte R Simeon als den geeigneten dafür 
befunden. Wenn ihm diese zeitraubende Tätigkeit auch 
nicht völlig zusagte, so enthob sie ihn doch der drückend- 
sten Sorgen. Nachdem er einige Jahre als Vertreter seines 
Onkels gewirkt hatte, erhielt er einen Ruf als Rabbiner der 
Gemeinde Marktbreit und des Schwarzenberger Kreises. Von 
hier aus kam er 1772 C?3pn), als sein Bruder, R. Isak, als 
Nachfolger seines Vaters nach Bonn übersiedelte, nach 
Wallerstein, von da wurde er .1788 als Nachfolger seines 
Bruders als Rabbiner des Rabbinates Bonn und des Ober- und 
unteren Rheinkreises (*Pj6p n^D) berufen. Er ist der Ver- 
fasser zweier Werke, der ]>"2tBHn H&TPn 1 ) (Novellen des R. 
Simeon b. Zebi) zu den talmudischen Traktaten Kethuboth und 
Gittin (Fürth 1779) und des f2Un mEHD 'D (Fürth 1807) *), 
eines Kommentares zu den Sprüchen der Väter und zu Psf. 
119 8 ). Seine Werke Hess er auf eigene Kosten drucken und 
jedem Liebhaber unentgeltlich zur Verfügung stellen. Unter 
seinem Vorsitze wurden am 5. Cheschwan 6562 (1801) die 
Satzungen der neu gegründeten jüdischen Gemeinde in Cöln 

*) Bei Girondi, Toldoth gedole jisrael, 8. 22a nr. 10 ist statt «"av-i 
richtig f"avn zu lesen. 

') Eckstein S. 175; cf. auch Löwenstein, Nath. Weil 74, 8. 
*) Brisch, Gesch. der Juden in Köln, hat fälschlich Ps. 118. 

4 



— äO — 



-, r ' - ■» 



estworfea, die aseb tob 

nd^ Er starb an Dien«**, IL Sisna 5676 9. Aprfl816 , 

» Bona od wurde in Rexndotf begraben. — 

Gleich naeh dem Tode dea R. Lob Baraeh .1380. selten 
ristthVhr Jud eu r or g äo ger an, daaa der Landeaobenabbmer 
am 21, Mai gestorben sei mit der gleichzeitigen Bitte, eine 
^Henlcfihmng* zu gestatten. 

Am 27. Hai Terlangte der Bisehof Berieht darüber, was 
in derartigen Sachen Braneh und Herkommen sei. 

Die Vorgänger erwiderten, dass nicht nur die bischöf- 
lichen, sondern auch die ritterschaftlichen Juden mitzuwählen 
bitten, da der Rabbiner für ganz Franken angestellt sei: 
die bischöflichen Juden hätten 3 /* der Stimmen, die andern 
% abzugeben. Es möchte so gehalten werden, wie bei der Wahl 
im Jahre 1742; jedenfalls sei es unstatthaft, dass das 
Judenamt sich eine Privat-Jurisdiktion über die Judenschaft 
anmasse. Auch seien die Sportein des Rabbiners nur von der 
Regierung zu regeln. 

Das Judenamt beantragte, dass von den ritterschaftlichen 
Juden 5 Mann schleunigst zur Kürung schreiten sollten, 
worüber ein Schreiben an die Regierung erging. 

1781* Namens der Ritterschaft in Schweinfurt erklärt der 
Judenfaktor Samuel Wolf in Niederwerrn d. d. 7. 12., 
dass sie noch nicht antworten könne, bis ein beim 
Reichsgericht anhängiger Prozess über den „Arnsteiner 
Vergleich" 2 ) erledigt sei. Die Wahl eines Oberrabbiners 

') Brisch, 1. c. II 148; Löwenstein, tiiogr. Skizzen S. 23. 

Ein bedeutender Gelehrter scheint auch der am 8. Tebeth 1804 (5564) 
in Heidingsfeld verstorbene R. Joel Scham es gewesen zu sein. Das 
Heidingsfelder Memorbuch rühmt ihm nach, er sei der Verfasser dreier 
den Pen taten ch erläuternder Werke, habe 42 Jahre lang der jüdischen 
Gemeinde seines Geburtsortes treu gedient, und viel zum Zustandekommen 
des Heidingsfelder Synagogenbaues im Jahre 1780 beigetragen. — 
Diesen Nachruf widmen ihm sein Sohn Jakob und der Heidingsfelder 
Gemeindevorsteher. 

') Siehe Seite 76. 



— 51 — 

sei hiebei einer der Vergleichspunkte; daher sei ihr 
Antrag, die Wahl des Rabbiners bis dahin auszusetzen. 

1782. Am 15. Januar erschienen, auf Vorladung des Bischofs, 
in Würzburg Dr. Wolfsheimer, Coppel aus Hochberg, 
Herz Lob in Kissingen, Lasar Bamberger und Joel Vehel 
in Heidingsfeld, die letzten beiden als Deputierte von 
Heidingsfeld und erklärten, dass sie der Prozess des 
Samuel Wolf nichts anginge; sie hätten gar nicht nötig, 
die ritterschaftlichen Juden mitwählen zu lassen und 
bäten daher, ohne die letzteren wählen zu dürfen. 

Die ritterschaftlichen Juden remonstrierten und schrieben 
unter anderm, die Vorgänger der Würzburger Juden wären 
nicht fähig, ein Votum zur Rabbinerwahl abzugeben, denn 
sie könnten so viel lateinisch wie hebräisch, und so viel 
hebräisch wie lateinisch. Der Bischof solle daher eine Depu- 
tation ernennen. 

1782. 6. April. Es wurde dekretiert, dass die Würzburger 
und die ritterschaftlichen Juden innerhalb 6 Wochen zur 
Wahl zu schreiten hätten. 

1782. 19. April. Der Bischof wies in eigenhändigem Schreiben 
den anmassenden Ton der ritterschaftlichen Juden 
zurück „dass man hiezu nicht stillschweigen und eine 
solche Benehmung lediglich übergehen können". 

Unterschrieben ist: Ludwig, B. H. zu B. u. W. 

Ohne Datum. Die Vorgänger zeigten der Würzburger 
Judenschaft an, dass, „nachdem per clementissimum 
„decretum d.d. 27. Juni die Eürung bewilligt worden 
„sei, in Gemässheit der zwischen den fürstbischöflichen 
„und ritterschaftlichen Rezesses zur Entwerfung einer 
„Taxordnung und eines Regulativs in Betreff der bei 
„Land -Oberrabbiner als erste Instanz vorgehenden 
„gerichtlichen und andern Handlungen der Zusammen- 
„tritt beider Judenschaften erforderlich ist, mit nächsten 
„Wochen die Vorgänger und Deputierte zusammen- 

„kommen werden, und den Landoberrabbiner küren 

4* 



— 52 — 

„und zugleich das Regulativ entwerfen werden. Das 
„Resultat werde alsdann pflichtschuldigst angezeigt 
„werden. 

1782, 31. Mai. „Hochwürdiger Reichsfürst, gnädiger Fürst 

und Herr! 

„Nach der von Ew. Hochfürstlichen Gnaden gegebenen 
„Weisung haben wir die Rabbinerwahl unterm 28S c. 
„vorgenommen und ist hiezu der Lob Fernbacher aus 
„Berlin und damaliger Rabbiner daselbst per vota ma- 
„jora ausersehen worden. Wir haben dahero hie von 
„die unterthänigste Anzeige machen, sofort selbigen als 
„hochfürstl. Würzburg Land Oberrabbiner gütigst zu 
„decretieren. Geh. Bitte stellen und schuldigster Unter - 
„werfung verharrende 

„Ew. hochfürstlichen Gnaden 
„unterth. Vorgänger und Deputierte 
„der hochfürstlichen Judenschaft. 

1782, 11. Juni. „Protokoll der Regierung. 

„Die Judenschaft habe angezeigt, dass sie den Low 
„Farenbach gewählt und dass „dieser Low" als Rab- 
„biner bestellt werden solle. 

„conclusio: Da die Juden nicht versichert seyen, ob 
„der Gekürte die Stelle annehme und es nicht schick- 
„lich, ihm das Dekret zum Voraus zu erteilen, so seien 
„die Vorgänger zu bedeuten, sie sollen sich zuvor ver- 
sichern, dass der Gekürte die Stelle annehme, als- 
„dann kein Bedenken obwalte, ihn als Landrabbiner 
„zu dekretiren. 

1782, 11. Juni. Erlass des Bischofs Ludwig an die Regierung. 

„Da ich in Ansehung der Judenrabbiner~Wahl mir erst 
„vom Judenamt ausfuhrlichen Bericht erstatten lasse, 
„weil es der Herrschaft nicht ganz gleichgültig sein 
„kann, einen von Weitem hergeholten ganz fremden 



— 53 — 

„Landrabbiner vor die Residenzstadt hinsetzen zu lassen, 
„hat die fürstliche Regierung bis zur Einlangung vor- 
bedachten Judenamtsbericht mit der Bestätigung noch 
„etwas einzuhalten. 

„Ludwig. 

1782, 6. Juni. Eingabe Samuel Wolfs, Judenrabbiners zu 
Niederwerrn, an den Bischof: 

„Ungeachtet dass bei der Wahl 10 Stimmen für mich 
„ausgefallen sind, hat es der nur allzubekannte Joel 
„Veitel, dann der Juden-Doktor zu Hetzfeld 1 ), durch 
„verschiedene Umtriebe dahin zu schieben gewusst, 
„dass ich ein Votum wieder verloren und ein Juden- 
„Rabbiner aus Berlin beschrieben werden solle. Ohne 
„die bei dieser Wahl unterlaufene widerrechtliche Ver- 
fahren nur zu berühren, kann ich nicht umhin, folgende 
„Umstände zur Beurteilung vorzulegen. Kurz vor der 
„Wahl war ein Ausschuss der Judenschaft bei mir in 
„meiner Behausung und trug mir die Stelle an. Da 
„mir der äusserst zerfallene Zustand und die häufig 
„eingerissene Unordnung nicht unbekannt waren, liess 
„ich mich aus blosser Liebe zu meinen Glaubens- 
genossen bewegen, den Antrag anzunehmen. Es er- 
„hellt daraus, dass ich mich nicht darum beworben, 
„sondern aufgefordert worden bin. Um so empfind- 
licher ist es nun, dass mir ein Fremder vorgezogen 
„werden soll. Ich getraue mir zu mit voller Gewiss- 
„heit zu behaupten, dass diejenigen Juden zu Hetzfeld, 
„welchen das Wohl ihrer Gemeinde am Herzen liegt, 
„mit der meinigen Wahl vollkommen zufrieden sind, 
„und nur jene solche zu hintertreiben bemüht sind, 
„welche aus den überhand genommenen Unordnungen 
„Vorteil ziehen. Es ist äusserst notwendig, den bei 
„der Hetzfelder Judenschaft obwaltenden Irrungen bal- 
digst Ziel zu stecken und wie wenig solches ein fremder 



*) Hetzfeld (Heidingsfeld), der Rabbinatssitz bis dahin. 



- 54 — 



I «J 

f » 



„Rabbiner vermöge, welchem die Kenntnis der Lands- 
„gewohnheit gänzlich abgeht und von welchem es über- 
„die 8 unbekannt, ob er seine Station verlassen und in 
Ansehung des Gehalts noch weit weniger bedeutende 
Stelle annehmen werde oder nicht An Ew. Hoch- 
„fürstl. Gnaden gelangt nun ein submissestes Flehen, 
„dass kein ausländischer Rabbiner angestellt werde, son- 
dern vielmehr, da dieses ganz allein von Ew. Gnaden 
„abhängt, der dortigen Judenschaft dahin Entschliessung 
„zu erteilen, dass die Judenschaft also gehalten sein 
j „sollen. Ich getröste mich der Erfüllung, um so mehr 

„als es in solchen Fällen nicht sowohl auf die Mehrheit 
„der Stimmen, sondern auf Nutzen anzukommen hat, wozu 
„noch kömmt, dass mich kein zeitliches Interesse, son- 
„dern die Liebe zu meinen Glaubensgenossen vermöget 
„hat, da ich allgemein bekannter Massen als ein ehr- 
„licher Mann zu leben vermag. 
1782, 20. Juni. Bericht des Judenamtmann Friedr. Ad. Rothlein 
an den Bischof: 

„Die Eingabe des Wolf betr., so sei zunächst fest- 
gestellt worden, dass 9 Stimmen für diesen, 11 für 
„den Berliner seien. 

„Der Vorgänger EL Bamberger in Heidingsfeld habe 
„vor der Wahl seine Stimme Wolf versprochen gehabt, 
„aber sein Wort nicht gehalten; ferner wären verschie- 
dene Deputirte, wie der von Schonungen, Hassfurt 
„und .... noch nicht bei der Wahl gewesen. Die 
„Heidingsfelder hätten nur solche Leute ausersehen, 
„von denen sie versichert seien, dass sie zu ihnen 
„stehen, ja sogar in Veitshöchheim ein von Ew. Hochf. 
„Gnaden decretirte Vorgänger aufgestellt ist, weilen 
„dieser nicht in ihr Hörn blaset mit dessen Übergebung 
„aus der kahlen Ursache, da dessen Vater bei der Wahl 
„als Deputirter sitze, einen gemeinen Juden, ohngeachtet 
„dieser der Schwiegervater zu dem Sohn des Höch- 
„berger Vorgänger ist, zur Wahl berufen, so weiter 



— 55 — 

r auch Jäkel von Höchberg, wo doch die Juden zu 
„Höchberg die Jurisdiktion der Rabbiner nicht einmal 
„ganz anerkennen, ohne Rücksicht, dass dieser ein 
„Schwager des bekannten Deputierten Joel Veitel ist, 
„welcher, da er dermalen die Kasse unter seinen Händen 
„hat, ohnehin mehr als ihm gebührt sich herausnimmt, bei 
„der Kürung eine Stimme gegeben, und endlich dem 
„Juden Jondof Jüle Klein ein Votum verstattet, obschon 
„dieser in Inquisition nicht unbefangen, sondern auch 
„in Haft gesessen wäre, so ist die Beschwerde des 
„Supplikanten gewiss gerechtfertigt. 

„Ferner sei der Berliner als grosser Gelehrter im Tal- 
„mud geschildert worden, da der Rabbiner aber nicht 
„für die Studenten, sondern dass er bei vorkommenden 
„Klagehändeln als Recht erster Instanz die Parteien 
„zu verbescheiden habe, und er was das gerichtliche Ver- 
fahren betrifft, er noch in keiner praktischen Übung 
„gestanden sei, so wird die vom Suppl. hingegen 
„gemachte Erinnerung nicht zu verwerfen sein. Über- 
haupt sei er der Ansicht, dass es bei der Anstellung 
„nicht darauf ankomme, dass der Rabbiner den Talmud 
„seinen Schülern gut vortrage, sondern, dass er das 
„Amt eines Richters gut vertrete, und sich hervorragend 
„gut ausweisen kann. 

„Ferner, dass die Kosten beim Aufzug des Berliners 
„viel grösser seien, da die Judenschaft nicht nur ihn 
„und seine Familie auf ihre Kosten hierher zu liefern 
„verpflichtet sei, sondern auch eine ganz neue Haus- 
„einrichtung gestellt werden muss, dagegen sei dies bei 
„dem Suppl. nicht der Fall, da er sich erklärt habe, 
„den Aufzug ganz auf seine Kosten zu veranstalten, 
„so kann diese also zum Vorteil der ohnehin äusserst 
„verschuldeten Judenheit erspart werden. 

„Ferner sei bisher bei dem vorigen Rabbiner wegen 
„seines hohen Alters viel in Unordnung gerathen, und 



— 56 — 

„viele Mängel eingeschlichen, dass es daher viel leichter 
„und besser wäre, ein Mann käme daran, der die Ver- 
hältnisse genau kennt, die dermalen am Rader sitzen- 
„den Vorgänger hätten aber wie es scheint ein Inter- 
„esse daran, dem Suppl. gleichsam ein exclusion zu 
„geben, weil sie wissen, dass ihm von einem Jeden das 
„Innerste bekannt ist und dass sie bei diesem ihre 
„Herrschaft verlieren, weil Suppl, auch ohne ihre Bei- 
„steuern leben kann und ihnen nicht zu gefallen leben 
„brauche, und manches unterbleiben muss, was sie bis- 
„her namentlich mit der gemeinen Kasse treiben konnten 
„und wenn auch der Fremde ein ehrlicher Mann sei, 
„so konnten sie doch einige Jahre ihre Streiche treiben. 
„Der Suppl. habe nicht nur hier, sondern auch auswärts 
„den Namen eines vornehmen Rabbi und habe sich in 
„langen Jahren praktisches Wissen erworben, ferner 
„wissen die Rabbiner selten die deutsche Sprache zu 
„gebrauchen, weil sie alles in ihrer Sprache zu verfassen 
„pflegen, während Suppl. für einen Juden eine besondere 
„Geschicklichkeit besitze und auch in guten Vermögens- 
umständen sei. 

„Der Bischof brauche sich um die Wahl-Majorität nicht 
„kümmern, sondern bestätigen wen er wolle, auch den 
„der Minorität. 

1782. 4. Juli. Eingabe der Deputierten an den Bischof des 
Inhalts, dass der x. Wolf aus Niederwern aus den 
verschiedensten Gründen die Stelle nicht erhalten 
könne, namentlich auch, weil sein Vermögen wegen 
eines Prozesses mit der ritterschaftl. Judenschaft mit 
Arrest belegt sei, während 

„der Berliner Rabbi in der Stellung eines Unterrabbi 
„stehe und die jüdischen Studenten als jüdischer Pro- 
zessor unterrichtet, nicht minder seiner Fähigkeit wegen 
„von allen Rabbinern belobt wird, folgsam wir uns der 
„Bestätigung unserer Wähl vertrösten etc. 



— 57 — 



Protokolle der Deputirten unter sich. 
1***, Montag 27. Mai 1782 in der „Judenschule" zu Würzburg. 
„Anwesend: D^ Wolfsheimer ^ 

„Koppel Höchberg K Vorgänger 

„Leser Bamberger J 

„Scholem Untereiseheim 



„Aron Arnstein 

„Joel Feidel 

«Abraham Sondheimer Aktuarius 



Deputirte 



„Seligmann Seb 
„Oscher Lob 
„Jomtof Feiheim statt Vorgänger Moritz Hassfurt. 
, Vorgänger Herz Kissinger wird morgen erwartet. 
„Wurden einige Formfragen wegen Vertretung einiger 
„an Erscheinen verhinderten Deputirten durch andere 
„verhandelt. 

2 tes , Ohne Datum, 
„erschienen 15 Personen. 

„Die Wahl soll vorgenommen werden, da aber nach 
„errichtetem Recess von der ritterschaftlichen Judenheit 
„5 beizusitzen haben, (als der) also ist dem Jakob Judel 
„Landbut befohlen worden, sich in die Ritterschaftlichen 
„Juden-Landstuben zu verfügen und den 5 anwesen- 
„den Ritterschaftlichen Vorgängern zu insinuiren, dass 
„sie zu der Würzburger Versammlung diesen Vormittag 
„erscheinen sollen und der Wahl beisitzen sollen. 

„Der Landbut hat dieses insinuirt und bringt zur 
„Antwort, dass ihm Samuel Wolf in Niederwern gesagt 
„habe, es fehle noch einer, sobald dieser da sei, kämen 
„die 5, er selbst käme aber nicht. 

Dann sind als präsent aufgeführt: 
„Samuel Wolf Niederwerrn 



Feist 
„Judlun Frankenwinnheim 
„Beer Mainstockheim 
„Abraham Fuchsstadt 



Ritterschaftliche 
Vorgänger 



— 58 — 

„Am selben Tage nachmittags 3 Uhr versammelten sich 
„die erstigen 15 und die 5 Ritterschaftlichen Juden. 
„Letztere erklären, dass sie an der Wahl mitwirken 
„wollen. 

„ Sämtliche Anwesenden gaben dann mündlich ihr Votum 
„motivirt ab und zwar mit Ausnahme von Herz Kissinger, 
„Aron Arnstein, Victor Neustadt, Feist Niederwern, 
„ Judlin Frankenwinnheim, Nathan Tüngen, Beer Main- 
„stockheim, und Abraham Fuchsstadt die für Wolf 
„waren, dass Fernbacher aus Berlin, primor des jüdi- 
schen Richter Amts zu Berlin, als Oberrabbiner gewählt 
„sei, und dass jede Wahl, die auf einen über 60 Jahre 
„alten Mann falle, null und nichtig sei, nach vor 2 
„Jahren laut Protokoll gefassten Beschluss. Es waren 
„15 Vota für Fernbach, also die Majora abgegeben 
„und ist somit gewählt, folgen 15 Unterschriften. 
1782, 16. August. Dekret des Fürsten Ludwig, Herzogs von 
Franken. 

„Obwohl man sich an die Wahl oder den Vorschlag 
„der Judenschaft nicht zu binden hat, sondern von 
„Landes Herrschaft wegen selbst jeden jüdischen 
„Rabbiner benennen kann, welche die gesamte Juden - 
„ schaft alsdann für ihren Rabbiner zu erkennen schuldig 
„ist, so will ich jedoch auf den dahier per majora von 
„der Judenschaft gewünscht werdenden Berliner Rabbi, 
„auf welchen dieselben ein vorzügliches Vertrauen 
„setzen sollen, die dermalen erledigte Oberrabbiner 
„Stelle ex gratia conferiren, also dass der gedachte 
„Rabbi von Berlin nunmehr berufen werden kann. 
1782, 2. Spt. Schweinfurt. „Die Räte der freien Reichsritter- 
„ schaft, Hauptmann und Ausschuss an den Bischof, 

„dass sie niemals den Samuel Wolf als Rabbiner aner- 
kennen werden, weil er noch die Rechnungslegung 
„vor 30 Jahren schuldig sei und mit der ritterschaft- 
„lichen Judenschaft in Process sei, sie kann also in 
„jüdischen Sachen sich keines unpartischen Bescheides 



— 59 — 

„versehen, wenigstens diejenigen nicht, welche ihm bisher 
„zu Leibe gegangen sind. Das Objectum ist von grosser 
„Beträchtlichkeit, dessen eigene Schlitzherrschaft hat 
„eine Anzeige bei uns übergeben, dass Samuel Wolf 
„nach dem leidenlichsten Anschlag mit fl. 50 000 in 
„Rest bleiben muss. Bei diesem Umstand können wir 
„ihn unmöglich aus der reichsritterschaftlichen Juris- 
ndiktion hinausziehen lassen, wenn er sich in den hoch- 
„fürstlichen Schutz begeben wollte, und Ew. Gnaden 
„möge ihm solchen solange nicht gewähren, als bis er 
„sich bei uns ganz rein gemacht hat. 

Nunmehr übersiedelte Rabbi Lob Fahrenbach (Fernbach) 
aus Berlin nach Heidingsfeld. Bald nach seinem Einzüge 
wandte er sich mit folgendem Schreiben an den Bischof. 

„Die Vorgänger der HochfürsÜ. Landjudenschaft haben 
„mir mitgeteilt, dass die auf mich gefallene Wahl von 
„Gnaden genehmigt worden sei. Wie nun nichts 
„schmeichelhafteres für mich sein kann, als in den 
„Dienst Ew. Gnaden zu treten und ich nun Berlin, 
„wo ich bisher angestellt war, verlassen habe und in 
„Heidingsfeld am 22. des Monats angekommen bin, 
„so lege ich Ew. Gnaden mit tiefschuldigster Ehrfurcht 
„mich zu Füssen unterthänigst bittend, dass Hoch die- 
selbe mich als Land Oberrabbi bestätigen und das 
„Aufnahmsdekret für mich ausfolgen zu lassen, dass 
„ich mich der höchsten Gnade stets würdig zeige und 
„das anvertraute Amt zum höchsten Wohlgefallen zu 
„versehn in tiefster Erniedrigung beharrend 

Zu gleicher Zeit richteten auch die Vorgänger eine 
Eingabe an den Bischof, mit der Bitte, das Aufnahmedekret 
für den bereits in Heidingsfeld eingetroffenen Oberrabbiner 
nunmehr ausfolgen lassen zu wollen. 

1782, 29. November. Der Bischof fragt bei der Regierung 
an, ob gedachtem Fernbacher nunmehr das Dekret aus- 
zufolgen sei. 



— 60 — 

Die Regierung beschliesst und erwidert: 

„Da die Judenschaft Vorgänger das ihnen auferlegte 
„nun mehr befolgt hatten, also den Sublicanten Lob 
„Abraham Fahrenbacher Dekret als Landes Ober- 
„rabbiner ohne Anstand erteilt werden kann. 

Aus dem hessischen Dorfe Fahrenbach stammend, war 
Rabbi Jehuda Lob Fahrenbach 1770 Rabbinatsassessor 
in Fürth, kam dann in gleicher Eigenschaft nach Berlin, wo er 
Mitglied des Rabbinatskollegiums wurde; an dessen Spitze 
stand damals der berühmte Rabbi Herschel Levin. Fahren- 
bach führte in dem Kampfe gegen die Mendelsohnsche 
Pentateuch-Übersetzung infofern eine Rolle, als er mit zu 
denen gehörte , die , wenn auch ungern , derselben die 
Druckapprobation im Jahre 1779 gaben. I. J. 1783 wurde 
er, wie gesagt, als Rabb. des Würzburger Kreises erwählt 1 ). Er 
hat verschiedene Druckapprobationen gegeben, so zu rfrP.p 
mit dem Comm. des Elia Aschkenasi, Berlin 1766, zu den 
Fürther D^PDD, Fürth 1767, zu M2T Tvbx'O auf verschiedene 
Talmud-Traktate, Fürth 1775. Mit ihm sind als Mitglieder 
des Fürther TD, neben R. Josef Steinhart, noch unter- 
schrieben : Benjamin Wolf b. Meir Frankfurt, Josef Hess, 
Jehuda Lob Friedburg, Chajim Hirsch b. R. Meir Berlin. 
Auch ein RGA. findet sich von ihm in den Responsen rWP H:o, 
Teil Eben haeser, Nr. 7. Nach 11 jährigem Wirken starb er, 
am 30. Mai 1794 (8. Sivan 5554) und wurde in Allersheim 
beerdigt. 

Das Heidingsfelder Mb. widmet ihm folgenden Nachruf: 

btr\^2 Drajn 2i G'pan bran dikh ircro umo nctw k tot» 



*) Waiden in seinem Sehern hagdolim hachadasch erwähnt R. 
Lob irrtümlicherweise zweimal; er schreibt pag. 42 yh tfv* ain 

n»a 'wm ij*k y"inoi KD» 5 ?» ^aya 'rna rouun »o*a T^ßsiyn *i H 2* rinn ddiibo pw 
)b ntr* n»an my^x oio:ip »na n»ans tkb und pag. 44 b erwähnt er ihn wieder 
n»a?m -fn'riD ptun *D»a ityß^n p'$n Yan comBisn pwn "|KajjnnnB a^ 'mo ain 
/? 'd /wo Y? -wm ruina nsaa cf. Landshut, Toldoth ansehe schein pag. 121; 
cf. auch ibid S. 85 



— 61 — 

3^ mv i"nnö vram p«in to-iaw nyo hrvn tt»an ^y *3i na 
runoai manm ranos om i3"fc6 vh 'mw nrrtter iNa p«s 
mim 11« wty m? iw ow itpy in« iwb p? ni k"jp oniirp 
iro? ronaA not* p annrfc vnaiw raeranoa imy iwn mai nai 
ntwo*? na*?n mimrn o^pinn r.« mwo wn ^a 'n wpaia 3*? bj 
renn ito"Pö ww m^rra p^bd hb irveo wpa mm ai rwpo 
rain Qi-robn "ncym p» "»isp *?aa mim nwm pinsc *a 
am d^n *w innsa nin© nm iab D»n d^d ito n«a ^d mw 
-nn Dinjn mra am toste aia D^pioy nmao d^d rto-n g*t 
p"pai kttd p'pa pi invna an&np jas iäsi iäd npwn Tn miB 
te3 p)-nji -ton lyotsn -pi rrroto an jto mvn pi te pi p*nya 
*xvx p iap:i nrpn w» p^o ma d'p nan^a ppara moy 
iÄ^n rm6 aiy unw nmabb tet wn ^wnte p"pi y*a ^y o^y 
larsci *\yhv P 1 war -nroto mno^ vb nm *nn ^a tean rhy 

nanin rvaitr. nftysi mim 

Seine Grabschrift lautet: 

ü"b 
•rrarvn nnoi B"n p"pa Ta« b H w a"s a^ i'imo ro uan um» 

niöjn Tum nimn pi« na hb 

•st omaw i'nno p ntipp i"imo GDiiBon pwn 

K13D1 otoste3 nwpai nsnra ateioi Nteio 

nm aipo i3ite izwy nain o'-rote "royn 

rrran p^iioa vin«i niivb p"p3 nanra anui pn 

i»« ^n*rn niioi ai 4 ? msirm runoa ^apn^ dwdi 

mwb i w :pn d^b^n 'n ru^a p^o 'n p"-^y Ws 'n ^n n^yn n^^n 

n w 3H:n 

Er hatte 7 Söhne, die sämtlich Rabbiner gewesen sein 
sollen. 

Ein Mitglied des Rabbinatskollegiums zur Zeit Fahrenbachs 
war R. Abraham Sundheim. Das Heidingsfelder Memorbuch 
erwähnt ihn nicht. Es ist uns von ihm nur der Tag seines 
Todes bekannt, der nach Aufzeichnungen in den Büchern 
der Gemeinde Altersheim, woselbst er begraben ist, der 19. 



*) Altersheim. 



— 62 — 

Adar 5551 (23. Februar 1791) gewesen ist Sein Grabstein 
ist nur zum Teil leserlich« Er lautet: 

re 

btc errun crr^K ^Tnc 

rn(?)pcp cdi n*x? 
.nty; irre rrarfr -ro 

Auch über den zu Heidingsfeld in jener Zeit amtierenden 
Rabbiner R. Moses Lob Hatzfeld b. R. Kaiman ist uns 
nur Weniges bekannt 44 Jahre wirkte er als Lehrer und 
Unterrabbiner (Medino-Rav) im Würzburger Kreise. Seine 
Tochter Judith war die Mutter meines sei. Grossvaters, 
Rabbiner S. B. Bamberger. R. Moses Lob starb, 75 Jahre 
alt, am Dienstag, 7. Ab 5570 (17. August 1810), und wurde 
in Allersheim begraben. Die Grabschrift 1 ) lautet: 

CD 

manm ronos orraa Tote aw Td -rnj£ rvn -nwt "6j;d 
t>*airo mm ^3ini n3in anvAn -rojm jTd mn ow nra 
mpyo tei *n«c top rrm D^y 2m« rvn omnra jrro aiön iw 
to naira pparu cw n'y mnff m*fa irev db6 vn rpqjn 

.peb ypn 2** 'l ': ora n^jto 

Durch den Tod Fahrenbachs war die Stelle des Landes- 
oberrabbiners verwaist. Laut bischöflichen Dekretes wurde die 
Wahl des neu zu kreierenden Landesoberrabbiners auf den 
25. Juli 1798 anberaumt. Gewählt wurde R. Abraham Bing. 

Die Vorgänger der Würzb. Landjudenschaft und der 
ritterschaftl. Landjuden, sowie die Deputirten, teilten dem 

l ) Die Kopie dieser, sowie der vorhergehenden (xrabschriften ver- 
danke ich der Güte des Herrn Lehrers Abr. Weissbart s. A. in Allersheim. 



— 63 - 

Gewählten die auf ihn gefallene Wahl in folgendem Schreiben 
mit: 

„Heidingsfeld, 25. Julius 1798. 

„Mit Nachstehendem benachrichtigen wir den Herrn Abr. 
„Bing, dass ihn die Wahl zum O.-R. betroffen habe. Auf Ver- 
anlassung allerh. Dekrets unsres allergnädigsten Landes- 
„fürsten, in welchem uns ebenfalls erlaubt worden, einen 
„Landesoberrabbiner zu wählen und aufnehmen zu dürfen, 
„haben wir unterschrieben an sämtliche Vorgänger und 
„Deputirte der würzb. u. rittersch. Landjudenschaft uns 
„hierher zu begeben und die auf den Frankfurter Unter- 
„rabbiner gefallene Wahl zum O.-R. dahier festzusetzen 
„beschlossen. 

„Wovon wir demselben unter einmütigen Glück- 
„wünschen hiermit vorläufig Wissenschaft geben. 

„Perez Koppel Levi 
„Jakob Moises v. Höchberg 
„Samuel Samson von Gemünden 
„David Kahn von Heidingsfeld 
„Faust Meyer von Dittigheim 
„Michel Moses v. Schonungen 



Vorgänger der 

Würzburgischen 

Landjudenschaft 



„Joel Veitel von Heidingsfeld | 

„Benjamin Wolf Baruch von Höchberg \ Deputierte 
„Lemlein Mo SB es Falkler von Heidingsfeld j 

„Hirsch Nien von Nördlingen ) _>. . M T . 

" . T mi .. RitterschaftLLand- 

„Jdajum Lazarus von lhungen \ . , v 

„Josef Emanuel v. Mainstockheim 1 © © • 

Am 10. September erstatteten die Juden an die 
bischöfliche Kanzlei über das Resultat der Wahl folgenden 
Bericht 1 ). „ Anzeige der Vorgänger David Koppel aus Heidings- 
„feld und Feist Meyer Vorgänger aus Dittigheim wegen der 
„Wahl des Rabbiners Abraham Bing. 



l ) Kreisarchiv Würzburg. 



— 64 - 

„Unterzeichnete Vorgänger der bochftirstlichen Juden- 
„schaft [haben] zufolge des wiederholten Befehls die Rabbiner- 
„wähl am 25. Juli vorgenommen und [ist] dieselbe auf dem 
„Frankfurter Unterrabbiner Abraham Bing per majora gefallen. 
„Diese Wahl mildestens zu begenehmigen und das gnädigste 
„Dekret darüber am gedachten Abraham Bing ausfertigen zu 
„lassen, weil 
„1. dieser Abraham Bing die auf ihn gefallene Wahl 
„bereits acceptiert und demnächst die Landesoberrabbiner- 
„stelle nach erteiltem Dekret antreten und von Frankfurt 
„abziehen will, 
„2. die Landesoberrabbiner-Stelle schon geraume Zeit un- 
besetzt geblieben ist und länger nicht mehr unbesetzt 
„gelassen werden kann. 

„Unterzeichnete getrösten sich gnädigster Gewährung 
„dieser Bitte. 10. September 1708 
Schon am 15. September 1798 traf das zu Veitshöch- 
heim ausgefertigte, die Wahl genehmigende, Dekret ein 1 ). 

R. Abraham Bing 8 ) war als Sohn des R. Enusch halevi 
Bing im Jahre 1752 zu Frankfurt a. M. geboren. Unter der 
Leitung des R. Nathan Adler in Frankfurt a. M. für seinen 
späteren Beruf vorbereitet, wurde er schon als siebzehn- 
jähriger Jüngling Elausrabbiner zu Offenbach. Nach 9 jäh- 
rigem segensreichen Wirken daselbst, wurde er Leiter einer 
Talmudschule und Rabbinatsassessor in Frankfurt, wohin man 
ihn wegen seiner Gelehrsamkeit und seines ausgebreiteten 
Wissens berufen hatte. Im Jahre 1796 berief man ihn als 
Rabbiner des Würzburger Kreises; dem Rabbinat Würzburg 
gehörten mit dem Sitze in Heidingsfeld über 100 Gemeinden 
an 8 ). Vor seinem Weggange aus Frankfurt hielt er eine 
glänzende Abschiedsrede. In Heidingsfeld bestand zur da- 
maligen Zeit noch ein jüdischer Gerichtshof, der in Geld- 



') Epstein, Msch. 1880 p. 440. 

*) Über ihn siehe ausserdem: Bamberger, Sichron Abraham; Mne- 
mosyne, Beilage zur „Neuen Würzburger Zeitung" d. d. 28. März 1841. 

9 ) Vergl. hierüber, auch soweit die spätere Zeit in Betracht kommt, 
die Beilagen B und 0. 



— 65 — 

sachen entscheiden durfte. Die Entscheidungen des R. 
Abraham Bing, des Vorsitzenden beim Gericht, fanden wieder- 
holt ausdrückliche Anerkennung des Hofgerichts. 

Dem O.-R. Bing standen, mit Genehmigung der Regierung, 
zur Erleichterung der bedeutenden Amtsgeschäfte Rabbinats- 
substitute zur Seite. Einer derselben war Isak Werner, 
der in vielen amtlichen Schreiben und Ausfertigungen des 
jüd. Gerichts als Aktuar des O.-R. unterschreibt. Im Jahre 
1817 vollzog er im Auftrage des O.-R. die Abnahme des 
„Judeneides" bei den Juden zu Heidingsfeld, Höchberg, Unter- 
leinach u. Kirchheim. Isak Werner starb 1836. 

Sein Nachfolger wurde Gabriel Hirsch Friedmann aus 
Niederwerrn. Die Reg. bestätigte ihn durch folgendes Schreiben 
an den O.-R.: 

„die Versehung des Rabbinats betr. 

„Auf den Bericht vom 29. Nov. 1837 in rubr. Betr. 
„wird dem O.-R. Bing gestattet, dass der geprüfte 
„Rabbinats Candidat Gabriel Hirsch Friedmann in der- 
selben Eigenschaft ihn in Versehung der Rabbinats- 
„geschäfte unterstütze, wie ihm der verlebte Isak Werner 
„beigegeben war. 

„K. b. Reg des Untermainkreises 
„KdJ. In Abw. d. Präs. 
„(gez.) Giech. 

Aus dem Jahre 1816 datieren die Anfänge der Bildung 
einer jüdischen Gemeinde zu Würzburg. Bald verlegte auch 
R. Abraham Bing seinen Sitz dahin. Nach Würzburg strömte 
nunmehr eine grosse Anzahl Schüler, um seinen gelehrten 
Worten zu lauschen. Zu den bedeutendsten gehörten der 
nachmalige Altonaer Ober -Rabbiner Jakob Ettlinger, der 
spätere Londoner chief rabbi Nathan Adler, der Hamburger 
Chacham Is. Bernays, R. Elieser Bergmann und mein Gross- 
vater, Seligmann Bär Bamberger. In der Judenversammlung 
zu Würzburg von 1836 x ) war Abraham Bing der Vertreter für 



l ) Vgl. weiter S. 69. 



- 66 - 

Unterfranken, der die Sache des Judentums so glänzend 
vertrat, dass allen beabsichtigten Reformen die Spitze ab- 
gebrochen wurde. Zur damaligen Zeit drang die Regierung 
auf Einfuhrung eines geregelten und gleichförmigen Religions- 
unterrichtes bei den Juden; sie trug daher dem Oberrabb. 
Bing auf, ein dazu geeignetes Lehrbuch zu verfassen. Die 
Arbeit wurde unter seiner Aufsicht von Dr. Alexander Bahr 
trefflich gelöst; das Lehrbuch fand die Billigung der Egl. 
Regierung, und die Einführung in den Schulen wurde an- 
geordnet. Im J. 1840 wurde Rabb. A. Bing wegen körper- 
licher Leiden in den Ruhestand versetzt. Nach seinem Rück- 
tritt wurde von der Kgl. Regierung am 31. Dez. 1839 
Friedmann zum Oberrabbinats-Verweser bestimmt, in welcher 
Stellung er bis zum 16. April 1840, dem Tage der amtlichen 
Vereidigung von Bings Nachfolger, wirkte. Am 1. März. 
1841 (5. Adar 6601) segnete Bing, 89 Jahre alt, das Zeit- 
liche und wurde zu Höchberg beerdigt. Sein vor ungefähr 
23 Jahren renoviertes Grabdenkmal hat folgenden Wortlaut: 

■mroo GDiiSDn Kwnsi «topi mnwp ie 
«V a-rarro runoi t» ^ao ara oma« 
.p H ?b «"in -hn n nfyio*? ppana 
natw jnxn mn bv mn 
nawi pano naa on-foc na 
mmn *pta mcf\ paa 
cmo cmp arb nnonte 
g^n ixbn o^rnaat> rtiy 
o^aa pv cb> ow^yn -noa 
niwn nur nana «a* «ia 
rtw *o "iv frnp nya ]r 

naiäri 

Auch das Heidingsfelder Memorbuch widmet ihm folgende 
ehrenden Worte des Gedenkens: 

nann p anna« n'nnio tnnan ann warn umo av« mar 
,o'ai»n wjw wiiyra ^ mar o'höb inaa n^an ara ^n wa« 'n 
«an nnionna nmna n«E jot mo tmon rpao wo *6 lmyan 



<s 



— 67 — 

tcnncn rraa bmx zw nvrb bpmi ^n o iy rfn ff&isn 
•uronoa raa a-A taprui -ine ^ta ^a iy Vw "fan wdbi iKawsaa 
o*ü hbt; bw ty wnp d^d yain pipea rvn lrron noan -npcö 
na^na mini roa»oi nun mcan *m vd .nw *6 d« min ^ 
p nrco o»p*? 'n nan by -nn mm on^n -raim ratn» pi 
«*nn row tiic 'n cra omA n^jn .nom *?a int« pnp-i inaicn 

•rnoavia bnx -naaa innro^ napji p'E^ 

• • • • • 

nasan 

R. Seligmann Bär Bamberger, sowie der älteste Sohn 
des Verstorbenen, Isachar Bär Bing, waren die bedeutendsten 
der zahlreichen Trauerredner am Grabe. 

K. Abraham Bing war zweimal verheiratet. Aus erster 
Ehe hatte er zwei Söhne, R. I. Bär und R. Bendet, beide gut 
situierte Kaufleute zu Scheinfeld in Mittelfranken. Ersterer 
verfasste eine deutsche Übersetzung des Machsor zu Mussaf 
von Jörn Kippur, ferner das Sefer Dudoe Isachar 1 ), desgl. eine 
deutsche Übersetzung zu Schir haschirim. Ober-Rabb. Bing 
hinterliess eine grosse Anzahl handschriftlicher Werke, die 
aber, bis auf 3, sämtlich verloren gegangen sind. Gedruckt 
sind nur seine Randglossen zum Schulchan aruch, Teil orach 
chaim 2 ), sowie einige zu den Traktaten Berachoth und Sabbat 
gehörige Erläuterungen von Talmud-Stellen. 

Es war eine Zeit des Dranges und des Sturmes, als der 
Nachfolger Bings, R. Seligmann Bär Bamberger, den Rabbinats- 
stuhl Würzburg im April 1840 bestieg. Die „Reform" hatte sich 
bereits so sehr aller Faktoren des religiösen Lebens bemächtigt, 
solche Fortschritte in der Beseitigung alles ihr Unbequemen und 
Überflüssigen im jüdischen Leben gemacht, dass es einer vollen 
Manneskraft bedurfte, um die religiöse Tradition zu wahren 
und zu halten. Eine solche Kraft war Rabb. S. B. Bamb. 
Geboren war er in Wiesenbronn, einer kleinen Dorfgemeinde 
Frankens, am 5. Marcheschwan 5568 (6. November 1807) 3 ). 

*) Hebräische Lieder, erschienen Würzburg 1821. 8°. 

2 ) Siehe oben Seite 64, Anmerkung 2. 

8 ) So ist zu berichtigen in Karpeles, Gedenkblatter, wo der 9. Nov. 

1807 (8. Cheschwan) als Geburtstag angefahrt ist. 

5* 



i 



— 68 — 

Sein Vater, Simon Bamberger, war ein durch strenge Gewissen- 
haftigkeit und wahrhafte Menschenliebe sich auszeichnender 
Kaufmann, seine Mutter, Judith, eine Tochter des oben S. 62 
«rwähnten Rabb. Moses Low Hatzfeld in Heidingsfeld. Seine 
Lehrer waren der Rabbiner des Geburtsortes, Gerson Levi, der 
Ftirther Dajan Rabbi Jehuda, R. Löb-Halberstadt und haupt- 
sächlich Rabb. Wolf-Hamburg, letzterer Leiter der Fürther 
Jeschiba (Hochschule), zu dessen Lieblingsschülern Bamberger 
zählte. Im Alter von 20 Jahren verliess dieser (5 Jahre hatte 
er sich dort aufgehalten), mit dem Rabbinatsdiplom versehen, die 
Fürther Hochschule, die ihn als den gelehrtesten und vorzüg- 
lichsten Schüler nur ungern scheiden sah. In seine Heimat 
zurückgekehrt, begründete er gleich jenen grossen entsagenden 
Lehrern der Vorzeit, die bürgerliches Gewerbe und religiöse 
Lehre vermählten, ein Materialwarengeschäft, ohne unter seiner 
Geschäftstätigkeit das Studium jüdischer Disziplinen leiden 
zu lassen. In diesem Streben fand er wahre Unterstützung, 
als er Kela, Tochter des Fuldaer Rabb. Seckel Wormser 1 ) 
und seiner Gattin Zerla 2 ), heimführte. Schon zu dieser Zeit 
hatten sich bei Bamberger Jünger und Schüler aus den 
verschiedensten Gegenden Deutschlands eingefunden; denn 
überallhin war der Ruf seiner vorzüglichen Gelehrsamkeit, 
seines Wissensreichtums und seiner Geistesschärfe gedrungen. 
Von diesen vorzüglichen Eigenschaften zeugt die Tatsache, 
dass der damalige OR. Bing seinem Freunde Bamberger 
(in dessen 30. Lebensjahre), unaufgefordert, das Rabbinats- 
diplom 3 ) übersandte und gleichzeitig ihn in den ihm unterstellten 
Gemeinden als Vertreter proklamierte. Zum ersten Male trat 
Bamb. öffentlich gegen die religiöse Reformbewegung auf, als 
diese aufs neue versuchte, einzelnen Religionsvorschriften ihre 



1 ) Sohn des Salomon Wormser, Rabbiners in Fulda, dann in 
Gelnhausen. 

2 ) Enkelin des Oberrabbiners David Strauss in Fürth und väter- 
licherseits mit dem Frankfurter Rabb. Nathan Adler verwandt. 

8 ) In einem handschriftlichen Werke Bings, finde ich die Abschrift 
•dieses Diplomes, die ich im Anhang (IV) wiedergebe. 



- 69 - 

Gültigkeit und ihren Wert für die gegenwärtige Zeit abzu- 
sprechen. Die bayerische Regierung berief i. J. 1836 eine 
Anzahl Gelehrter des Königreichs und Abgeordnete einer jeden 
jüdischen Gemeinde in die Kreishauptstädte, um über diese 
Punkte zu beraten. Die Gemeinde Wiesenbronn entsandte 
B., dessen mannhaftem Auftreten auch der günstige Verlauf 
der Verhandlungen, in denen das traditionelle Judentum 
zur Ehre gelangte, zu danken ist. Den Ausführungen 
Bambergers wurde seitens der Behörde unzweidfeutige An- 
erkennung ausgesprochen. Als nun einige Jahre später, 
der O.R. Bing starb, trat auch Bamberger unter die Zahl 
der Bewerber um die verwaiste Stelle und wurde trotz- ^ller 
Bemühungen und Bestrebungen von gegnerischer Seite mit 
grosser Majorität 1 ) gewählt. So trat der in bescheidenen, 
ja ärmlichen, Verhältnissen lebende in die Öffentlichkeit hin- 
aus und übernahm im April 1840 sein Amt. Sein Auftreten 
als Rabbiner bedeutete tatsächlich eine Epoche in der 
neueren Geschichte des Judentums. Die unter seiner Leitung 
stehende Jeschiba wurde von zahllosen Jüngern aufgesucht. 
Sie war besonders eine Zufluchtsstätte für die aus den 
Fürther Lehrhäusern verbannten Schüler. — Seine Predigten 
erfreuten durch ihre schöne Sprache, ihre elegante Diktion; 
nicht minder auch durch ihren Gedankenreichtum die Zuhörer, 
unter denen nicht selten auch Andersgläubige waren. Weit 
entfernt davon, jemand kränken zu wollen, verstand er es, 
durch väterliche Ermahnungen zu wirken und wahre 
Gottesfurcht und Frömmigkeit in das Herz seiner Zuhörer 
einzupflanzen. 

Trotz seiner ausgebreiteten Tätigkeit in Beruf und reli- 
giösem Studium fand der Unermüdliche Zeit und Müsse, auch 
für die Pflege der profanen Wissenschaften Sorge zu tragen. 
Er selbst betrachtete sich als Schüler und bemühte sich mit 
nie versiegender Jugendkraft die Geistes- und Kulturschätze 
eines neuen Zeitalters in sich aufzunehmen. Durch ein glück- 



l ) Über das Stimmenverhältnis vergl. Beilage C. 



— 70 - 

liches Gedächtnis unterstützt und mit einem hellen Blick 
begabt, erreichte er es noch im reifen Alter, lateinische und 
griechische Autoren in der Ursprache zu lesen 1 ). Die 
deutsche Dichtung und Wissenschaft erheiterte die kurze 
Müsse des vielbeschäftigten Lehrers. Seinem emsigen Streben 
ist es zu verdanken, dass eine jüdische Elementarschule, 
nach dem Vorbild der öffentlichen staatlichen Anstalten, in 
Würzburg gegründet wurde, damit die jüdische Jugend Er- 
ziehung im altüberlieferten Geiste erhalte, sowie, dass eine 
jüdische Lehrerbildungsanstalt in Würzburg erstand, in 
welchem Lehrer, ausgestattet mit profanem und jüdischem 
Wissen, herangebildet werden konnten. Beide Gründungen 
unterstanden direkt seiner Leitung und wirken noch bis heute 
segensreich. Ganz besonders aber war es die Lehrerbildungs- 
anstalt, die, gleichsam sein Lieblingskind, mit besonders 
liebendem Auge von ihm überwacht wurde. Bei all dieser 
anstrengenden und vielseitigen Tätigkeit fand B. noch Zeit, 
religiöse Werke, meist halachischen Inhaltes, zu verfassen, 
deren hoher Wert für alle Zeiten ein bleibender sein wird. 
Wir müssen es uns versagen, auf den Inhalt der Werke 
selbst einzugehen 2 ) und geben daher bloss die Titel und die 
Jahre ihres Erscheinens: 

1853 Amirah l'beth Jakob, über die Pflichten jüdischer 
Ehefrauen. Im Jahre 1901 erschien die VIII. Auflage. 

1865 Melecheth schamajim, Abhandlung über das Ver- 
fahren beim Thoraschreiben. II. Aufl. im Jahre 1860. 

1861/2 Jizchak j'rannen, Kommentar zu einem von Rabb. 
S. Bamberger in Aschaffenburg edierten Werke des 
Aben Giat. 2 Teile. 

1863 Morehl'sobchim, Lehrbuch für Schächter. II. Auf- 
lage im Jahre 1864 



M Interessant sind seine diesbezüglichen Notizen, die er in 
mehreren Heften, betitelt enip mno ty wyjt? p'nn, niedergelegt hat. 

*) Näheres hierüber siehe in Nathan Bamberger, „S. ß. Bamberger. 
dessen Leben und Wirken 14 , Würzburg 1897. 



- 71 — 

1867 Nachale d'basch, über Chaliza 1 ). 

Eore b'emeth, Erklärung der „AI tikri" (traditio- 
nellen Textvarianten) in Talmud, Midrasch, P'sikta 
etc., 2 Teile. 

Nicht unerwähnt sei auch die von ihm im Vereine mit 
2 anderen Gleichgesinnten, den Rabbinern Adler in Aschaffen- 
bürg und Lehmann in Mainz, herausgegebene Übersetzung 
des Pentateuchs 2 ). 

Daneben fand er noch Zeit für andere Arbeiten, teils 
talmudischer, teils wissenschaftlicher Art, die als Einzel- 
schriften oder in Zeitungen ihre Veröffentlichung fanden. Wir 
nennen u. a. die Einzelschriften: „Einige Worte des Auf- 
schlusses in Betreff der Emanzipation der Juden 44 , Würzburg 
1850; vgl. ferner „Fackel der Wahrheit", Würzburg 1860. 

Es war hohe Zeit gewesen, dass in Bayern wieder ein- 
mal ein Mann hervortratf gross genug und in sich vollendet, 
um die zahlreichen Anhänger einer tieferen Religiosität mit 
neuem Mut zu beleben, durch die Reinheit des Charakters 
ein Vorbild zu werden und die allzu empfangliche Jugend 
wieder auf eine religiöse Richtung zurückzulenken. Wie viel 
eine alleinstehende, entschiedene Manneskraft vermag, das 
hat Bamberger in seiner Amtstätigkeit gezeigt. Auch das 
erwachsene Geschlecht, sonst so beharrlich in seinen Irr- 
tümern, so stolz auf seine vermeintlich freie Überzeugung, 
gehorchte dem Zauber eines grossen Beispiels, seiner Un- 
eigennützigkeit und seiner erhabenen Auffassung des Glaubens; 
seine Rechtlichkeit und Tugend fand auf allen, allen, Seiten 
gebührende Anerkennung und Huldigung. 

Zu früh sollte B. seine irdische Laufbahn vollenden; 
er, der noch so Grosses hätte vollbringen, dessen Geistes- 

') Schon 27 Jahre vorher hatte B. dieses Werk vollendet, Hess es 
aber als Ms. liegen, bis ihm der Zeitpunkt für die Drucklegung geeignet 
erscheinen würde. 

*J Die 3 genannten organisierten die rühmlichst bekannte „ Ortho d. 
israel. Bibelanstalt", deren Zweck die Herausgabe der traditionellen Text- 
ausgabe und Übersetzung des Pentateuchs war und die noch heute 
segensreich wirkt. 



— 72 — 

quelle noch so Herrliches hätte entsprudeln können, wurde 
plötzlich am IL Tage des Sukkothfestes 5639 (13. Oktober 1878) 
dem Wirkungskreis entrissen. Während des Gottesdienstes in 
der Synagoge entfiel das Gebetbuch seinen Händen, und — einer 
der grössten, gelehrtesten Männer in Israel hatte zu leben 
aufgehört. Die Freude des Festes war dahin, „Klage und 
Trauer hatten seine Stelle eingenommen tf . Am 1. Tage des 
Sukkothzwischenfestes wurden die sterblichen Reste unter 
einer in Würzburg noch nie gesehenen starken Beteiligung 
in Höchberg beigesetzt. Das Grabdenkmal hebt die Grösse 
und Bedeutung Bs. hervor. Die. Aufschrift lautet: 

Tina an pnsp Trinö ib&itin ^nan mn w*n mioy wi ira« 

iwiiedks ^bn nnctr 
mm bvnvn |i*a 
cnp^n onro "ano 
p-v pnsp /OTiavb nmo /apjp ma^ rrvoM /DW naafo 

,o^naa uiy ibm noac xmp /t£Q"i ^ro 
.otw b"S Wm /rnaa-pn p"pa #m:ain inaa tratf 

cnancn twn itnpn wai nie *w ennem nts>p hbdd w 
imea nn*n" new non nmn ^a i*oan vfo n^p -an ba . 
: owck men vt vn p"hn naito^ cwa*n G"sfc pm aN 
'-)Ei?n rwv 1 ? mmm onnn 'n naiE neh mmn ^n enn «in 
omii p*6 mmna -vkd GntB^ m*o pra noiy bxi^ aan 
-in*o G^air p owa mvna invon ]n«n na "wk -iy 
mciw nn^v ono^ ^dkpi :r6 wa natca ]w«ia 
tn-u 'laaa iap:i "iöd: imv bz noyra nampn ianaa 
lmai pp wy psS tb*nn cbnrri '« minD^ 

• • • ■ • • • 

dn nasun 

B. hinterliess 6 Söhne und 3 Töchter. 

Ihre Namen, sowie ihre Wirkungsstätten seien hier 
chronologisch geordnet, angeführt. Ein ausführlicher Stamm- 
baum der Familie Bamberger sei einer späteren Gelegenheit 
vorbehalten. 



— 73 — 

Rachel B. (starb, 62 Jahre alt, 1893), verheiratet mit Selig- 
mann Fromm, Landgräfl. Hessischer Landes- 
rabbiner und gleichzeitig staatlich berufener Vor- 
sitzender des israel. Cultusvorstandes in Homburg 
v. d. Höhe seit 1851 (bezw. 1852), dann von 
Baron Freiherr Wilhelm Carl v. Rothschild-Frank- 
furt a. M. an seine Seite berufen im Jahre 1875, 
starb in Frankfurt, im Alter von 77 Jahren, im 
Jahre 1898. 

Skncha, 2 Jahre Rabbiner an der Rabbinerschule in Colmar, 
dann 26 Jahre Rabbiner der Gemeinde Fischach 
und 16 Jahre Rabbiner des Distrikts Aschaffen- 
burg, starb im Alter von 66 Jahren zu Aschaffen- 
burg im Jahre 1898. 

Zerline B. (starb 62 Jahre alt, 1898), verheiratet mit Unna, 
Moses, Rabb.-Kand. und Lehrer in Würzburg seit 
1856, starb als solcher im Jahre 1890. 

Salomon, 1868 Lehrer an der T. T. Schule in Sulzbürg 
(Baden), Rabbiner in Lengnau seit 1872, Nieder- 
hagenthal seit 1879, jetzt Sennheim (Elsass) seit 
1888. 

Moses Lob, Distrikts-Rabbiner in Kissingen seit 1865, starb 
als solcher daselbst im Alter von 61 Jahren im 
Jahre 1899. 

Seckel, 1867 Lehrer an der isr. Schule in Frankfurt a. M., 
seit 1869 Rabb.-Assessor in Frankfurt a. M., starb 
als solcher daselbst, 49 Jahre alt, im Jahre 1885. 

Judith B., verheiratet mit Immanuel Adler, Rabbiner in 
Mainbernhein seit 1868, jetzt Distrikts-Rabbiner in 
Kitzingen seit 1871. 

Nathan, Seminardirektor und Rabbinatsverweser seit 1878 in 
Würzburg, Stadt- und Distrikts-Rabbiner seit 1880. 

Jakob, Kaufmann, jetzt in Frankfurt a. M. 

Auf Nathan Bamberger, der bereits seit einer Reihe 

von Jahren den Vater in seiner Amtstätigkeit unterstützt 

hatte, als den würdigen Sohn des grossen Vaters, richteten 



— 74 - 

«ich alsbald die Blicke des Bezirkes, als die Frage der Neu- 
wahl an diesen herantrat. Am 13. Mai 1880 wurde er zum 
Distr.-Rabb. des Bezirks Würzburg gewählt und am 18. Mai 
1881 von der Kgl. Reg. als solcher bestätigt. — Er war 
auch der würdige Schüler des Vaters. Von ihm war er ein- 
geweiht in religiöses Wissen und religiöse Betätigung. Schon 
in seiner Jugend bearbeitete er gemeinsam mit seinem Bruder 
Simcha ein in der Münchener Hof- und Staatsbibliothek als 
Manuskript sich vorfindendes Werk des R. Ahron halevi 
zu den Traktaten Berachoth und Taanith, das sie mit einem 
Kommentar versahen und unter dem Titel O^H ITTlpE) her- 
ausgaben. 

In kindlicher Pietät knüpfte er überall an, wo sein 
Vater abgebrochen hatte. Vor allem lag ibm von Anfang an 
die Lehrerbildungsanstalt am Herzen. Mit aufopfernder Liebe 
und Hingebung widmete er ihr bis heute jeden freien Augen- 
blick — , und es gelang ihm auch tatsächlich, den Erfolgen 
nach die Anstalt an die Spitze aller deutschen Schwester- 
anstalten zu stellen. In ganz Bayern und weit darüber hin- 
aus wirken jetzt Schüler als Lehrer im Sinne des Gründers 
und jetzigen Leiters. Am 14. Mai dieses Jahres beging er 
unter grosser Teilnahme von Verehrern aus Gemeinde und 
Bezirk Würzburg und anderen Teilen Deutschlands, unter 
Anteilnahme der Kgl. Reg. und besonders der Lehrerkreise, 
die Auf das Würzburger Seminar als die Pflanzstätte ihres 
Wissens und Könnens zurückblicken, das 25 jährige Jubiläum 
der Amtstätigkeit im Rabbinerberuf und in der Leitung der 
Lehrerbildungsanstalt. Uneigennützigkeit ebnete ihm überall 
den Weg, Die Mittel zur Erhaltung weiss er durch unver- 
drossenes Anklopfen an jüdische Wohltätigkeit ganz allein her- 
beizuschaffen. Ohne Rücksicht auf etwa zu erwartenden 
Undank hat er für jeden Zögling ein väterliches Herz; gar 
mancher hat ihm allein in materieller Hinsicht den Fortgang 
seiner Studien zu danken. Die Güte und Milde seines Sinnes 
läset ihn überall finden, wo es gilt, Not von Brüdern zu 
mildern, er ist gleichsam einer der Mittelpunkte für die Wohl- 



— 75 — 

tätigkeitsbestrebungen der Juden in Deutschland und darüber 
hinaus. Besonders erwähnt sei hier seine Organisation der 
auf das hl. Land gerichteten jüdischen Wohltätigkeit. 

Wohl kaum eine höhere, die Allgemeinheit der deutschen 
Juden betreffende, religiöse Frage wird ohne seine Mithilfe 
erledigt. 

Sein Leitfaden für den israelitischen Religionsunterricht, 
der bereits in siebenter Auflage erschienen ist, ward vom Kgl. 
bayrischen Staatsministerium zum Gebrauche in den Schulen 
Bayerns empfohlen, und die weilgehende Verbreitung zeugt 
von seinem inhaltlichen und pädagogischen Werte. 



> 



Beilage A. 



Das Grossherzogl. Landesoberrabbinat mit dem 
Sitze in Heidingsfeld bis 1813. Die Ein- 
führung des „Jadenedikts" vom 13. Juni 1813. 

Bevor wir näher auf das Landes-Rabbinat selbst ein- 
gehen, müssen wir zur Orientierung das Wichtigste über die 
Organisation der Judenschaft im Grossherzogtum Würzburg 
vorausschicken. Die grossh. würzburgische Regierung hatte 
im Jahre 1808 behufs Organisation des Judenwesens Unter- 
handlungen gepflogen. Aus dem Memorandum 1 ) des mit 
Vorschlägen zur Neuorganisation betrauten Referenten Halb- 
ritter erfahren wir über die bisherige Organisation folgendes: 
Die Judenschaft im Grossherzogtum Würzburg, 
mit Ausschluss der vormals ritterschaftl. Juden, 
bildet eine eigene Korporation, welche einen Ober- 
rabbiner, gewisse Landvorgänger, einen Kassierer und 
einen Judenboten hat. Gegenwärtig sind im Grossherzog- j 

tum noch ein Oberrabbiner (in Heidingsfeld), und in y 

drei — Unterrabbiner nämlich in Heidingsfeld, Burg- 
preppach und Mainbernhein; das letztgenannte ist erst 
durch den Staatsvertrag mit Bayern an das Gross- 
herzogtum übergegangen. 

Die vormals ritterschaftl. Juden teilten sich 
1806 in die Unterländer und in die Oberländer oder 
Grabfelder Juden. 

Die Unterländer bildeten gleich den altwürz- 

') Das Memorandum samt den Einwendungen und Bescheiden des 
Grossherzogtums findet sich unter Judensachen MS. 296 f. im Archiv 
des histor. Vereins in Würzburg. 






— 77 — 

burgischen eine eigene Korporation und haben mit 
diesen einen gemeinschaftlichen Oberrabbiner; nämlich 
jenen zu Heidingsfeld. 

Die Oberländer oder Grabfelder bildeten gleich- 
falls einen eigenen Verein, der in 5 Distrikte ein- 
geteilt war, und hatten ihren, eigenen Rabbiner in Burg- 
preppach. 

Seit wann das Landesoberrabbinat Würzburg mit dem 
Sitze in Heidingsfeld bestand, lässt sich mit Bestimmtheit nicht 
nachweisen. Doch aus einem Bittgesuch der Heidingsfelder 
Juden aus dem Jahre 1809, den Rabbinatsitz dort zu belassen, 
entnehmen wir, dass derselbe fast zwei Jahrhunderte dort 
gewesen sein muss. Misshelligkeiten, die seit 1769 zwischen 
der Hochfürstlichen Würzburgischen gemeinen Land-Juden- 
schaft und der ritterschaftl. Judenschaft in Franken aus- 
gebrochen waren, führten zu dem sog. Arnsteiner Regress, 
der am 27. Januar 1772 geschlossen wurde und am 20. 
Dezember 1775 die Bestätigung der hochfürstl. Regierung 
erhielt. Dieser Vertrag hatte hauptsächlich den Zweck, die 
Stellung des Landesoberrabbinats zu den verschiedenen 
Judenkorporationen zu ordnen. Die den Landesrabbiner 
betreffenden Punkte des Vertrages sind: 

§ IL „Sollen und wollen die Ritterschaftlichen 
„Juden den von Ihrer hochfürstl. Gnaden zu Würzburg be- 
stätigten und dekretierten Würzburgischen Landrabbiner für 
„ihren ordentlichen Rabbiner, gleich der Hochfürstl. Würz- 
„burgischen schutzverwandten Judenschaft, in allen 
„vorkommenden Ceremonial-Sachen, und denen nach dem 
„Jüdischen Gebrauch und Rechten dahin einschlagenden 
„Fällen erkennen. 

§ III. „Sofort alle Ehe-pacta von ihm bestätigen, alle 
„Copulationes, Ehescheidungen und Teilungen, und überhaupt 
„alle und jede in Ceremonial-Sachen einschlagende Vorfälle 
„durch ihn allein verrichten lassen, auch diejenige, welche in 
„jüdische Ceremonien, als Schechten und dergleichen ge- 
braucht werden sollen, gedachtem Würzburgischen Land- 



i 

•^ 



— 78 — 

„rabbiner zur Prüfung vorstellen und über ihre Fälligkeit 
„desselben schriftliche Approbation an verlangen; Soviel 

§ IV. „Die strittigen Rechtshändel oder Prozess- 
ualen, Ritterschaftliche Juden betrifft, sollen solche, 
„indem sie unter die Ceremonien - Sachen gehören, wie 
„vor Alters, also auch fernerhin von dem Würzburgischen 
„Landrabbiner alleinig untersuchet und abgehandlet werden, 
„jedoch dergestalten, dass von dem Landrabbiner ausgefertigte 
„Ladung von demjenigen Vorgänger, in dessen Bezirk der 
„beklagte Ritterschaftliche Jud wohnet, ebenfalls unterschrieben 
„werde. Wenn aber der Kläger bescheinigen kann, dass er 
„sothane Ladung dem Bezirksvorgänger zur Unterschrift über- 
lieferet und von diesem in Zeit 30 Tagen von dem Tag der 
„Überlieferung an nicht unterschrieben worden, so soll der 
„Beklagte auch ohne des Vorgängers Unterschrift auf die 
„Ladung zu erscheinen schuldig und der Landrabbiner fort- 
zufahren befugt seyn. In Sachen aber, die 20 Rthlr. und 
„darunter betreffen, solle es, wie unter'm § VIII verglichen 
„ist, gehalten werden. Dieweilen nun auch 

§ V. „Befug des unter dem 14ten Januarii 1727 er- 
lassenen bochfürstlichen Decrets deren beyderseitigen Juden- 
„ schaften vergönnt ist, den Würzburgischen Landrabbiner ge- 
meinschaftlich auszuersehen, und Sr. Hochfürstl. Gnaden zur 
„gnädigsten Bestättigung unterthänigst vorzustellen; alss ist 
„bedungen worden, dass bei Rührung eines künftigen Land- 
„rabbiners der vierte Teil an denen Stimmen der Ritter- 
„schaftlichen, und die andere drey Vierttheil deren 
„Stimmen der Würzburgischen Judenschaft, nebst der 
„Stimme des Obmanns, zukommen sollen, z. E. Man würde 
„einig werden, dass die Wahl durch 20 Personen geschehen 
„solle, so hätten die Ritterschaftliche Juden 5 Stimmen, und 
„die Würzburgische Juden 15 Stimmen zu führen, und die 
„Stelle eines Obmanns, welcher nach den jüdischen Rechten 
„in derley Geschäften gegenwärtig seyn muss, hätte einer aus 
„der Würzburgischen Judenschaft allezeit zu vertretten, es 
„möchten viel oder wenig Personen von beyden Teilen, doch 



— 79 - 

„allemahl nach den vorbedungenen Verhältnis, zur Kührang 
„deputirt werden. Ferner 

§ VI. „Versprechen die Ritterschaftliche Juden 
„dem Würzburgischen Landrabbiner das gewöhnliche Salarium, 
„nebst denen von Alters her üblichen accidentien, ohne allen 
„Abgang oder Verkürzung künftighin ohneverweigerlich abzu- 
deichen, dahero auch dem dermahligen Landrabbiner zu 
„Heydingsfeld sein rückständiges Salarium und gebührende 
„accidentien in Zeit Sechs Wochen 3 Tagen annoch zu ver- 
„güten, oder sich diesfalls mit demselben billiger massen zu 
„vergleichen. Und gleichwie 

§ VII. »Die ritterschaftliche Judenschaft Zeithero 
„einen Unterrabbiner für sich gehalten hat, alss solle zwar 
„derselben, einen Solchen auf ihre alleinige Kosten ferner zu 
„haben, ohnbenommen seyn, mit der ausdrücklichen Be- 
„dinguns jedoch, dass diesser Unterrabbiner sich keiner 
„Ceremonialsache, Sie mag Nahmen haben, wie Sie wolle, 
„unterziehen solle, es wäre dann, dass derselbe von dem 
„Landrabbiner die Erlaubnis hierzu insbesondere erhalten 
„hätte, oder zu einen oder anderen Vorfall bevollmächtiget 
„worden wäre. Wenn aber 

§ VIII. „Ein Prozess zwischen zwey ritterschaftlichen 
n Juden entstehet, oder ein ritterschaftlicher Jud der Beklagte 
„ist, so solle zwar der Ritterschaftliche Unterrabbiner befugt 
„seyn, auf Anrufen des Klägers Ladung zu erlassen, und das 
„Richteramt mitzutheilen, nur aber in dem Fall, wenn der in 
„der Klag befangene Gegenstand nicht mehr als 20 Rthlr., 
„oder darunter betraget, und der beklagte näher an dem 
„ritterschaftlichen Unter-Rabbiner, als an dem Würzburgischen 
„Land-Rabbiner wohnet, jedoch 

§ VIV. „Bleibet auch in diesem Fall dem Beklagten 
„die Auswahl, ob er nicht lieber bei dem Würzburgischen 
„Landrabbiner seine Sache austragen wolle; Wo sodann auch 
„der Kläger schuldig ist, die Klag bey dem Würzburgischen 
„Land-Rabbiner einzuführen. 

So weit das Memorandum Halbritters. 



— 80 - 

Der Oberlandrabbiner war das Oberhaupt der kirch- 
lichen Verfassung. 

Bisher hatte er folgende Gegenstände zu besorgen: 

1. Die Kopulation. 

2. Die Ehescheidungen. 

3. Das Schuhausziehen bei den Sterbefällen des 
Schwagers nach mosaischen Gesetzen. 

4. Alle Dispensations-Erteilungen oder Befreiungen von 
der Beobachtung des Zeremoniells. 

5. Die Zivil-Jurisdiktion, welche nach jüd. Gesetzen in 
den Streitsachen der Juden unter sich bestehen, und 
zu den Zermonialgegenständen gehören, in deren 
Gefolge auch die Verhängung des Bannes und die 
desfalsige Ausschreibung an die schwarze Tafel ver- 
fügt werden. 

6. Das Becht, alle Eheverträge zu fertigen, dann nach 
den Sterbefällen die Inventuren und Teilungen mit 
Zuziehung des Distrikts-Vorgängers vorzunehmen. 

7. Die Abnahme der Haupteide und 

8. Das ausschliessende Recht, die Kandidaten zum 
Rabbiner-Amte, ebenso alle diejenigen, welche sich 
dem Schächten widmen wollen, zu examinieren und 
frei zu sprechen. — 

Das Gehalt des Oberlandrabbiners bestand in einem 
Fixum von 100 fl. rh. seitens der altwürzburgischen Juden- 
schaft und 63 fl. seitens der ritterschaftl. Judenschaft und 
in Accidenzien; auf diese war sein Unterhalt hauptsächlich 
gegründet. 

Sie waren nach der von der Landjudenschaft fest- 
gesetzten und eingeführten Ordnung folgende: 

„1. Für eine Verlobung von jeder Partei ein Gulden 
„20 Kr., zusammen 2 Gulden 40 Kreuzer. 

„2* Bei Verehelichungen: 

„a) als Trauungsgebühr 2 fl. 15 Kr., ferner 
„b) von der Aussteuer bis zu 500 Reichsthalern Vi °/ 
„und von dem, was die Aussteuer diese Summen 



4 



— 81 - 

„übersteigt, y 4 %, und zwar von der grössten Aus- 
steuer, 
„c) als Schreibgebühren, von jedem Schtar oder so 
„betitelten Verlobungspackte bei der Hochzeit ! / 4 
„Rth.; wenn nämlich der Oberrabbiner die Trauung 
„in Person vornimmt 
„d) Von der sogenannten Kesuba 1 fl. 20 Er. 
„e) Von Bestätigung aller Ehepackten bei der Hochzeit 
„besonders 1 Spezies Thaler. 
„3. Ausser den Hochzeiten wird für die Bestätigung 
„eines einzelnen Schtars oder Vertrag ebenfalls 1 
„Spezies Thaler bezahlt. 
„4. Für eine Citation 10 Kr. und zwar von einer jeden 

„Citation. 
„5. Für einen Befehl gleichfalls 10 Er. 
„6. Für einen so betitelten Eala-Brief | id est ein Be- 
„glaubigungsschein für eine Braut, damit sie das ihr 
„an der versprochenen Aussteuer abgehende durch 
„Besteuerungen erhalte | 1 fl. 
„7. Von einer Ehescheidung, desgleichen 
,,8. Von Erteilung der sogenannten Chalize sind dem 
„L.-R. 12 Rth. zu bezahlen, davon hat derselbe aber 
„Mitrichter, und die Zeugen, auch den Schreiber zu 
„befriedigen, und die übrigen hierbei nötigen Eosten 
„zu bestreiten. 
„9. Von der Prüfung und Anstellung eines Schächters 
„2 fl. Von der Prüfung eines jeden Viehschächters 
„aber nur 1 fl. und von jedem insbesondere 2 fl. 
„10. Von der abermab'gen Prüfung eines bereits ange- 
stellten Schächters 30 Kr. 
„11. Von der Prüfung einer sog. Morenu, welches mit 
„Vorwissen aller Vorgänger zu geschehen hat, 18 Kth. 
„12. Von Erteilung der so betitelten Chober | id est die 
„Benennung der gelehrten Klasse, die demjenigen, 
„dem solche Benennung beigelegt wird, gewisse Vor- 

„züge in der Synagoge verstattet | welche nicht ohne 

6 



— 82 — 

» 

„Vorwilligung des Distrikts Vorgängers erteilt werden 
„darf, einen Speziesdukaten. 
„13. Bei Hinterlassenschaften sind die Gebühren, wie bei 
„Hochzeiten: 
„a) von dem Sterbefalle des Familienhauptes 2 fl 15 

„Kr., ferner 
„b) von den ersten 600 Rth. */* °/ und von dem, 
„was die Hinterlassenschaft diese Summen über- 
steigt, i / i °/o, nämlich nach Abzug der Passiv- 
„ Schulden und von dem übrigen werden die Ge- 
bühren wie hier bemerkt bezahlt. 
„c) Von dem Wittwen-Eide 4 Rth., welche die Wwe. 
„auch dann zu bezahlen hat, wenn sie von dem 
„Eide entlassen worden. 
„14. Sportein bei Prozessen werden nach Inhalt der 
„Sachen und nach Betreff des Prozesses der billigen 
„Einsicht des O.-R. überlassen. 
„15. Die Gebühren von Erneuerung der Landes-Anlagen 
„werden jedesmal für den O.-R. bei Vornahme dieses» 
„ Geschäftes reguliert werden. 
„16. Von Vormundsrechnungen 2 Rth. 
„17. Derjenige, der zum Vorgänger erwählt wird, hat 
„dem O.-R. einen Dukaten zu bezahlen, und ist dem- 
selben die in Artikel 13 bemerkte Chober | wenn er 
„solche noch nicht erhalten haben sollte | zu erteilen; 
„wovon derselbe die bestimmten Gebühren hiervon 
„mit einem Dukaten zu zahlen hat. 
„18. Von der Erwählung eines neuen Deputirten gebührt 
„dem O.-R. 2 fl. fränkisch. Welches von uns ge- 
schrieben confirmirt sind. 

„Würzburg, den 5ten Tag der Woche. 

„26t in Monath Tebas des Jahres 5559 nach jüdischer 
,Zeitrechung | id-est der 23t Januar 1799|. 

„Peretz Koppel Levi Landvorgänger 

„Samuel Sarason von Gemünden Landvorgänger 






— 83 - 

„Faust Meyer von Didigheim Landvorgänger 
„Michel Moises von Schonungen Landvorgänger 
„Abr. Hirsch Moises Meyer Landvorgänger 
„Vigdor Hes aus Neustadt a/S. Vorgänger. 

Die Accidentien, die der O.R. von der ritterschaftl. 
Judenschaft erhielt, waren der Hauptsache nach dieselben 
und nur in wenigen Punkten verschieden. Die Abweichungen 
sind : 

„Bei der Verlobung zahlt jede Partei nur 2 fl. 

„Beträgt die Aussteuer nicht 200 fl., so werden nur 2 
„Rth. bezahlt. 

„Jede Citation hat der O.-R. dem Distrikts- Vorgänger zu 
„überschicken. Besag Arnsteiner Regresses und Nachtrages. 

„Für eine Chalize sind 18 fl. zu bezahlen. 

„Für die Prüfung einer bereits angestellten Morenu 
„werden nur */* Earlin bezahlt. 

„Für die Erteilung der Chober 5 fl. 30 Kr. 

„Der Herr O.-R. wird sich bei jeder Gelegenheit zum 
„Besten der ritterschaftl. Landjudenschaft verwenden. 

„Alles obige bezieht sich laut Arnsteiner Regresses und 
„Nachtrages. 

„Aron Jonathan von Westheim 
„Hirsch Nahm von Niederwerrn 
„Hayum Lazarus von Thüngen 
„Josef Mandel von Mainstockhein 
„ Jonas Hirsch von Franken winhein 



Ritterschaftl. 

Land- 
Vorgänger. 



Im Jahre 1808 (14. Dzb.) richtete der O.R. an die 
Landesdirektion das Ersuchen, gesetzlich den Bezug der Acci- 
dentien bei Inventuren und Teilungen zu regeln. Bing sah sich 
um so mehr veranlasst, die Behörden in diesen Angelegen- 
heiten in Anspruch zu nehmen, als man ihn in verschiedener 
Weise in seinem „Geschäftskreise zu beeinträchtigen suchte** 
und in die ihm zustehenden Rechte häufig unrechtmässig 
eingriff. Zur Beglaubigung seiner Angaben legte er des 

öfteren ein Attest der Landes Vorgänger bei. 

6* 



— 84 — 

Das Jahr 1813 brachte endlich den Juden Bayerns die 
langersehnte staatliche Organisation, den Rabbinern die 
gesetzliche Anerkennung und bedingte Oleichstellung mit den 
Rechten der Geistlichen anderer Konfessionen. Doch erst 
am Schlüsse des Jahres 1816 wurde dieses sog. „Juden- 
edikt u im Grossherzogtam Würzburg und Fürstentum 
Aschaffenburg eingeführt. Das Edikt von 1813 bespricht 
die Verhältnisse der Rabbiner in 5 Paragraphen und zwar: 

㤠26. Die Ortsrabbiner und Substituten werden von den 
„Mitgliedern der Kirchengemeinde vorgeschlagen, von den 
„General- Kreis- Kommissariaten geprüft und nach Befund 
„bestätigt oder verworfen. 

„Die Bestätigten können ohne Bewilligung des General- 
„Kommissariats nicht entlassen werden. 

㤠27. Der zum Rabbiner oder Substituten vorgeschlagene 
„Jude muss: 

„a) als königlicher Unterthan in die Matrikel eingetragen, 

„b) der deutschen Sprache mächtig und überhaupt wissen- 
schaftlich gebildet, 

„c) ohne Makel des Wuchers oder eines betrüglichen 
„Bankerotts, und sonst von einem guten und sittlichen 
„Lebenswandel sein. 

„§ 28. Bei der Bestätigung hat der Rabbiner einen 
„feierlichen Eid dahin abzulegen, dass er den Gesetzen des 
„Reiches durchgehends schuldige Folge leisten, nichts gegen 
„dieselben lehren oder gestatten, wo er etwas dagegen erfahren 
„würde, solches der Obrigkeit treulich anzeigen und in keine 
„Verbindung irgend einer Art mit ausländischen Obern sich 
„einlassen werde. 

㤠29. Die in den drei vorhergehenden Artikeln ent- 
haltenen Bestimmungen finden auch auf die dermal bestehenden 
„Rabbiner ihre Anwendung. 

㤠30. Der Wirkungskreis der Rabbiner wird aus- 
„schliessend auf die kirchlichen Verrichtungen beschränkt, und 
„alle Ausübung von Gerichtsbarkeit, unter welchem Vorwande 
„sie immer angesprochen werden wollte, sowie alle Einmischung 



i 



— 85 — 

„derselben und der Barnosen in bürgerliche oder Gemeinde- 
„angelegenheiten wird bei ernstlichen Geld- und Areststrafen 
„nach Umständen selbst der Entlassung verboten, wobei sich 
„die Nichtigkeit der Handlung von selbsten versteht. Die 
„Juden haben demnach, gleich den übrigen Unterthanen, bei 
„Unseren Behörden Recht zu nehmen und alle Gesetze 
„Unseres Reiches, insoweit nicht rücksichtlich der Juden 
„Ausnahmen gemacht sind, finden auch auf sie ihre Anwen- 
| «düng. 

Durch diese neue Organisation ward gleichzeitig die 
bisher den Rabbinern zustehende Jurisdiktion (Gerichtsbar- 
keit) aufgehoben, nachdem solche bereits 70 Jahre früher 
trotz aller Vorstellungen 1 ) wesentlich eingeschränkt worden 
war 2 ). Die Rabbiner fühlten sich aber jetzt durch den da- 
durch entstehenden materiellen Verlust aufs schwerste ge- 
schädigt und erhoben Widerspruch, bezw. Anspruch auf 
Entschädigung, bei der Regierung in Würzburg, Kammer des 
Innern. 

Die Kammer des Innern erwidert am 12. Dezember 
1817: „dass man die Entschädigung der beiden Rabbiner für 
„die verlorenen Sportein und Accidentien allerdings für 
„billig halte, indem diese Sportein nunmehr zur Staats- 
„kasse fliessen, und vordem einen Besoldungsteil dieser 

) „beiden O.Rabbiner ausgemacht hatten. 

I „Ebensowenig findet man gegen die aufgestellten und in 

„dem Berichte an die allerh. Stelle zu erstattende 
„anliegende zurückgehenden Bericht auseinandergesetzten 
„Liquidationsgrundgesetzen etwas zu erinnern, indem 
„solcher mit dem früher dahin beachteten vollkommen 
„übereinstimmen. 



J ) Siehe Beilage D. 

■) In Preussen wurde die Rechtsprechung der Juden den- 
selben durch Reskript vom 22. Febr. 1700 ganz entzogen. Im Fürst- 
bistum Strassburg wurde sie am 6. April 1679 unter staatliche Aufsicht 
gestellt. (Weiss C. Th., Geschichte und rechtliche Stellung der Juden 
im Fürstbi8t. Strassb. Diss. Heidelb. 1894). 






— 86 — 

Das Gesuch der Rabbiner wurde genehmigt und dem 
Rabbiner Bing wurde der Anspruch auf 870 fl. „Sportel- 
gelder" von der Regierung zugestanden. 

Die von verschiedenen Seiten erhobenen Klagen über 
die rabbinatlichen Verhältnisse, nicht in letzter Linie auch der 
zunehmende Abfall vom traditionellen überlieferten Judentum 

« 

veranlassten die Behörden, im Jahre 1828 dem Plane näher 
zu treten, eine Behörde für die Religionsangelegenheiten der 
Juden zu schaffen. 

Auch der Magistrat in Würzburg wurde um gutachtende 
Äusserung über dieses Projekt, insbesondere wegen Auf- 
bringung der Kosten, befragt. 

Da nach seinem Berichte nicht genügend Beiträge zu 
den durch diese Organisation entstehenden Unkosten eingehen 
würden, liess man die Sache auf sich beruhen. Ebenso 
erging es den Beschwerden des Oberrabbiner B. und Genossen, 
die gegen mehrere § des Edikts Einsprache erhoben und 
Änderungen im Interesse der Rabbiner erbaten. So gegen 
§ 27 des Edikts: 

^Vorstellung des Rabbiner Bing et. Cons. vom 19. 
Jänner 1833. 

„Der Distriktsrabbiner Abraham Weichsler zu Schwabach 
„und mit ihm auch der Oberland- Rabbiner Bing in 
„Würzburg, der Stadtrabbiner Hochheimer in Ansbach 
„und andere ältere Rabbiner beschweren sich, dass die 
„in § 27 lit. b enthaltene Bestimmung dahin gedeutet 
„und ausgedehnt werde, dass der jüd. Rabbinatskandidat 
„gleich den Pfarramtskandidaten, alle hohen Schulen 
„regelmässig absolviert auch die lateinische und griech. 
„Sprache erlernt haben müsse, wodurch die Vernach- 
lässigung des Studiums der jüd. Gottesgelahrtheit, 
„offenbare Spaltungen und Sekten unter den Israeliten 

*) Aas einem Faszikel Akten der Kgl. Regierung von Oberpfalz 
und Regen 8burg, mitgeteilt von Herrn Distriktsrabbiner Dr. Weinberg 
in Sulzbürg (Oberpfalz). 



— 87 — 

„veranlasst und für die positive Religion, sowie für den 
„Staat selbst grosser Nachteil herbeigeführt werden. 
„Von der Emanierung des allerh. Ediktes vom lOten Juny 
„1813, oder vielmehr von der demselben gegebenen 
„obenerwähnten Auslegung widmete jeder Rabbinats- 
„kandidat von seinem 13ten Lebensjahre an bis zum 
„zurückgelegten 24ten Jahre seine ganze Zeit in Tätig- 
„keit dem Talmuds-Studium, um dadurch eine feste 
„Grundlage zur hebr. Gottesgelahrtheit für seine künftige 
„Berufssphäre zu bilden, ohne dabei die allgemein wissen- 
schaftliche Ausbildung, soweit sie zu dem Stande 
„eines Rabbiners und seinem künftigen Wirkungskreise 
„erforderlich war, von seinem Privatfleisse auszusöhliessen. 
„Ganz anders gestalteten sich die Verhältnisse, seitdem 
„die Rabbinerstellen mit noch jugend. Subjekten besetzt 
„werden, welche die Universitäts-Studien absolviert haben. 
„Diese haben den Zeitraum von 11 bis 12 Jahren, 
„welche ein gründliches Talmudstudium ausschliessend 
„in Anspruch nimmt, mit Erlangung der lat. und griech. 
„Sprache, sowie mit der Erlernung solcher Kenntnisse 
„zugebracht, welche mit der Funktion eines Rabbiners 
„in gar keiner Verbindung stehen, während sie in den 
„Studien des Talmuds gänzlich zurückgeblieben sind, 
„und sich durch ihre Lebensweise auf den Akademien 
„von ihrem künftigen Berufe gänzlich entfernt haben. 
„Die unmittelbare Folge dieses zweckwidrigen Vor- 
„bereitungsplanes für Rabbiner- und Substitutenstellen 
„ist, dass sich Subjekte zu diesen wichtigen und einfluss- 
„reichen Amtern drängen, welche den Talmud, diese 
„inhaltsschwere mündliche Überlieferung der mosaischen 
„Religion und diese weit umfassende Sammlung von 
„Religions- und Moralgesetzen nur höchst oberflächlich 
„aus blossen Auszügen kennen, keine schwierige religiöse 
„Frage beantworten können und ihre Prüfung zur Er- 
langung des Titels Morene lediglich auf Talmud-Auszüge 
„beschränken müssen. 



— 88 — 

„Hieraus ist auch die traurige Erscheinung erklärbar, 
„dass diej. neuen Rabbiner, welche das gründliche Studium 
„des Talmuds entbehrten, solche Veränderungen in der 
„mosaischen Religion gewagt haben, welche die gelehrten 
„Rabbiner vorzunehmen nicht befugt sind, da diesen 
„Neuerern die wahren Gründe der früher bestandenen 
„Religiösen und Kultus-Institute unbekannt sind; und 
„sie sich in ihrem Eigendünkel selbst über Fundamental* 
„Sätze der mosaischen Konfession kühn hinwegsetzen. 

„Es ist übrigens durchaus nicht anzunehmen, dass 
„unter der § 27 des allerh. Ediktes vom 10. Juny 1813 
„für den Rabbiner oder Substituten als Vorbedingung 
„seines Standes geforderten wissenschaftl. Bildung die 
„ AbsolvieningdesUniversitäts-Studiumsund die Erlernung 
„der lat. und griech. Sprache zu verstehen sei Diese 
„Auslegung widerspricht nicht nur dem buchstäblichen 
„Inhalt des bemerkten Ediktes, sondern auch dem 
„Gesetze der Zweckmässigkeit. 

„Wäre unter wissenschaftl. Bildung der Besuch der 
„Universitäten und die Erlernung der lat und griech. 
„Sprache verstanden worden, wie hätte dann die Be- 
merkung beigefügt werden können, dass der Rabbiner 
„oder Substitut der deutschen Sprache mächtig sein 
„muss, da sich diese Sprachkenntnis von einem Subjekte, 
„welches alle Schulen durchgehen muss, schon von selbst 
„versteht, und kurz vorher bestimmt ist, dass nur ein 
„K. bayerischer Untertan zu dem Amte eines Rabbiners 
„gelangen kann. 

„Wozu soll die Kenntnis der lateinischen und grie- 
chischen Sprache einem Rabbiner dienen, da die israeliti- 
schen Religionsbücher in hebräischer Sprache verfasst 
„sind? 

„Zur Erlangung einer wissenschaftlichen Bildung ist 
„es nicht absolut notwendig, denn es gibt sehr viele 
„wissenschaftlich gebildete Männer, welche nie eine 
„Hochschule besucht haben 4 *. 



— 89 — 

Hieran schliessen sich nun die Vorschläge der bitt- 
stellenden Rabbiner, dass es 

„a) hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Bildung bei dem 
„allerhöchsten Edikt vom 10. Juny 1813 zu verbleiben 
„habe, ihnen sohin, um sich der jüdischen Theologie, 
„als ihrem wahrhaftenBerufe gehörig widmen zu können, 
„der Besuch der hohen Schulen zu erlassen sey, 

„b) dass sie sich mit einer Approbation vor einer aller- 
„gnädigst zu bestellenden Kommission von aner- 
kannten, rechtlichen Gelehrten und religiösen Männern 
„über deren Befähigung zum Rabbiner- Amte auszu- 
weisen haben, 

„c) dass sie den jüdischen Ritus, wie er bisher als rechts- 
„gültig anerkannt ist, treu anzuhängen haben, und zu 
„keiner Abänderung befugt sein sollen. 

Ad § 30 des Ediktes. 

In bezug auf diesen § wird von mehreren Seiten über 
zu hoch gestellte Forderungen der Rabbiner für ihre kirch- 
lichen Verrichtungen, namentlich wegen zu grosser Gebühren 
bei den Trauungen Beschwerde erhoben. 

Zu § 32 des Edikts i). 

Aus einer Vorstellung des Rabbiner Bing u. Cons. r 
vom 19. Jänner 1833. 

„1. Nachteilig wirken die neu angestellten Religionslehrer. 
„Während dieselben hauptsächlich nur das Examen eines 
„Elementarlehrers zu erstehen haben, wird auf ihre Re- 
„ligionskenntnisse nur wenig Rücksicht genommen und 
„werden sogar, wenn sie auch durch ihre zweideutige 
„Lehre das Zutrauen der Gemeinde gänzlich verloren, 



*) § 32 des Edikts lautet: 

„Die Judenkinder beider Geschlechter sind gleich jenen Unserer 
„übrigen Unterthanen zum öffentlichen Schulbesuche in Städten und auf 
„dem Lande verbanden, und sie erhalten, mit Ausnahme der ßeligions- 
* lehre, gleichen Unterricht mit denselben, unter Beobachtung aller über 
„das Schul- und Erziehungswesen bestehenden Verordnungen; der Zutritt 
„zu allen höheren Lehranstalten ist ihnen gestattet M . 



— 90 — 

„derselben noch als Vorsänger trotz aller Protestationen 
„aufgedrungen. 
„2. Auch trägt die dermalige Einrichtung der jüdischen 
„Religionsschulen sehr viel zum Verfall der jüdischen 
„Religion bei, denn die israelitischen Religionsschullehrer 
„sind nicht dem Rabbiner, sondern dem christlichen 
„Schulinspektor untergeordnet. 

„Die Folge dieses Verhältnisses ist, dass die israel. 
„Kinder eher alles andere, als ihre Religion kennen 
„lernen, und dass dermalen ein Kind von 13 Jahren 
„nicht so viel Religionskenntnis besitzt, als sonst ein 
„Kind von 9 Jahren hatte, indem das ganze Bestreben 
„der isr. Schullehrer nur dahin zu richten ist, den Bei- 
„fail der Schulinspektoren zu erlangen, von deren Gut- 
nachten ihre Beförderung oder Zurücksetzung abhängt 
„und die Erinnerungen der Rabbiner von seiten der 
„Religionslehrer gar keiner Beachtung gewürdigt werden. 

„Dieser Missstand erscheint um so auffallender, da 
„die israel. Religionsschule ausschliessend dem Unter- 
richte in der Religion gewidmet seyn sollte". 
Das Edikt von 1813 gilt heute noch in Bayern als zu 
Recht bestehend. 



Beilage B. 



Das K. Landesoberrabbinat Wflrzbnrg 
1813—1839 mit dem Sitze in Wflrzbnrg. 

Im Jahre 1813 verlegte O. R. Bing wohl aus eigenem 
Antriebe den Rabbinatssitz, den er seit 1798 inne hatte, von 
Heidingsfeld nach Würzbarg, woselbst damals 15 Familien 
wohnten. Das Oberrabbinat umfasste in jener Zeit 

a) das altwürzburgische, sog. Unterland; 

b) die mit dieser Judenkorporation in Verbindung stehende, 
ehem. ritterschaftl., Judenschaft, sowie. 

folgende Ortschaften 1 ): 
Acholshausen (K.) 
Adelsberg (Ks.) 

Aidhausen (Bp ) 

Allersheim (Kz.) 

Altenschönbach (Seh.) 



Arnstein 


(Seh.) 


Aub 


(Kz.) 


Bibergau 


(W.) 


Bischbrunn 


(o) 


Bischwind 


(o) 


Boedigheim 


(Mannheim) 


Bonnland 


(Seh,) 


Brückenau 


(Gh Ks.) 


Brunn 


(o) 



Brünnau 


(Seh.) 


Burgfarnbach 


(o) 


Burgsinn 


(Ks.) 


Bütthard 


(Kz.) 


Dettelbach 


IW.) 


Ebelsbach 


(o) 


Erlabrunn 


(o) 


Ermershausen 


(Bp.) 


Estenfeld 


(W.) 


Ettershausen 


(o) 


Euerbach 


(Seh.) 


Fladungen 


(o) 


Franken winheim (Seh.) 


Fuchsstadt 


(o) 



J ) Die in Klammern beigefügten Buchstaben weisen auf die 
spätere Rabbinatszugehörigkeit hin: Bp. = Burgpreppach ; Gr. = Gers- 
feld; Ks. = Bad Kissingen; Kz. = Kitzingen; Seh. = Schweinfort; 
W. = Würzbarg; o = aufgelöst. 



— 92 — 



Gaukönigshofen (Ez.) 

Geldersheim (Seh ) 

Gemünden (Es.) 

Geroldshausen (Kz.) 

Gerolzhofen (Seh.) 

Gochsheim (Seh.) 

Gossmannsdorf (Ez.) 

Grossheynfeld (o) 

Hammelburg (Es.) 

Hassfurt (Seh.) 

Hessdorf (Es.) 

Heidingsfeld (W.) 

Hettenhausen (Fulda) 

Hettstadt (o) 

Himmel Stadt (o) 

Höchberg (W.) 

Höllrich (Es.) 

Holzstadt (o) 

Homburg (W.) 

Jäsbersdorf (o) 

Kirchensgruber (o) 

Kirchheim (W.) 

Kirchschönbach (Seh.) 

Kissingen (Es.) 

Kleineibstadt (Bp.) 

Kleinsteinach (Bp.) 

Königshofen (Bp.) 

Külsheim(Külzberg?) (Wert- 
heim) 

Laudenbach (W.) 

Leuchtersbach (o) 

Lendershausen (Bp.) 

Lülsfeld (Seh.) 

Mainbernheim (W.) 

Mainstockheim (W.) 

Massbach (Es.) 



Mellrichstadt (G. Es.) 

Michenwind (o) 

Mittelstreu (Es.) 

Neubrunn (W.) 

Neuhaus (Es.) 

Neustadt (Es.) 

Niederwerrn (Seh,) 

Nordheim (Es.) 

Obbach (Seh.) 

Oberaltertheim (W.) 

Obereuerheim (Seh.) 

Obereisbach (6. Es.) 

Obernbreit (Ez.) 
Oberschwarzach (Ez.) 

Oberthulba (Es.) 
Oberwaldbehrungen (G.Es.) 

Pfarrweisach (o) 

Pfersdorf (o) 

Platz (G. Es.) 

Prichsenstadt (Seh.) 

Poppenlauer (Es.) 

Remlingen (o) 
Reichenbach (Darmstadt) 

Reichenberg (W.) 

Reinbach (o) 

Rimpar (W.) 

Rottenbauer (o) 

Rödelsee (Ez.) 

Schwanfeld (Seh.) 

Schonungen (Seh.) 

Schwebheim (Seh.) 

Schaubenbach (o) 

Segnitz (o) 
Stadtschwarzach (o) 

Sommerhausen (Ez ) 

Steinach (Es.) 



- 98 — 



i 



Steft 


(o) 


Theilheim 


(8cb.) 


Thüngen 


(W.) 


TrausUdt 


(Soh.) 


Unsleben 


(Ks.) 



Veitshöchheim 


(W.) 


Völkersleier 


(Ks.) 


Werneck 


(Seh.) 


Westheim 


.(Ks.) 


Weisbach 


(Ks.) 


Wiesenfeld 


(W.) 


Zeilitzheim 


(Ks.) 


Zeitlofs 


(Ks.) 


Zellingen 


(o) 



Unteraltersheim (W.) 
Untereisenheim (Kz.) 
Unterleinach (W.) 
Unterriedenberg (G. Ks.) 
Urspringen (W.) 

Das Rabbinat umfasste also im Ganzen weit über 100 
Gemeinden, zumal ihm noch im Jahre 1816 Ansbachische, 
Fuldaische und herrschaftliche Gemeinden angegliedert 
wurden. 

Wahrlich, ein Rabbinat von eminenter Ausdehnung! In 
der Tat führten auch im Jahre 1833 einige Rabbinats-Kandi- 
claten Beschwerde bei der Reg. darüber, dass bei der grossen 
Anzahl der dem Würzburger Rabbinat unterstellten Gemeinden 
nur ein Rabbiner angestellt sei. „Das Würzburger Rabbinat", 
heisst es in der Vorstellung vom 26. 2. 1833, „sei ein mon- 
ströses Rabbinat, welches sich auf 10 Meilen im Umfange 
„erstrecke und Gemeinden in sich fasse, in welche der Würz- 
burger Rabbiner noch nie einen Fuss gesetzt, geschweige 
„denn geistliche Funktionen ausgeübt hat. 

« 

Bing hatte zur Unterstützung bei seinen Amtsgeschäften 
sich die Anstellung von Substituten erwirkt. Unter diesen 
sind es besonders zwei, die ihm lange Zeit zur Seite standen: 
Jak. Werner und Friedmann, ersterer 27 Jahre, letzterer bis 
zu seinem Ausscheiden aus dem Amte bezw. bis zur In- 
pflichtnahme Bambergers, von deren Bevorstehen der 
Magistrat Würzburg am 16. April 1840 der Regierung Kennt- 
nis gibt. 

Im Jahre 1814 verlangt die Hofkommission von der 
K. Landesdirektion Bericht über die Verhältnisse des Ober- 
rabbinats. 



— 94 — 

„Im Namen Sr. Majestät des Königs. 

„Die E. Landesdirektion als Regierungskammer wird 
„hiermit beauftragt, binnen 14 Tagen 

„a) .Ueber die Verhältnisse der hiesigen jüdischen Ober- 
„rabbinerstelle, 

„b) Ueber den Umfang und die Grenzen der damit ver- 
bundenen Gewalt, 

„c) Ueber den Distrikt, der dem hiesigen O.-R. unter- 
geben ist, 

„d) Ueber die demselben obliegenden Geschäfte, welche 
„spezifisch auszuführen sind, 

„e) Ueber den damit verbundenen Gehalt 
„aufklärenden Bericht zu erstatten. 

„Würzburg, 7. November 1814. 

„K. Hofkommission. 

Nachdem eingehender Bericht über alles Verlangte ab- 
gegeben war, blieb alles beim Alten. 

Im Jahre 1821 ersucht das Landgericht links des 
Mains die K. Regierung, gelegentlich der Verhandlung über 
die Revision des „Edikts über die Verhältnisse der jüdischen 
Glaubensgenossen in Bayern", die Zahl der Rabbiner zu ver- 
mehren. Eine durchgreifende Organisation, so führt das 
Landgericht aus, sei schon aus dem Grunde nicht abzuweisen^ 
weil z. Z. mehrere Stellen von Unterrabbinern wegen Todes- 
falls der bisherigen Inhaber neu zu besetzen seien. 

Im Jahre 1828 befanden sich 2 ordentliche Rabb.-Bez. 
in Unterfranken: 

1. Oberrabbinat des Fürstbistums Aschaffenburg, 

2. Unser Landesoberrabbinat für das ehemal. Gross- 
herzogtum Würzburg. 

Ein ferneres Rabbinat wurde 1838 zu Burgpreppach 
errichtet für ritterschaftl. Besitzungen im Grabfelde und der 
Rhön; so dass der bayrische Untermainkreis oder wie er 
seit 1837 hiess, Unterfranken, drei Rabbinate besass; im 
Jahre 1839 tauchte zum erstenmale ein Antrag der Stadt- 



— 95 - 

schulen in Würzburg auf, das Rabb. Würzburg in 2 Teile zu 
teilen und einen der beiden Teile an das Kabbinat Burg- 
preppach zuzugliedern. Nach langen Verhandlungen wurde 
nun durch Keg.-Entschliessung vom 31. Dez. 1839, die 
„Bildung und Besetzung der Rabbinate" betreffend, überhaupt 
eine vollständige neue Formation der Rabbinate im ganzen 
Regierungsbezirk durchgeführt. 

Es entstanden die Rabbinate Aschaffenburg, Burg- 
preppach, Kissingen, Marktsteft, Obbach, Würzburg. Später 
kam das Rabbinat Gersfeld dazu, weiches 1866 durch Über- 
gang an Preussen ganz vom Kreis losgelöst wurde. Da die 
Rabbinatsgemeinde Obbach durch Auswanderung sehr ab- 
genommen hatte, so wurde der Sitz des Rabbinats nach 
Schweinfurt verlegt. Aus demselben Grunde wurde Kitzingen 
an Stelle von Marktsteft Rabbinatssitz. Nach dem im Jahre 
1887 erfolgten Ableben des Rabbiners Wormser von Gersfeld 
schloss der in Unterfranken belegene *) Teil seines Rabbinats, 
sich an das Rabbinat Kissingen, die preussischen Ortschaften 
an das Rabbinat Fulda an. 



*) Es sind dies die Ortschaften: Brückenau, Geroda, Mellrichstadt, 
Mühlfeld, Nordheim, Obereisbach, Oberwaldbehrungen, Platz, Schondra, 
XJnterriedenberg, Villmars, Weimarschnieden, Zeitlofs. 



Beilage C. 



Das Distriktsrabbinat Wftrzborg seit dem Jahre 

1840. 

Die in Beilage B, besprochene Bildung von Distrikts- 
Rabbinaten hatte die Regierung schon seit 1828 beschäftigt. 
Doch stellten sich der definitiven Organisation die bis dahin be- 
stehenden Rabbinatsverhältnisse entgegen. Oberrabbiner Bing 
widersetzte sich mit Recht jeder Schmälerung seines ihm durch 
landesherrliches Dekret bestätigten Rabb.~ Bezirks. Zudem 
harrten die Beschlüsse der Landessynode von 1836 l ) noch der 
behördlichen Genehmigung. Zahlreiche Kandidaten, welche 
die Rabb.-Prüfung abgelegt hatten, überhäuften die Behörden 
mit Bitten und Gesuchen .um Anstellung und mit Vorstellungen 
und Vorschlägen für die neue Einteilung der Rabbinate, 
deren Anzahl möglichst gross sein und zur Anstellung vieler 
Kandidaten führen sollte 2 ). Auch verschiedene Gemeinden 
machten bei der Regierung Vorschläge; z. B. schlug die Würz- 
burger Gemeinde die Errichtung von 4 Rabbinaten in Unter- 
franken vor. Auch über den Sitz der Rabbinate gingen 
Gesuche an die Regierung. So wollte Heidingsfeld, das schon 
an 100 Jahre den Rabbinersitz inne gehabt, denselben 
wieder haben. 



') Siehe oben Seite 69. 

3 ) Am 18./II. 1837 5 Kandidaten an den König von Bayern, 

mehr Rabbinate zu errichten. 
Am 22./II. 1838 3 Kandidaten an die Regierung, allein in 

Unterfranken 14 Rabbinate zu errichten. 
Am 26./1U. 1838 16 Kandidaten an den König von Bayern, 

um endliche Erledigung der Rabbinat- 
angelegenheit. 



- 97 — 

Am 31. Dezember 1839 endlich erlies« die Kgl. Regierung, 
E. d. L, eine Verfügung, nach welcher das Ober-R. Würzburg 
aufgehoben und dem bisherigen Ober-Rabbiner Rücktritt von 
seinen Funktionen gestattet wird» Die Zahl der in Unterfranken 
zu bildenden Einzelrabbinate wurde, wie bereits erwähnt (Bei- 
lage B), auf 6 festgesetzt. Bis zur endgütigen Anstellung des 
neuen Distrikt-Rabbiners in Würzburg selbst und zur Wahr- 
nehmung der vorkommenden Rabbinatsangelegenheiten wurde 
ein Rabb. Kandidat *) gegen herkömmliche Gebühren angestellt. 

über das Gehalt für den neu zu erwählenden Distrikts- 
rabbiner wurde, auf Grundlage eines Berichtes des Stadtmagi- 
strates an die Regierung vom 24. April 1840. folgendes bestimmt : 

1. Die fixe Besoldung beträgt 700 Gulden. 

2. Für sämtliche offiziellen Reisen und Regiekosten 
erhält der Rabbiner 200 Gulden. 

8. Für eine Trauung in Würzburg 3 fi. 80 Krz, 

4. Für Approbation eines neu anzustellenden Schächters 
2 fl. und für die von 3 zu 3 Jahren wiederholt vor- 
zunehmenden Approbationen 30 Krz. 

5. Für ein Zeugnis, ausschliesslich des Stempels 30 Krz. 

6. Für Gegenwart bei Abnahme eines Eides 1 fi. 

7. Für die Sehuhausziehung (Chaliza) erhält der Rabbiner 
keine Gebühr, wohl aber Ersatz etwaiger veraus- 
gabter Reisekosten. 

8. Bei Ehescheidung (Get) wird es ebenso wie bei 
der Schuhausziehung gehalten. 

9. Für eine Entscheidung oder ein Gutachten in zweifel- 
haften Religionssachen wird keine Gebühr entrichtet. 

Das fixe Gehalt sowie verschiedene andere Gebühren 
beruhen dagegen auf Spezialvertrag des Rabbiners und der 
Gemeinde, mit der Einschränkung, dass laut erwähntem 
Rescripts das Gehalt nicht weniger als 700 fl. betragen darf; 
«in Fehlendes soll vom Staate ergänzt werden. 

') Es war dies der auf Seite 65 erwähnte Friedmann, der schon 
zu Bings Zeiten diesem in der Ausübung der Babhinatsgesehftfte rar 
Stits ataid. 

7 



— 98 - 

:Es gehörten zu dem neu errichteten Distriksrabbinat: 

Vom k. Landgericht Würzburg r. d. M.:' 
Estenfeld, Rimpar, Veitshöchheim, Würzburg^ 

Vom k. Landgericht Würzburg 1. d. M.: 
Heidingsfeld, Höchberg, Kirchheim, Reichen- 
berg, Rottenbauer, Unterleinach, Zell. 

Vom k. Landgericht Dettelbach: 
Bibergau, Dettelbach, Mainstockheim. 

Vom k. Landgericht Karlstadt: 
Himmelstadt, Laudenbach, Steinbach, Thüngen, 
Wiesenfeld, Zellingen. 

Vom k. Landgericht Homburg: 
Bödigheim, Erlenbacb, Homburg, Neubrunn. 

Vom freien Herrschafts-Gericht Remlingen: 
Oberaltertheim, Remlingen, Unteraltertheim, 
Urspringen. 

Vom 1 freien Herrschafts-Gericht Rothenfels: 
Greussenhein, Karbach. 

• r 

Das Ausschreiben wurde im „Intelligenzblatt von Unter- 
franken und Aschaffenburg" am 23. Januar 1840 No. 22, Seite 
305 und 306, erlassen und hat folgenden Wortlaut: 

„Die Bildung und Besetzung der Rabbinate betr. 

„Nach einem Rescripte k. Regierung von Unterfranken 
„und Aschaffenburg, K. d. Innern vom 31. Dezember v. J. 
„No. 4108/8078 büden 

„a. Die kgl. Landgerichte Würzburg r. d. M., Würzburg 
„1. d. M., Dettelbach, Homburg, Karlstadt. 

„b. Die Herrschaftsgerichte Remlingen und Rothenfels 
„der linksmainseitige Teil. 

„c. Die Stadt Würzburg 

„mit 3193 Seelen in 692 Familien einen Rabbinatsdistrikt mit 
„dem Sitze in hiesiger Stadt. Der Gehalt des für diesen 
„Pistrikt aufzustellenden Rabbiners wird in Minimo auf 700 fL 
„festgestellt. Hiervon müssen jedoch auf die Lebensdauer 



— 99 — 

„des rückgetretenen Oberrabbiners Bing jährlich 96 fl. zu 
„dessen Alimentation beigetragen werden. 

„Diejenigen geprüften Rabbinatskandidaten, welche sich 
„um die besagte Stelle bewerben wollen, haben bis zum 14 
„Februar ihre Gesuche mit den entsprechenden Zeugnissen 
„über die erfüllten Vorbedingungen an unterfertigte Behörde 
„einzureichen. Bemerkt wird, dass laut einer Allerhöchsten 
„Entschliessung vom 23. Oktober 1838 Seine Majestät der 
„König nur gründlich gebildete und zugleich den ächten 
„mosaischen Glaubenslehren und Zeremonialsatzungen treu 
„anhängende, nicht verderblicher Neologie huldigende Kandi- 
daten als Rabbiner bestellt, resp. bestätigt wissen will. 

„Die Bewerber haben demnach nicht nur über dieses 
„angedeutete Erfordernis, sondern auch über folgende Punkte 
„legale Zeugnisse beizubringen: 

„I. Dass sie Inländer 

„II. ohne Makel des Wuchers oder eines betrügerischen 
„Bankerotts, und sonst von einem sittlichen Lebens- 
wandel seien und 
„III. wissenschaftliche Bildung genossen und die vor- 
ngeschriebenen _ Prüfungen mit guten Noten be- 



w 



standen haben. 



w 



Würzburg, 16. Januar 1840. 



Die Wahl wurde auf den 19. Februar angesetzt. 

Gegen diesen Termin wurde in einer Beschwerdeschrift 
hervorgehoben, dass die Meldezeit zu kurz bemessen sei; es 
würden sich sonst noch tüchtige Leute melden. Man beantragte 
daher die Wahl noch „zu sistieren, im Namen der Religion und 
aus Rücksicht auf die religiöse und moralische Zukunft der 
Israeliten Bayerns". In einem anderen Protest drohte man, 
dass diejenigen, die gegen die Anstellung eines Distr.-Rabb. 
wären, keine Plätze in der Synagoge kaufen würden, damit 
kein Geld für Wohnungs- Entschädigung da sei. Der Rabbiner 
solle aufs Land ziehen; Oberrabbiner Bing habe nur aus 
eigenem Antrieb seinen Sitz nach W. verlegt. Unter den 

7* 



— 100 - 

Bewerbern um die Stelle eines Distriktsrabbiners befand 
sich auch Seligmann Bär Bamberger in Wiesenbronn. Gegen 
ihn wurde vorgebracht, dass er ein Handelsgeschäft betreibe 
und deshalb gegen das Edikt vom 10. Juni 1813 Verstösse; 
die Regierung antwortete, dass er, wenn er ein offenes Geschäft 
betreibe, noch lange kein Wucherer sein müsse. — Die 
Kandidatur fand denn auch bald allseitigen Anhang, und so 
wurde Seligmann Bär Bamberger mit der tiberwiegenden 
Mehrheit von 310 unter 600 Stimmen zum Distrikts-Rabbiner 
gewählt und am 8. April 1840 als solcher bestätigt Als 
Kultusdeputierte zur Zeit der Wahl fungierten Feist Hirsch 
und Josef A. Meyer. 

Nach der Übernahme des Babbinats durch Bamberger 
erblühte neues Leben in allen religiösen Gebieten und Friede 
herrschte zwischen ihm und den Gemeinden* 



1 



) 



Beilage D. 1 ) 



^ 






„Unterthänigste und flehentlichste Memoriale und Bitten 
„um gnädigste Intercession an Ihrer HochfürsÜ. Gnaden 
„Bischofen zu Würzburg und Herzogen zu Franken. 

„Unserer sämtlicher unter dem Hochw. Hoch- und 
„Hochwohlgeboren gnädigen Dom-Capitel sowohl als 
„auch unter jeden Hohen Mitgliede desselben insbe- 
sondere stehende Schutz- Juden. 

„Den 13. Julius 1750. 
„Die Jurisdiktion der Juden wird eingeschränkt " 

„Hochwürdige, Hochgebohrene Reichs Frey, 
Hochwohlgeb. Herren 
„Gnädige Herren! 
„Euren Hochwürden, Hochgeboren, wie auch Reichs- 
„frey Hochwohlgeborenen Exzellenz und Gnaden können 
„wir, dero unterthänigste unter dem gesamten Hochw. 
„Hoch- und Hochwohlgeborenen gnädigen dem Capitel 
„sowohl als auch unter einem jeden hohen Mitgliede 
desselben insbesondere stehende, durch den Jammer 



» 



„und bevorstehenden Umsturz unserer im HochfürsÜ. 
„Hochstift Würzburg in Schutz seyender Mitbrüder 
„tiefgebeugte Schutzjudenschaft in tiefster Submission 
„flehentlich vorzutragen nicht umhin, und wird auch 
„aus denen wider die gedachte Hochstift Würzburgische 
„Schutzjudenschaft den 9. May und 1. Junii curr. anni 
„ergangenen HochfürsÜ. Regierungs-Decretis gnädigst 
„bekannt seyn, wasmassen nach solchen denen Rabinern 
„und Vorgängern nicht allein die von vielen hundert 



') Aus dem Archiv des historischen Vereins für Unterfranken und 
ABchaffenburg. Mitgeteilt von Herrn Meier Oppenheim er in Würzburg. 






— 102 — 

„Jahren her in dem Hochstift Würzburg nachgelassenen 
„und von denen nacheinander gefolgten Hochfurstl. 
„Landes-Regenten durch viele bey diessfalls angeordnet 
„gewesenen hochlöbl. Deputationen vorgezeigte Decreta 
„gnädigst confirmirte Befugnisse vermöge welchen, er- 
nannte Rabbiner und Vorgänger, sowohl alle in die 
„Jüdischen Ceremonien einschlagende, als auch unter 
„sich selbst habende Erbfaüs-Inventar, Theilungs- und 
„Handlungs-Differenzen abzuthun und nach befindenden 
„Dingen die Renitentes zu ihrer denen jüdischen 
„Ceremonien gemässe Schuldigkeit durch gewöhnlichen 
„Bann anzuhalten erlaubt gewesen, nunmehr fast völlig 
„entzogen und die Handelschaft über die Massen ein- 
geschränkt werden sollen. 

„Wann nun aber Hochw. Hoch- und Reichs Frey 
„Hochwohlgeborene Herren, gnädige Herren höchst 
„dieselben von selbsten bey sothanen Umständen höchst- 
„erlauchtst einsehen werden, dass wenn sothane Hoch- 
„fürstl. Rggs. Decreta nach ihrem Inhalt in Erfüllung 
„gebracht werden sollten, die sämtliche Judenschaft 
„weder ihre Ceremonien nach denen Israel Satzungen 
„weiter zu vollbringen, noch auch den gnädigsten hohen 
„Landes Herren die gebührenden Schuldigkeiten wegen 
„des dadurch zugleich völlig zu Grunde gerichtet 
„werdenden Handels und Wandels zu prestiren ver- 
mögend ist. Wir aber nebstdemselben solcher ge- 
statten bey unseren ohnehin sehr geringen Wohnungs- 
„Umständen völlig verarmen und in den totalen Um- 
sturz versetzt werden. Gleichwolen aber, dass wir 
„bey diesen unveräusserst betrübenden Umständen noch 
„der unterthänigsten Hofinung leben, es mögten sich 
„Ihre Hochfurstl. Gnaden nach dero angestammten 
„Landes väterlichen Cleemenz wider zu derjenigen 
„Gnade, welcher der hochfurstl. Würzburgisehen Juden- 
„ schaft und aus nebst derselben unter dero hochst- 
ieligen Herren Vorfahren angediehen, huldreichst er- 



— 103 — 

„bitten lassen, und andurch der uns bereits vor Augen 
„stehende völlige Umsturz dazumalen die Judenschaft 
„in grossen Schulden stecket, gnädigst abgewendet 
„werden können, wenn Eure Hochw. Hoch- und Hoch- 
„wohlgeborne Exzellenz und Gnaden Gnaden vor dero 
„arme unterthänigste Knechte die unschäzbare Gnade 
„zu haben und gleichwie in Anno 1699 vom Hoch- 
„würdig Hoch- und Hochwohlgeborenen gnädigen Dom- 
„Capitel vermittelst der von Ihrer Hochwürdig Hoch- 
„gebohrenen Exzellenz Herrn Grafen von Ostein und 
„Ihrer Hochwürden Gnaden Herrn Dom-Capitularen 
„von Fuchs gethanen Relation an Ihrer Hochfürstl. 
„Gnaden von Hochwürdig, Hoch- und Hochwohlgebornen 
„gnädigen Dom-Capitel zu der sämtlichen Judenschaft 
„nie vergesslichen untertänigsten Danknehmigkeit ge- 
schehen und das damals angedrohte Verderben der- 
„halben dadurch gnädigst abgewendet worden. 

„Auch in den jetzigen betrübensvollen Umständen 
„denenselben mit einem höchstvermögenden Inter- 
„cessionale bey Ihrer Hochfürstl. Gnaden gnädigst zu 
„statten zu kommen, und damit unser an Ihre Hoch- 
fürstl. Gnaden eingegebenes untertänigstes Memoriale, 
„worinnen das Verderb und Ruin der Judenschaft deut- 
licher und weitläufiger vorgestellt worden, gnädigst zu 
„begleiten geruhen wollten. 

„Als haben wir Euer Hochw. Hoch- und Hochwohl- 
„geboren Exzellenz und Gnaden Gnaden hierdurch um 
„sothane gnädigste Untercessionation unterthänigst an- 
sehen wollen. Sothane uns hierunter erzeugende 
„Gnade, werden wir lebenswürig mit devotestem 
„Danke erkennen, dem Allerhöchsten um dero aller- 
„seitiges hohes Wohlergehen inbrünstig anflehen und 
„in tiefster Devotion lebenswürig verharren. 

„Eu. Hochwürden, Hoch- und Hochwohlgeboren 
„Exzellenz und Gnaden Gnaden unterthänigste, 



- 104 - 

„tiefgehorsamste Sämtliche unter dem Hochwürdig, 
»Hoch« und Hochwohlgebohrenen gnädigen Dom- 
kapitels sowohl als auch unter jedem hoben 
„Mitglied desselben insbesondere stehende Schutz- 
„ Judenschaft. 



Anhang L 

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nrun n^D n 

wn tua y * 

opi:i \sn&b tj 

'1TO 'HDD DttTI 

• • • • 

Am 27. September 1895 (l"nn D"^) wurde bei Grabungen 
zum Bau der Fundamente eines neuen Hauses in der Domi- 
nikanergasse ein Grabstein mit oben erwähnter Inschrift zu 
Tage gefördert; er wurde später am Eingang des Würz- 
burger jüdischen Friedhofs auf einem Sockel aufgestellt. Der 
Grabstein ist 112 cm hoch, 48 cm breit. 

Der 13. Adar II des Jahres 57 ist identisch mit Sabbat, 
9. März 1397. Also scheinen vor dem Jahr der grossen 
Judenverfolgung in Würzburg (23. Juli 1298) schon Ver- 
folgungen dahier stattgefunden zu haben. Über die Person 
des Mose b. Abraham konnte ich nichts Genaueres eruieren. 



Anhang II. 



jron nty*?« id nwo 'in id^ dt 
' ♦nsnfcri pin idd' 1 ^mfcn rva fei 
■uWta .nöw Sa*? natfa nrvnn /Hdin wv 5a 1*01 k: ^k# 

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^bSk h&>*o roryp r6&6tf ,noanm rrrtnn n:trä tripo ^ya .nopttfi 
wmm -"lEnfr; -mn: .no-w miojn onoa yna oero .non ?*nfcn 
cva tqj?^ .nD^n;? 5 ! npb;? ^ "15? pipg üö?.^ •nptnp 5 ) jv^dd 
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^k on^' bip? iiy yc^N i6 •np^f'ri ^n"i ^y PHw ^in^N 

•now ^na tewi »k n«^ ^2 *cb 1« •noDBto "»öpd^ ipip hn jJnt 

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•riOTD} PiB^a na^yo? naai^« .noB^ o^yS nioty ^n^n: 'iddid 

t • : v t •■* 5 *:- : t ; t - : •*• : t t • t -: - 

.no-u onion iteo? oy ]n .noei^i nain ^ma»s nnap oipo ^niNia 

.nowo ist ^n ^n nnvi .notsis^) n3ii ms 1a id'jdh .hopi 
HS pDi GgT orj^a ^©^ ^910] nßjnn firg ■?]« ninpS nja ]^n 
.rnjß? |ni:n S«n '»pai ^öpy ^S?« ^1 W ^T?0 ^ 185? 1» -ny ni 
mJCSS 1^ njrij Ditca 5 ) .no^ nonp. Spjnj? o^iüyni a^ni^n n^ni 

" "• •• TT, TT« T B | .„ *■ T S * J 

.nswn 



Anhang III. 



Pp-orrorp'pa &:n rnra T? «n * 
dtiwdi o^k rwon rw i^oa m6 0*0* nyatco rara wa 
rann ano pmarro m:noa |«a po wir poS Dbnj; nana*? nwn 
ntro k:k nw *d byi ("imp nn: ^jn Cia^a in: Syi po nn: by 
«nn pniarm nunra ]ra ovn noiyn -»^n a«v ja ]opSjn n:iaen 
was nwyo *d byi imp nn: hyi la^a nn: byi po nn: ty rann 
n:a *a^ *avp n'onni nnwi n^pat&n wdw *6na vw n^yna 
«HD pniarrm nunoa |ra ovn rnown orao na «mm ^nn:a 
mm nwyo byi q:mp nn: Syi ia^a nn: bjn po "in: *?y wann 
-nn *a^ *avp n^anni rppam nnra pai wn n;onp p wuk 
piasrnn na: ^aS rao:nn^> ino 1 ? ^an?E>:a nMoton nron pin^ 
mN ba^ mmo n« nm cAy^ pn mdv p *ania ktw «b ww 
nwo ma piös öji piap nn:*o pnn nso wb ^ *in* n pi 

ny mn ja annaa 
.ny nh p no^t? 



l ) nv^no 'd ran v 'ao npnyn 

2 ) Pleichach 1 . 

3 x ^fl-««^ f Namen zweier .Waldbäche, die in den Main münden. 



Anhang IV. 



irra am ,mn m ,nanrn Sistaa /mira rme6 pnsp ww 
p nya pwaa^w ruiaon an prw "Vm ateum yupn >a>an w» 
#tnj» 'n nnr -wk a w fl p'po Vt nynyaoKa >i*?n nraw 'n nann 
nvnwb yap /WD *6 iddh rvao ,ffD&n lob onnaa p*o #vnm dto 
nby ,ws pp /um pv /an ^ in> ,a» naa* p ,rwa G*nj6 ,ruw 
rrnnn >£e> *?y tdpo «nw /inci*?« nop /inonn ntpo para ,rm 
ia6 njB*i »wi«d rarv ,iyivti by i^nno mo^n pjsk ^narro 
oy *mpa mar ^üb jüd* *6 n:«n -wo hktS jnKwto db6 ,rrHK 
w-no obgi masn maoy -na irtetefo imej6 /oyu nora nwÄi 
^a b wip tok A n«:n ,icw nn mump^ an pmp ^an ann 
,n-wya nicmpar nai b^ ,mpa nn&6 otnaa ^rnen n>a m? >nW 
,nnmn m 'n oy n« nmn^ nnv mva /nnp*i nbi-n ^ nn 1 ? oa 
to6 n*?y:i omvro nn -ny mi ommn p nantf ,ottu yap 'nt 

.mmn -naa^ nanon omor 
P"e>^ nspn vtea rtnnb inaa 'i an a"n 
:^jwi tonan ^ao »a piw -nn p on-ox 'pn 



Alphabetische Zusammenstellung 
der Würzburger Babbinen und Gelehrten. 





Seite 




Seite 


Abraham 


22 


Hiskia ben Eljakim 


11 


Abraham ben Moses 


21 


Hiskijahu 


22 


Ahron 


15 


Isak ben Ascher halevi 


12 


Ahron S. Kaidenower 


35 


Isak ben Eljakim 


39 


Asriel ben Elieser 


27 


Isak ben Jonathan 


14 


Bacharach Jair Chajim 


38 


Isak ben Mose 


8 


Bamberger, Nathan 73 ff. 


Isak ben Mose 


14 


ßamb erger, SeligmannBär67ff. 


,100 


Isak ben Nathan 


23 


Baruch ben Samuel 


13 


Israel Elieser ben Nathaniel 


38 


Benjamin Seeb Weil 


33 


Jakob 


15 


Bing, Abraham 62 ff. 


• 99 


Jakob ben Ar je Lob 


44 


Ghamlin ben Ephraim 


22 


Jakob Zarfati 


14 


David 


27 


Jechiel ben Ephraim 


22 


David 


30 


Jechiel ben Josef 


16 


David ben Möir 


22 


Jehuda, der Fromme 


25 


Elia ben Jirnüjahu Numark 


33 


Jirmijahu 


33 


Elia ben Samuel 


22 


Jittlich (Jeitelles) Mordechai 




Elieser hadarschan 


23 


b. Bär 


39 


Elieser ben Joel halevi 


12 


Joel ben Isak halevi 


11 


Elieser ben Nathan 


9 


Jonathan ben Isak 


15 


Eljakim 


7 


Jonathan der jüngere 


14 


Elsass, Elieser 


39 


Joseph ben Nathan 


22 


Ephraim ben Abraham 


22 


Kahana, Baruch 


45 


Ethhausen, Seckel 


36 


Katz, Juda (Eohn Jehuda Jutel) 


47 


Fahrenbach, Jehuda Lob 56,59,60 


Eobelin 


20 


Fränkel, Israel 


36 


Kohen, Ephraim 


37 


Franke 1, Simeon 


39 


Kohn, Arje Lob Baruoh 


45 


Goldknauf 


27 


Koppel, Hajum 


48 


Hatzfeld, Moses Lob 


62 


Lob, Jakob ben Arje 


43 


Heitzfeld, Jechiel 


44 


Meir 


36 


Hillel ben Esra 


18 


Möir ben Eleasar 


23 



110 — 



1 


Seite 




Seite 


M 8ir ausRothenburg 11, 12, 14, 15, 18 


Reckendorf, Moses Lob 


54 


Menachem ben David 


18 


Rothschild, Mendel 


36 


Menachem ben Natronai 


19 


Rotschild, Salomon 


35 


Meschullam ben David 


13 


Salomon ben Adereth 


16 


Meschullam ben M8ir 


21 


Salomon ben Samuel 


13 


Minz, Moses 


32 


Samson ben Zadok 


16 


Mose 


8 


Samuel ben Jakob 


14 


Moses Asriel 


23 


Samuel ben Menachan 


11 


Moses ben Elieser hadarschan 25 ff. 


Scham es, Jakob ben Israel 




Moses ben Elieser hakohen 


23 


Tevele 


45 


Moses ben Israel 


34 


Schames, Joel 


50 


Moses Lob ben Ealmann - 


19 


Simon ben Jakob Halevi 


22 


Nathan ben Jehuda 


35 


Simon ben Levi 


28 


Nathan, Magister judaeorum 


12 


Süsslein 


28 


Nathan Aron Esriel ben Cha- 




Sund heim, Abraham 


61 


jim Jehuda 


35 


Tamar ben Menachem 


23 


Neumark, Elia ben Jirnujahu 


33 


T raub, Wolf, Benjamin Seeb 33, 34 


Rapoport, Simon Bunem 




Weill, Benjamin Seeb 


33 


Kahana 


48 




> 



Register. 



A. Literaturverzeichnis. 



Achava Jahrgang 1865. 

Anzeiger für Kunde der deut- 
schen Vorzeit. Nürnberg 1871. 

Archiv des historischen Vereins 
von Unterfranken und Aschaffen- 
burg. 

Ar et in, Geschichte der Juden in 
Bayern. Landshut 1803. 

Aronius, Regesten zur Geschichte 
der Juden im fränkischen und 
deutschen Reiche. Berlin 1887 — 
1902. 

Auerbach, Brith Abraham. Frank- 
furt a. M. 1880. 

Back, S., Rabbi M&rb. Baruch v. 
Rothenburg. Frankfurt a. M. 1895. 

Ben-Chananja, Monatsschrift. 
Szegedin 1860. 

Ben-Jakob, Ozar ha-sefarim.Wilna 
1880. 

Brüll, Generalanzeiger für jüdische 
Litteratur, I. Band, Frankfurt 
a. M. 1891. 

Brüll, Jahrbücher für jüdische Ge- 
schichte und Litteratur, Jahrg. 
I-X; Frankfurt a. M. 1874/90. 

Brisch, Geschichte der Juden in 
Cöln. 2 Bände. Mülheim 1879— 
1883. 



Eckstein, Geschichte der Juden 
im ehem. Fürstbistum Bamberg. 
Bamberg 1898. 

Epstein, A., Moses Hadarschan aus 
Narbonne. Wien 1891. 

Frank ei, Inschriften des alten 
jüdischen Friedhofs in Wien. 
Wien 1855. 

F r a n k e 1, Entwurf einer Geschichte 
der Litteratur der nachtalm. 
Responsen. Breslau 1865. . 

iTreimann, Annalen der hebr. 
Druckereiin Wilhermsdorf. Frank- 
furt 1903. 

Fries, Würzburger Chronik. Würz- 
burg 1848. 

Geschichte der Juden in Augs- 
burg. Augsburg 1803 *). 

Graetz, Geschichte der Juden von 
den ältesten Zeiten bis zur 
Gegenwart. 11 Bände. Leipzig 
1860—74. 

Hänle, Geschichte der Juden im 
ehem. Fürstbist. Ansbach. Ans- 
bach 1867. 

Hamagid, Zeitschrift 1874. 

Hazefirah, Zeitschrift, 20. Jahrg. 

H e f f n e r , Würzburger Chronik. 
. Würzburg 1849. 



*) Nicht Hanke, Juden etc. 



Heffner, die Juden in Franken. 

Nürnberg 1866. 
Heimberge^Staatskirohenrechtl. 

Stellung der Israeliten in Bayern. 

Freiburg 1893. 
Horovitz. Frankfurter Rabbinen. 

Frankfurt a. M. 1884/86. 
Iir ae lisch erVolksl ehr er. Frank- 

fnrt a. M. 1861 -68. 
Jaeger, Geschichte des Franken- 

landee. Rudolf «tadt. 1606-1808. 
Jarazewaky, GeBchichte der Jnden 

in Erfurt. Erfurt 1868. 
Jellinek, Beta Hamid rasoh. Leipz. 

u. Wien 1863/77. 
Jost, Geschichte der Israeliten 

Bd. X. Berlin 1846/47. 
Jnbelechrift ■« 70. Gebnrto- 

tage H. Graeta. Breslau 1887. 
Kaufmann, R. Die letzte Ver- 
treibung der Juden uns Wien u 

Niederöatr., ihre Vorgeschichte 

n. ihre Opfer. Wien 1889. 
Kaufmaau. K. Jair Chaim Baclia- 

rach und seine Ahnen, Trier 

1894. 
Kohu 1 ), nfordechai ben Hillel. 

Breslau 1878. 
Kohnt, Afooh completum, I — VIII. 

Wien 1878—98. 
Könnt, Geschieht« der deutschen 

Jnden. Berlin 1900. 
Landshut, Onomastiken. Berlin 



Lang, 



Bararioa. München 



Levisohn, Nafschoth 
Frankfurt 1866. 



Löwenstein, Geschichte derJnden 

in der Kurpfalz. Frankfurt 1896. 
L ö w e n s t e i n, Nathanael Weil Ob er- 

landrabbiner in Karlaruhe nnd 

seine Familie. Frankfurt 1898. 
Löwansteiu, Blatter für j ddiache 

Geschichte. Jhrg. I — IV. Mainz. 

mit LBwenstein, biographische 

Skizzen. 1900—1904. 
Main- u. Tauberbote, Jhrg. 1863. 
Magazin für die Wissenschaft des 

Jadentnms. Jahrgange III— XX. 

Berlin 1876-1898. 
Michael, Or haebaim. Frankfurt 

1891.*} 
Monatsschrift für Geschichte 

und Wissenschaft des Judentums, 

1,— 41. Jahrgang. Posen-Breslau. 
Monnmenta boiea. Bd. 37—43. 

München. 
Neubauer, " ■ ■».■ of The 

Uebraw M* ii .,..,.: ■ Oxford 1886. 
Novellen aus Frauken! alten 

Tagen. Würzbnrg 1883/86. 
fe rloH, Beitrage zur Geschichte der 

hebr. und arasn. Studien. Mün- 
chen 1884. 
Presse, jüdische 1888. 
Quellen zur Geschichte der Juden 

in Deutschland, Bd. II und III'). 

Berlin 1898/99. 
Renan (u. Neubauer), Lee Rabbins 

FnucaU. Paris 1900. 
Revue des jtudes juirei. Paris 

1880-90. 
Rosenthal, Zur Geschichte dss 

Eigentums dar Stadt Wflraburg. 

Wflrzburg 1878. 



>) So zu lesen statt: Oohn .... 
*j So zu lesen in den diesbez. Anmerkungen. 
") So zu lesen statt: Salfeld, Martrrologium des Nürnberger 
Memorbuches. 



Bietzier, Geschichte der Juden 
in Bayern. Gotha 18B0. 

Schaf fl er, Entwicklungsgeschichte 
der Stadt Wurzburg. Würzburg 
1880. 

Steinschneider, Eebr. Biblio- 
graphie. Berlin 1858— 1882. 

Steinschneider, Katalog der heb. 
Handschriften. Hamburg 187S. 

Stern, die israel. Bevölkerung der 
deutschen Städte. Frankfurtl890; 
Kiel 1892. 

Stumpf, Denkwürdigkeiten der 
fränkischen Geschichte. Erfurt 
und Bamberg 1802—1807. 

Weinberg, Die hebr. Druckereien 
in Sulzbaoh 1669-1861. Prank- 
furt a. M. 1904. 

Weiss, C. Tb., Geschichte und 
nvrbtlicho Sti'lliiiii,' der Juden im 
FflrstbiKtum Strassburg. Dias. 
Heidelberg 1894. 

Weissbart, Geschieh«. Mittei- 
lungen über Wiindti.rg. 

Würzburg 1882. 

Wiener, Emek habachah von R. 
Joseph lia-Cohen. Leipzig 1858. 

Wiener, Kegesten zur Geschichte 
der Juden in Deutschland wäh- 
rend d. Mittelalters. Hannover 



Wilken, Geschichte der Kreuz- 
züge. Leipzig 1807 — 32. 

Würzburger, Neue . . . Zeitung 
Würzburg 1878. 

Zeitschrift für deutsche Kultur- 
geschichte. Berlin. 

Zeitschrift für die Geschichte der 
Juden in Deutachland. I— V, Jahr- 
gang. Br&unschweig 1886—1890. 

Zeitschrift für die Wissenschaft 
des Judentums, L Band. Berlin 
1623. 

Zeitschrift, jüd. ... für Wissen- 
schaft u. Leben. Jahrg. 1— XI. 
Breslau 1862— 1876. 

Ziemlich, das Machflor Nflrnberg. 
Berlin 1886. 

Zunz, zur Geschichte undLitteratur. 
Berlin 1845. 

Zuuz, Der Ritus des synagog. 
Gottesdienstes. Berlin 1859. 

Zun«, Litteratiiryesch. der synagog. 
Poesie. Berlin 1865. 

Zu nz, Nnchtrag zur Litteratur- 
geochicLte der synagog. Poesie. 
Berlin 1867. 

Zunz, Gesammelte Schriften. 3 
Bunde. Berlin 1874—76. 

Zunz, die gottesdienstlichen Vor- 
trüge der Juden. II. Aufl. Frank- 
furt a. M. 1892. 



B. Hebräische Werke. 



Wilhermsdorf 1717 i^on 'D 

Amsterdam 1766 njQtP nbl"0 

Karlsruhe 1769 p^HH "TID 

MS. in Jews' College London wq 'Q 

Dinn cv onrPD 

Fürth 1760 TOBW 

Wilhsd. 1702 mD"D ^JJ W WüT)! 

Offenbach 1702 pfgnrP pCJ? 

Sulzbach 1702 o^ttf ^ 

Prag 1893 nrraDö QOB 

Sulzbach 1796 in DT1D 

Fürth 1807 VD&nH mEHD 

Offenbach 1768 «in TOS* 

Berlin 1766 'V) cj H^Hp 

Berlin 1885—1899 -p ^y p>p 

Berlin 1846 nilHH tnip 

Frankfurt a. M. 1775 n"b"lT TlSPp 

Frankfurt a M. 1708 D^IIDD rWfrO 

Frankfurt 1707 HDZn [VBW") 'D 

Warschau 1881 Q"2"E1 

Dienfurt 1733 QH^H ]2& nVttf 

Frkf. a. M. 1683 ^&Ootp fOlON » 

ruirü hm » 

Fürth 1805 n"N p^H 
Berlin 1846 min* )VDT » 



Berlin 1848 yni 7IK 1 ) 

(Zeitschrift) lerü ISIN 

Frankfurt a. M. 1891 C"ni"l TIN 

Fürth 1776 D"BTI bv TUT) lH^H 

Sulzbach 1766; Wilna 1881 «»DB^K 

Fürth 1747 j-pTirP Cf6 rV3 

Petersburg 1897/98 D^Hp HJH 

Offenbach 1702 miDU '->£ DJ? TTOn 

Frankf. a. 0. 1770 'if> Dtf H^ möWI 

Livorno 1840 Q^pj TIPI 

Frankf. a. M. 1860 p|JV 021 C^IWil 

Dessau 1696 ntTB ^Hp^l 

Wilhermsdorf 1729 rTVDT 'D 

Pressburg 1892 cmON p2T 

Fürth 1779 y^unft W~\T\ 

Wilhermsd.1719 a^pHTlD'WPri 

Fürth 1693 2^ ODH 

Sulzbach 1755 piD^ DODH 

Wilhermsd.1706 -p ty COBH CnV D 

Amsterdam 1764 p VEip*? 

Altona 1748 ny ^13D 

Sulzbach 1755 nim BITD 

Fürth 1767 PltOTB p'^"^^ Orüö 

Fürth 1704 £'"> 0"WO 'D 

Wilna 1897 ^-JID 



*) So zu lesen statt RGA. Or sorua. 



Sulzbach 1688 QHEK "1JJIP nTE* 

Wien 1864 Q^VHjn Ol! 

Wien 1870 cnnD C^njH DIP 

Metz 1828 ^OP 1 "^TO m"6in 

Wilua 1897 KPEDin 

Wilnaer u. Amster- 1^32 HO*?!! 

damer Ausg. 

Warschau 1870 «ljn 'c 
Berlinl766-p JJ'C^V HBC 1 ? HINSn 



WarBchau 1876 



pwn 



Frankf. a. M. 1698 -pjfl niH l 
Frankfurt 1707 1-3 ffln 
Venedig 1519 n*np rpv 

Prag jiiavefcne D'nno 

1608 u. a. Ausgaben. 
Krakau 1612 Vjiq 0""inn 1 
n. a. Ausgaben. 
Krakau 1633 TO'33 PNIfD 
Amsterdam 1767 nintP ["6j"0 
Leghorn 1857 -|H Wj 
Venedig 1607 iC'Kln 





Zusätze und Berichtigungen. 

Seite 3 Anuierk. 1 Nicht RGA., sondern „Sefer Nachlath . . .; BGA. 

Moses Minz nr. 64. 

„ 3,3 RGA — Ascher Absch. 3 § 6. 

„3 „ 4 Genaue Nummer des MS. in der Stadtbibliothek zu 

Homburg: 182. 100. 
„ 7 „ 1 Mach. XXIX. 
„8 „4 Joseph ha Cohen, Eraek habacba, ed. v. Wiener hat 

Rekachja; vergl. ibid Anm. 305, woselbst er ihn auch 

Coiskijalm ben Eljakim aennt. 

8 „ 5 Aroains Regesten nr. 245; Quellen III, 119. 

9 . 2 Brüll. Jahrbücher IX, p. 1—45. Erster Vorgang 
wegen des Streites bei der Bischofs wähl ibid p. 38. 

„ 1 Fries 243 — 244; dieser Bischof jeyn, Meister Hein- 

rich Kits genannt, findet sich auch unter dem Samen 
fflip (Käse), weil er der Sage nach stets nur Brot 
und Kilse gegessen. Heinrich IV (1202—1207). 

„ 1 Über den Tod R. Eliesers cf. Brüll, Jahrbücher 

IX. p. 44. 

1,1 Samuel, Lehrer der R. Me"ir: vgl. noch Talm. babli 
Joma 40b, Tosapath „umah" u. ibid Pesacbim 73*>, 
Tosapath „b'dam". 

2 . 6 Statt p. zu leBen: nr. 

4 , 1 Graetz VII p. 181. 

4 „ 2 Cod 92. 182 der Hbg. Stadtbibliothek. 

6 „ 1 Mscb. 1871 p. 257. 

6 „ 3 § 356 in der Taschbazhandschrift Giossen; die 

gedruckte Taschbazausgabe (Warschau 1876) hat 
„Bunberg". 

6 „ 4 ibid § 303. 

9 „ 4 Ausg. Wihia Baba Bathra § 614; Gittin § 381. 

9 „ & Die Wurde eines Magister universitatis HerpipolenBium 

entsprach vermutlich der des Bürgermeisters in christ- 
lichen Städten. Löweustein, Kurpfalz, pag. 4, Anm. 



I 



- 117 — 

Anmerk. 2 H. B. X, 128. 

) „ 4 cf . Zun?, zur Geschichte p. 182. 
) „ 5 Brüll, Jahrbach VIH 61 d. 2. 

1 Zeile 12 im Text zuzufügen: auch dessen Enkelin Ogia, Tochter 

des gelehrten Taraar. 
1 Anmerk. 1 Statt ö* in lesen: 4 Anmerkimg; cf. Michael, Or 

haohajim nr. 1108. 
I „ 2 Maim. Reap h. Miepatini nr. 7; b. Kinjan nr. 18. 
! , 1 Köre h&daroth p. 9A^; cf. ferner, Znnz Lit. p. 618; 

auch in . den BOA des Chajim ben Isak nr. 229 

wird er erwähnt. 
I „ 3 p. 364. , 
I „ 2 Hbgr. Stadtbibliothek 86. 37. 
) , 7 cf. ferner Qeiger, Zeitschrift X p. 316. 

1,1 statt „wie" zu lesen „nr." 
t n 2 Brüll, V. 88 nr. 4. 

1 „ 7 Vermutlich ist es der von Herz Trivea, Commentar 

zum Gebetbocbe fol. 24a gen. Eüeser hadarschan; 

hinsichtlich des Titels cf. Znnz, zur Gesch. p. 105. 
1 „ H Mach 189ö; auch so zu andern Seite 26 Anm. 8. 

ä „ 2 Frag ur. 963; Zimz p. 430. 

? , 2 Koben, nicht Cohn. 

i „ 2 Xiflit Arouius, Biiiiildin Wiruui-, Ret;. 

hin sichtlich des Titels S. 29 Anr 
Anm. 1 u. 3. 

i . 3 Graetz p. 202. 

I „ 2 Graetz p. 203; wir nennen Moses Minz, nicht Menz, 
wie Graetz VIII 436 n. wie es Güdemann an dem 
p. 32 angeb. Werke S. 21 für richtig halt. 

1 „ 3 cf. Löwenstein, Karpfalz p. 239 am Ende der An- 

merkung. 

J „ Bpl zu leBBn p-p. 

I „ 6 Schein hagdol. hachadasch p. 41; auch so zu lesen 
S. 36 Anm. 3; Jos. Traub: cf. Michael, or hachajim 
nr. 686, der ihn Benjamin Seeb Weil! nennt; 
dieser Quelle nach lebte er 1678 noch in Mainz. 

5 „ 6 In der Einleitung zn dem Werke „Anijah b'leb jam", 

Fürth 17664 findet sich eine kurze Stammtafel der 
Familie R. ; cf. Kaufmann, die Memoiren des Glückeis 
von Hameln p. 266 u. 293; Mach. S. 379 nr. 1. 

i Zeile 7 im Text zu lesen: Talmud beflissene. 

1 Anmerk. 3 Löwenstein, Kurpfalz S. 238. 



409; cubes. 
, Seite 30, 



f 




— 118 — 

Zeile 9 zu setzen nach Offenbach: Änm. 2); ebenso 8. 45 

Zeile 6 nach 1785; Zeile 14 nach Ober ner 

Anm. 3). 

1. Zeile von unton nach oben: Der Schtadlan, Fürsprech oder 
Syndikus spielte eine nicht nnbedeutonde Rolle in der 
jiid. Gemeinde, die er auf Grundlage bestimmter 
Instruktionen den Behörden gegenüber zu vertreten 
hatte. Man wählte zu diesem Amte gewöhnlich einen 
gesetzeskundigen Mann, cf. Perles in der Monats- 
schrift, Jhrg. 186& p. 84. 

Anmerk. 2 In vielen handschriftlichen Sammlungen finden sich 
zerstreut seine halacbischen und adjadiseben Be- 
merkungen, die von seinem ausgebreiteten Wiesen, 
seinem klaren Denken und tiefen Verständnis be- 
redtes Zeugnis ablegen. 

2 Löweuetein, Nath. Weill, S. 73, Anm. 2. 

Die erste Gattin des R. Arje Lfib war die Tochter 
des Seeb Wolf f~\2 >" Fürth. ^^^ 

Arje Lob starb Sonnig l(i. ;"£ Jjn-i'; statt „l" zu 
lesen ipmi (Zeile 10); statt Djnt; IZeile 16) lies 
DJTIB; statt Q'Jl'Cj (ibid) C'JJ>23- 

3 Lüwenstein, Nath. Weill, S. 74 n. 3. 
„ 2 zu streichon. 

1 cf. Blatter für jiid. Geschichte und Lit. I, 23. 
30. Mai 1794 war der I. Sivan 6554. 
Anmerk. 1 Waiden pag. 40b u . 42b, 

7. Ab 6570 war der 7. August 1810. 

Vater des Abr. Bing hieas Enosch halcvi Bing 



vorm. Zahn ti Baandal, B 



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